"Ich bin nur ein eiskalter Profi"

Redaktion, 27. Jänner 2008, 17:31
  • "Ich habe tatsächlich alles!" – US-Superstar Jack Nicholson hat allen Grund zu lachen: In seinem neuen Film "Das Beste kommt zum Schluss" spielt er neben Morgan Freeman.
    foto: reuters

    "Ich habe tatsächlich alles!" – US-Superstar Jack Nicholson hat allen Grund zu lachen: In seinem neuen Film "Das Beste kommt zum Schluss" spielt er neben Morgan Freeman.

In der Filmkomödie "Das Beste kommt zum Schluss" spielt Jack Nicholson einen Krebskranken, der sich noch einmal ins Leben wirft – Im Interview

Standard: Mr. Nicholson, eigentlich müssten Sie keine Interviews mehr geben, oder?

Jack Nicholson: Stimmt. Ehrlich gesagt müsste ich eigentlich gar nichts mehr tun (lacht).

Standard: Langweilt Sie so eine Interview-Tour nicht? Immer die gleichen Fragen und Antworten?

Nicholson: Ein weiser Mann ist nie gelangweilt! Ich wirke bei solchen Gelegenheiten stets charmant – aber ich gestehe: Ich bin nur ein eiskalter Profi. Als ich letztes Mal in Cannes einen Film präsentierte, sah ich die Pressekonferenzen meiner Kollegen. Jeder wirkte völlig lustlos. Genau diesen Effekt wollte ich vermeiden. Ich bot eine sehr lebendige Pressekonferenz auf dem Podium – aber glauben Sie denn, ich wäre wirklich besonders von den Fragen überrascht gewesen?

Standard: Was wäre für Sie eine Herausforderung? Haben Sie nicht alles, was man sich wünschen kann?

Nicholson: Ich habe tatsächlich alles! Vor Jahren hatte ich einen Tiefpunkt, wie ihn jeder von uns einmal hat. John Huston hat mir dann diese Geschichte eines erfolgreichen Pferdetrainers erzählt: Als der nach seinem Geheimnis gefragt hatte, lautete die Antwort: "Mit Pferden wird mir nie langweilig." Ich hatte mir einmal ein ganzes Jahr eine Auszeit genommen. Dabei habe ich gemerkt: Ich brauche die Arbeit. Nicht wegen des Geldes, sondern weil ich den Job einfach liebe.

Standard: Der Nicholson auf der Leinwand ist immer cool – wie lässig ist der Jack im realen Leben?

Nicholson: Ich habe im Beruf viel mehr Selbstbewusstsein als in meinem Leben. Ich kann als Wrack zum Drehen kommen, und in der nächsten Sekunde weiß ich genau, was ich tun muss. Das passiert ganz automatisch. Natürlich beklage auch ich mich bisweilen, so wie alle, über meinen Job. Aber ich liebe meinen Beruf. Aus diesem Grund bin ich damals Schauspieler geworden. Und ich bin glücklich, dass ich das heute noch immer so empfinde.

Standard: Wie anstrengend ist es, den wilden Mann in Hollywood zu geben?

Nicholson: Die Medien interessieren bei Stars eben immer die spektakulären Dinge – und ich habe eben sehr aufregende Zeiten durchlebt. Als ich meine Karriere in den 60er-Jahren begann, vollzog sich gerade der große Wandel in Hollywood: Filmstudios wurden aus Familienunternehmen zu Aktiengesellschaften. Diese Konglomerate hatten nur wenig Interesse an unabhängigen Filmen. Konglomerate zerstören alles – warum also nicht auch den Film.

Standard: Wie beurteilen Sie dann den aktuellen Streik der Drehbuchautoren?

Nicholson: Wer, wie ich, den Jimmy Hoffa gespielt hat (ein Korruptionsdrama über Gewerkschafter), kann so etwas nicht ganz so ernstnehmen. Seit ich in Hollywood bin, kenne ich Streiks und weiß, dass sie für viele Produzenten ganz nützlich sind, um unliebsame Verträge loszuwerden. Wenn das erledigt ist, gibt es eine Einigung. Ich erinnere mich an eine Gewerkschaftsversammlung mit Ronald Reagan als Präsident der Schauspielervereinigung – er hat unter Beifall einfach alle Forderungen der Gewerkschaft aufgegeben. Ich sah meinen Freund an und wir dachten: Was ist denn hier los?

Standard: Kennen Sie so etwas wie Selbstzweifel?

Nicholson: Vor meinem Erfolg als Schauspieler habe ich zwangsläufig oft gedacht, ich müsste mein Leben ändern. Seit meinem Durchbruch hatte ich dann sehr viel Glück. Ich hätte vielleicht gern öfter Regie geführt.

Standard: Wie zufrieden sind Sie mit den drei Filmen, die Sie selbst inszenierten?

Nicholson: Meine Selbsteinschätzung ist ziemlich realistisch: Ich habe nie einen erfolgreichen Film gedreht. Ich darf mich deshalb nicht wundern, dass es die Studios lieber hatten, wenn ich spiele, statt Regie zu führen. Dennoch bleibe ich Fantast. Ich habe mir zum Beispiel viele Gedanken gemacht, wie man das Internet revolutionieren könnte – ob aus diesen Ideen etwas wird, bleibt abzuwarten.

Standard: Welche Fantastereien hat Jack Nicholson noch?

Nicholson: Ich habe begonnen, mit meinen Kindern zu malen. Kleine Kinder sind so viel bessere Maler als Erwachsene.

Standard: Ab wann hat ein Schauspieler den Durchbruch geschafft?

Nicholson: Der Wendepunkt für jeden Schauspieler ist erreicht, wenn er nicht mehr zum Vorsprechen für eine Rolle gehen muss – das ist der Gradmesser für den Erfolg. Wenn man diesen Status einmal erreicht hat, ist alles nur noch Vergnügen.

Standard: Gibt es heute Darsteller, die Sie besonders mögen?

Nicholson: Sean Penn – es gibt keinen besseren Schauspieler als Sean Penn.

Standard: Warum geben Sie so gut wie nie Fernsehinterviews?

Nicholson: TV-Interviews sind für Schauspieler keine gute Idee. Zum einen tauchen diese Bilder für alle Ewigkeiten immer wieder auf, ohne dass man eine Kontrolle darüber hätte. Zum anderen macht das meine Job viel schwieriger, denn man kann das Publikum viel besser auf eine Reise entführen, wenn man sich noch Geheimnisse bewahrt.

Standard: Wer fast so bekannt ist wie Coca-Cola, dürfte gewisse Probleme mit dem Geheimsein haben?

Nicholson: Genau dort fängt meine Arbeit an: Die Zuschauer glauben, sie würden Jack Nicholson kennen. Und deswegen ist mein erster Arbeitsschritt, meine Rolle erst einmal zu "ent-Jack-en", wie ich das gerne nenne.

Standard: Das Gegenteil zum "ent-Jack-en" sind die Sonnenbrillen, die Sie ständig tragen – warum?

Nicholson: Das liegt vielleicht daran, dass ich einmal als Rettungsschwimmer begonnen habe. Es war später aber auch sehr nützlich, um seine Augen vor dem ständigen Blitzlichtgewitter zu schützen. Ich trage ständig andere Brillen – und die sind alle auf Rezept.

(Dieter Oßwald, DER STANDARD/Printausgabe, 23.01.2008)

Zur Person:
Jack Nicholson (70) begann seine Filmlaufbahn als Autor in Roger Cormans B-Movie-Fabrik, wo er auch erste Rollen übernahm. Nach "Easy Rider" wurde er zu einem der prägenden Gesichter des New-Hollywood-Kinos. Der dreifache Oscar-Gewinner (u.a. "Einer flog über das Kuckucksnest") ist einer der charismatischsten US-Schauspieler.
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schlecher Film!

suggeriert, dass man mit genug Geld alles machen kann was man will.Wenn Morgan Freeman den Nicholson nicht im Spital kennen gelernt hätte, könnte er sich die Liste sonst wo hinstecken.
Einfach fades Gesülze, obwohl ein Jack Nocholson mitspielt.Schade

der Film?

einfach gut!
Wobei auch sein Gegenüber (Morgan Freeman) erstklassig gespielt hat.

SHINING!


...ein meisterwerk, eine fesselnde geschichte von der sehnsucht nach dem wirklichen leben, der engen beziehung zwischen freunden und fremden sowie der täglichen mühe, im alltag zwischen erkrankung, tod, exitus und praller lebenslust zu bestehen.

...ein schockierend authentischer film, ein opulent ausgestattetes werk, für mich der film des jahres !

Bitte wer hat dem 4 rote stricherl gegeben? Und für was? Versteh ich net.. Der Film war ganz gut, kurzweilig, ahtte seine komischen momente war aber am schluss nur noch traurig, sodass ich mit einem eher schlechten gefühl aus dem kino gekommen bin..


...zu nicholson wurde ja bereits alles tausendfach gesagt und geschrieben, es gibt ja nichts was über nicholson noch nicht gesagt oder geschrieben wurde, nur so viel, in "The Bucket List" begegnet mir ein nicholson den ich vorher noch nicht kannte, ein sehr milder, fast schon scheu wirkender nicholson der im alter noch feinsensoriger, feingliedriger und humorgbegabter schauspielen kann, als er es immer schon konnte.

..."About Schmidt" ist ein anderes dieser milden nicholson spätwerke, ein glück, denn dieser mann wird im alter immer stärker, oder sagen wir, schrulliger.

Jack Nicholson wuchs ohne Vater auf.

Da seine Mutter June bei der Entbindung erst 17 Jahre alt war, gab sich Jacks Großmutter Ethel an ihrer Stelle als seine Mutter aus, um dem Ansehen ihrer Tochter nicht zu schaden.
June übernahm die Rolle der älteren Schwester.
Erst 1974 erfuhr Nicholson durch einen Time-Artikel die Wahrheit über seine Familie.
Seinen wahrscheinlichen Vater, den italienischstämmigen Schauspieler Don Furcillo († 1997), hat er nie gesehen.

Es gibt eine Klasse von

Schauspielern, die bei jedem ihrer Filme einfach glänzen und manchmal von diversen Kritikern als B-Acteure fast verunglimpft werden. Dazu gehören Sean Penn, Tim Robbins, Gary Sinise und dann fallen mir die Namen nicht ein, aber die Filme wie in Mistic River der Kommissar oder der hinkende Verdächtige in "die üblichen Verdächtigen" vielleicht noch Daniel Day Lewis......

...

Der hinkende Verdächtige war übrigens Kevin Spacey

zur ergänzung ...

die entfallenen namen:kevin bacon und kevin spacey ... ein paar von dieser klasse würden mir schon noch einfallen

"der hinkende Verdächtige in "die üblichen Verdächtigen""

Kevin Spacey

"American Beauty" gesehen? Ach, es gibt unzählige sehr gute Filme mit Spacey. :-)

sie meinen mike huckabee?

"sie meinen mike huckabee?"

Hä? Nix verstehen, bitte um Erklärung.

Oder haben Sie an die Falsche gepostet?

der präsidentschaftskandidat mike huckabee hat eine starke ähnlichkeit mit kevin spacey.

btw: was machen sie denn so denn ganzen tag, dass sie so böse sind :)

"btw: was machen sie denn so denn ganzen tag, dass sie so böse sind"

Auf Bäume klettern, Fußball spielen, mit meinen Brüdern raufen, freche Antworten geben - nicht brav sein halt.

Okay, das ist alles schon soooo lange her, aber ich habe das so oft gehört, dass es sich eingeprägt hat. Und ich irgendwann stolz darauf war.

Gut, das mit den frechen Antworten ist geblieben, heute sagt allerdings niemand mehr "böses Mädchen", eher "spitzzüngige Oite", aber das gefällt mir nicht so so, verständlicherweise ;-) und das "böse Mädchen" ist ein lieb gewordener, bequemer Brauch. :-)

ach so, ich dachte da schon an ganz andere sachen ;)

Der hinkende

.... in "Die üblichen verdächtigen" war Kevin Spacey, der übrigend mein Lieblingsschauspieler ist. Filme mit ihm wie "K-Pax", "Das Leben des David Gale", "American beauty"... sind vom allerfeinsten.

uh....

nicht zu vergessen seine genialität als john doe on sieben....

DER NICHOLSON

war natürlich im Kuckucksnest unschlagbar gut, aber genauso in "Chinatown" vom Polanski mit dem alten John Huston und der........fällt mir jetzt nicht ein. Schon zigmal gesehen und immer wieder die Gänsehaut.......

dem ist doch erst unlängst bei irgend einer preisverleihung ein besoffener support-our-troops-rülpser ausgekommen, oder?

Man sollte die Truppen unterstützen. Die Soldaten haben nämlich leider keine Schuld an Ihrer unfähigen Regierung in Washington. Ihr Rülpser war genauso unnötig.

Weiss jemand welche Marke die Sonnenbrillen haben?

Federico Fellini

Keine Scherzantwort bitte.

Coole Brillen

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