Steve Forbes rät Österreich zu Flat Tax

13. Februar 2008, 18:18
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Der US-Medien-Tycoon erwartet baldigen Aufschwung der US-Wirtschaft – "Regierung soll den Dollar wieder aktiv unterstützen"

Wien – Der US-Medienunternehmer Steve Forbes hält die Finanzmärkte derzeit für gefährlich "wie ein fallendes Messer – da sollte niemand hingreifen". Allerdings erwartet der Herausgeber des "Forbes Magazine" schon bald wieder Besserung – für das zweite Quartal sieht er wieder Wachstum der US-Wirtschaft, denn "die Fundamentaldaten sind gut, die Produktivität stimmt und der Konsum ist weiter sehr stark" – trotz der Krise am US-Immobilienmarkt.

Forbes glaubt auch, dass die US-Regierung demnächst "aufwacht und wieder beginnt, den Dollar zu stützen", denn "right now is a panic", so der Medien-Tycoon am Dienstag vor österreichischen Journalisten.

Flat Tax für Österreich

Österreich empfahl Forbes, der auf Einladung des Wirtschaftskongresses "com.sult" in Wien weilte, die Einführung der "Flat Tax", eines einheitlichen Steuersatzes für die Besteuerung von Unternehmen und Einkommen. Weiters sieht er die Alpenrepublik in einer "ausgezeichneten Lage" inmitten Europas, mit besten Voraussetzungen, bald wieder ein "economic empire" zu werden.

Und was empfiehlt er Anlegern? Jetzt nur nicht die Nerven verlieren, und: "Du machst kein Geld, wenn du immer mit der Herde mitläufst. Wenn du dich gut fühlst, geh nicht in einen Markt hinein. Wenn du glaubst, die Welt könnte bald untergehen – geh hinein!"

"Keine Konkurrenz für Davos"

Der Kongress "com.sult" steht heuer unter dem Motto "The Vision to Succeed". Initiator David Ungar-Klein will damit nicht dem Weltwirtschaftsforum in Davos das Wasser abgraben, auch wenn dieses ebenfalls heute Abend eröffnet wird (und bis 27. Jänner dauert).

"Davos gibt es seit 40 Jahren und es ist eine tolle Sache", Wien habe aber einige entscheidende Vorteile: "Sie können von jedem Punkt der Welt nach Wien fliegen, nach Davos nicht." Zielgruppe seines Kongresses seien außerdem Medien und internationale Medienvertreter, die wiederum internationalen Top-Politikern eine Medienplattform bieten würden, was wiederum Top-Manager ins Land bringe, die über Standortfragen entscheiden würden, so der Chef des 2003 gegründeten Management-Beratungsunternehmens Create Connections gegenüber der Austria Presse Agentur. (Martin Putschögl, derStandard.at, 22.1.2008)

  • "Nicht mit der Herde mitlaufen" - Steve Forbes in Wien.
    foto: derstandard.at/putschögl

    "Nicht mit der Herde mitlaufen" - Steve Forbes in Wien.

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