32-Zoll-Segment: Plasma-Fernseher profitieren von LCD-Krise

31. Jänner 2008, 09:49
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Trend zu höherer Qualität bremst Preisverfall

Die Lieferschwierigkeiten bei 32-Zoll-LCD-Panels haben den Herstellern von Plasma-Fernsehern glänzende Aussichten für das laufende Jahr beschert. So kann sich etwa LG Electronics, das vor allem auf den chinesischen Markt zielt, über satte Zuwächse bei den Verkäufen seiner 32-Zoll-Plasma-Panels freuen. Aufgrund der aktuellen Engpässe bei LCD-Panels setzen die Hersteller von Flachbildschirmen zunehmend auf die Plasma-Alternative, berichtet das IT-Portal DigiTimes.

Anstieg

In den kommenden zwölf Monaten soll der Absatz von 32-Zoll-Plasma-Panels auf 2,5 Mio. steigen. Insgesamt rechnet die Branche 2008 im Vergleich zum Vorjahr mit einem Anstieg von zwölf auf 15,5 Mio. verkaufte Plasma-Fernseher. Industriebeobachter rechnen jedoch für 2009 mit einem Ende des Plasma-Booms. Demnach soll die Inbetriebnahme der LCD-Fabriken der achten Generation (8G) im nächsten Jahr den Wettbewerb neu entfachen.

Samsung Electronics hat laut Branchenbeobachtern in seiner 8G-Fabrik bereits mit der Produktion von 32-Zoll-Panels begonnen

Die 8G-Werke der asiatischen LCD-Spezialisten LG Philips LCD, AU Optronics und Chi Mei Optronics (CMO) sind alle auf die Produktion von 32-Zoll-LCD-Panels ausgelegt. Samsung Electronics hat laut Branchenbeobachtern in seiner 8G-Fabrik bereits mit der Produktion von 32-Zoll-Panels begonnen. Aus einem 2.200 mal 2.500 Millimeter messenden Glassubstrat aus einem 8G-Werk können 18 32-Zoll-LCD-Panels geschnitten werden.

LCD-Knappheit könnte bald beendet sein

Angesichts der zunehmenden Zahl in Produktion gehender 8G-Fabriken könnte die LCD-Knappheit bald beendet sein, vermuten Experten. Im Umkehrschluss wird damit gerechnet, dass der Markt für 32-Zoll-Plasma-Panels ab 2009 zu schrumpfen beginnt. Derzeit laufen die Geschäfte aber so gut, dass etwa der taiwanesische Hersteller CMO angekündigt hat, in den kommenden Monaten rund 5.000 neue Mitarbeiter einzustellen. Derzeit beschäftigt das Unternehmen rund um den Globus 40.000 Mitarbeiter.

"In Zukunft werden 32-Zoll-Fernseher aber ohnehin sukzessive von größeren Formaten wie 37- oder 42-Zoll abgelöst werden"

Der deutsche TV-Hersteller Loewe spürt aufgrund seiner Einkaufsstrategie - Loewe setzt gleich auf drei große asiatische Produzenten - kaum Lieferschwierigkeiten bei 32-Zoll-Panels. "In Zukunft werden 32-Zoll-Fernseher aber ohnehin sukzessive von größeren Formaten wie 37- oder 42-Zoll abgelöst werden", wagt Loewe-Sprecher Axel Gentzsch im Gespräch mit pressetext einen Blick in die Glaskugel.

Auch die Preise werden in den kommenden Monaten weiter sinken - vor allem im Großformat. "Wegen des Trends zu qualitativ höherwertigen Panels, etwa für Full-HD- oder 100-Hertz-Geräte, fällt der Preisrückgang aber moderater aus", prognostiziert Gentzsch. Der Mix gehe zunehmend in Richtung hochwertige Flachbildfernseher. "Das Ende des Preisverfalls ist aber definitiv noch nicht in Sicht", so der Loewe-Sprecher abschließend gegenüber pressetext. (pte)

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