Ein kleiner Drache sucht seine Freunde

21. Jänner 2008, 20:46
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Kokosnuss begibt sich auf Weltreise und versendet dabei Briefe aus aller Herren Länder

So sieht kein Drache zum Fürchten aus: Er ist klein, hat ein rotes Fell, trägt eine Schirmkappe und heißt auch noch seltsam: Kokosnuss nämlich.

Kinderbuchautor Ingo Siegner hat ein neues Buch seines - man muss ihn wohl so nennen - Serienhelden vorgelegt. Der kleine Drache Kokosnuss reist um die Welt heißt das jüngste Abenteuer, in dem der Schmalspurdrache seine Freunde Matilda, das Stachelschwein, und Oskar, den Fressdrachen, finden muss. Seit Tagen sind die beiden verschwunden, und Kokosnuss ahnt, dass etwas passiert sein muss. Auf der Suche landet der Drache in diversen Ländern und Städten, London etwa oder China.

Siegner erzählt seine Geschichte abwechslungsreich - kleine Gedichte inklusive. "Die Zwiebel ist mein Leibgericht/und das aus gutem Grund/auch wenn sie mal im Auge sticht/ist sie doch sehr gesund!", stellt sich etwa der Zwergendrache Zwiebelchen vor. Die Illustrationen im Kokosnuss-Buch rücken dagegen in den Hintergrund: Man könnte sie wohl als konventionell beschreiben, was aber nicht stört, hier zählt das geschriebene Wort. Besonderes Gimmick im Buch sind die einzelnen Briefe, die in Kuverts stecken. Diese Nachrichten zum Herausnehmen sehen aus wie von Kinderhand geschrieben, kleine Zeichnungen, wie mit Buntstiften gemalt, verstärken den Eindruck. Der Haken: Den kleinen Lesern (das Buch wird ab sechs Jahre empfohlen), vor allem den jüngeren, wird das Herausziehen der Briefe etwas schwerfallen. Wie lange die Post unversehrt Teil des Buches bleibt, ist daher fraglich. So wird das Lesen manchmal zur "Zerreißprobe", oder aber es droht den Eltern ein neues "Spiel": Briefe zusammensammeln im Kinderzimmer. (Peter Mayr/DER STANDARD-Printausgabe, 18.1.2008)

Ingo Siegner
"Der kleine Drache Kokosnuss reist um die Welt"
cbj Verlag, München 2007
13,40 Euro, 72 S.
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