
Konstantin Gropper, FM4-Fan und Sänger der Berliner Band Get Well Soon, bei seinem Geburtstagsständchen im großen Saal der Wiener Arena.
Diese (unfreiwillige) Aufbruchsstimmung lässt sich auf einen gleich alten Radiosender natürlich nicht übertragen. Am Samstag feierte der erfolgreiche ORF-Jugendsender Radio FM4 in der Wiener Arena seinen 13. Geburtstag. Das Wetter war der Veranstaltung wohlgesonnen, zehn Grad plus, da war der Wind leicht auszuhalten. Die Stimmung entsprach einem Parteitag, einem Parteitag der Jugend, der "alternativen" wohlgemerkt. Brav wurden Programmpunkte abgespult, da Applaus, hier Saalflucht weil's grad doch ein bisserl fad war. Statt Reden Moderationen, Radio zum Anschauen. So nett wie routiniert.
Dass das gebotene Liveprogramm - deutscher HipHop, bisserl "FM4-Musik" - erschütternd schlecht war, wurde kaum wahrgenommen. Solange die Party ausverkauft ist, muss ja alles super sein, oder?
Der Moderator Heinz Reich nannte FM4 in einer Sendung einmal "Wohlfühlradio". Dagegen wäre nichts einzuwenden. Dieses Wohlfühlen geht allerdings auf Kosten jeglichen kritischen Ansatzes im Programm - einige elfenbeinturmartige Formate in den Abendstunden, die den guten Ruf des Senders weitgehend verantworten, sowie die Native Speaker in der Morgenshow einmal ausgenommen. Wohlfühlen wird bei FM4 in Richtung akustische Wellness gedeutet, Themen werden als dahinplätschernde Belanglosigkeiten und mit dem Esprit des dazupassenden Wikipedia-Eintrages kredenzt. "Ja, so muss Radio sein", meinte Reich damals weiter. Oh nein!
Wohlfühlen muss nicht bedeuten, sein Publikum zu unterfordern. Diese Feigheit vor dem Freund schlug sich auch im diesjährigen Geburtstagsprogramm nieder. Nicht ein einziger irgendwie als subversiv einzuschätzender Act war gebucht worden. Jugendkultur wird nicht als Quell von Umbruch oder Aufbruch verstanden, dessen Dynamik man fördert - das war einmal - man verwaltet bloß den selbst miterschaffenen Mainstream.
"Wer hören will muss fühlen", lautet ein aktueller FM4-Slogan.Umgekehrt wird das selten eingelöst. Man hört und hört - aber man spürt nichts. Dass dazu Teenager vor der Bühne FM4lern, die mindestens ihre Eltern sein könnten, auf der Bühne zujubeln, ist nicht minder irritierend und ergibt als Ganzes eine eigenartige Symbiose: einen Whirlpool der Generationen, in dem jeder jeden super findet.
Kein Freibrief
Natürlich ist das schlechteste FM4 immer noch besser als das beste Ö3 - von anderen Kommerzradios ganz zu schweigen. Auch Konstantin Gropper, Sänger der interessantesten Band des Abends, Get Well Soon aus Berlin, meinte, dass FM4, als er noch im Sendegebiet gewohnt hat, für ihn sehr wichtig gewesen sei und er FM4 viel verdanke.
Das ist gut und schön und sicher keine Einzelmeinung. Es ist aber kein Freibrief zum Weiterplätschern. In dem Buch "Es muss was geben", einer Chronik der Entstehung der alternativen Musikszene in Linz von Shy-Sänger Andreas Kump, meint Markus Binder, Schlagzeuger von Attwenger und im FM4-Universum eine Fixgröße, sinngemäß: "Man muss aufpassen, dass man das Eigene nicht zu super findet."
Diese Einsicht wird von der affirmativen Ausrichtung des Senders beständig egalisiert. Es heißt, die "Hosts" auf der FM4-Homepage seien angehalten, Themen, die negative Stimmung in der Community auslösen könnten, zu vermeiden. Mit "Es gefällt mir nicht, aber ich finde es gut", hat der deutsche Satiriker Wiglaf Droste diesen Ansatz einmal treffend beschrieben. Zur Balance gibt es Martin Blumenau als Agent provocateur und leicht zu durchschauendes "kritisches" Feigenblatt. Als Plattform für gehaltvollen Diskurs taugen aber weder Radio noch dessen Internetauftritt. Dass in diesem Milieu mit Kritik von außen dann meist so umgegangen wird, wie es ein beleidigter 13-Jähriger tut, rundet das Bild ab.
In diesem Sinn: Get Well Soon, baldige Besserung! (Karl Fluch/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21. 1. 2008)
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untertags ist fm4 unglaublich mies. hätt ich nicht glaubt, dass mir ö3 (z.b. madonna, robbie williams) einmal lieber ist als die unnötigen sportfreunde xx und die xx-blocks und das ganze klumpert. weit hab ichs gebracht, fm4 jedenfalls hinter micht. es bleibt eine forderung: sumpf auf ö3, täglich um 15 uhr. RE-volution!
boahh wie schön, dass wir doch in österreich sind. das zeigt mir wieder, dass hier jeder depp sich melden darf.
WICHTIG!!
es gibt keine einzige radiostation im deutschsprachigem raum, die so viel für alternative musikszene gemacht hat wie fm4!!! das sollte mal jedem bewusst werden.
wo wären tocotronic in österreich ohne fm4? fettes brot oder wie sie sonst alle heißen.
klar das line up war nicht so grenzgenial wie das fm4 fest mit moby. aber um 17 euro VVK dieses line up!!!
BANDS:
NADA SURF
DYNAMITE DELUXE
CHIKINKI
BLOOD RED SHOES
FLORIAN HORWATH
GET WELL SOON
MAURACHER
SUPERPUNK
THE HOOSIERS
& SURPRISE GUESTS
nur bands ohne DJ's! an all die cleveren.
machts es einach nur mal nach, wenn eh jeder weiß wie es geht.
typisch ÖSTERREICH!
bestes beispiel für einen fm4-gehirngewaschenen.
man könnte auch sagen, dass sich fm4 eine komlette monopolstellung aufgebaut hat - es ist traurig genug, dass ein einziger sender über die alternative kultur im land zu entscheiden hat.
den fluch einen depp zu nennen, sagt euch einiges über die eigenen befindlichkeiten aus. das reaktionsverhalten eines 13-jährigen trifft da vollkommen zu.
Das Music heisst Dub-Step...ist gar nicht so schlecht
nicht jeders "Cup of Tea" aber heh...eine stunde DJ Kasperl?!?? und jetzt lese ich da "How Low can you GO FM4" meine gute..schalt der sheiss gerat ab,und schalts dann wieder ein wanns vorbei ist..
Es wird immer lustiger..
...seit langem mal wieder ein artikel, der mir persönlich direkt aus der seele spricht...wenngleich ich um einiges polemischer und streckenweise untergriffiger gegen selbstsernannte "persönlichkeiten" des fm4-mikrokosmoses gewettert hätte...ein verein von frustierten berufsjugendlichen...
Nach ein lange discussion mitn gute freund möchte ich sorry sagen fur meine aussage "entaüscht in you Austrians" hast recht und ich entschuldige mich dafur..ich meinte natürlich entaüscht in the mentality of some people,regardless of race or creed,that live in Austria..
peace
S.Hippyx
hat der herr "slack hippy" bereits die geistige frühpension angetreten, oder hat er sich´s in der pubertät bequem eingerichtet?
das nächste mal bitte wie folgt unterschreiben:
peace, love & (r)evolution
... das ist nämlich noch cooler...
... alle, aber auch wirklich alle 8-jährigen werden dich bewundern!
Und ließe sich das in Sachen Pop nicht von jeder Redaktion in diesem Lande behaupten? Junge gibt es bei FM4 mehr als sonstwo. Der Fehler dort ist, dass man seit einem Jahrzehnt auf die immer gleichen Vorzeige "Stars" setzt, von Stermann/Grissemann bis Blumenau, und die Spezialsendungen mittlerweile stauben wie nur was. Fakt ist auch, dass es im gesamten deutsprachigen Raum keinen vergleichbar guten und einflussreichen Sender gibt. Das behaupten zumindest fast alle in diese Richtung interessierten Österreichbesucher aus der Schweiz und Deutschland. Mein Wunsch ans Christkind: hier und da etwas ändern liebes FM4, damit du auch gut bleibst.
ich verstehe nicht diese Aufregung , meiner meinung nach passiert das immer das in Österreich nach einer Bestimmten Zeit einfach alles nur noch ein Schatten seinerSelbst ist , ein weiterer Beweis ist doch das Dynamite Deluxe performt haben die einfach nur noch eine Lächerlichkeit ist und Fm4 wird es immer mehr wird . Sorry aber das ist die realität
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