Rücktritt von SP-Spitzenkandidat Ferk: "Katastrophales" Ergebnis

3. Februar 2008, 16:20
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Grazer Vizebürgermeister gesteht Niederlage ein - Enttäuschung bei Wahlhelfern: "Heimgehen und rearn"

Graz - Der Grazer Vizebürgermeister und SP-Spitzenkandidat, Walter Ferk, hat Sonntagabend nach herben Verlusten bei der Gemeinderatswahl für die Sozialdemokraten seinen Rückzug aus der Politik bekanntgegeben. Wie Ferk gegenüber der APA sagte, sei dies "ein katastrophales Wahlergebnis". Er habe sein Ziel - 30 Prozent plus - nicht erreicht. "Es ist noch zu früh, die Gründe zu analysieren", sagte Ferk. Landesobmann Franz Voves meinte, er werde nun personell als auch inhaltlich eine Erneuerung geben müssen.

Ferk erklärte, er habe etwas bewegen und tun wollen, aber der heutige Abend sei für ihn katastrophal. Der einzige Trost für ihn persönlich sei, dass er nun nicht mit der FPÖ-Spitzenkandidatin und wahrscheinlich künftigen Stadträtin, Susanne Winter, an einem Tisch sitzen müsse.

Stimmung sank mit den ersten Ergebnissen unter den Null-Punkt

"Jetzt können wir heimgehen und rearn", seufzte eine Wahlhelferin der steirischen SPÖ nach der Grazer Gemeinderatswahl am Sonntag und legt ihrer Nachbarin den Arm um die Schulter. Vor den ersten Hochrechnungen wurden bei dezenter Live-Musik in ausgelassener Stimmung in der Parteizentrale in Eggenberg noch Würstel gegessen. Danach schlug die Stimmung abrupt um: "A Wahnsinn", kommentierte ein älterer Herr die Verluste der SPÖ.

Die muntere Schar aus Pensionisten, Wahlhelfern und jungen Leuten genoss die letzten Sonnenstrahlen auf der Terrasse in der neuen SPÖ-Zentrale im Arbeiterbezirk Eggenberg. Die Spannung stieg, als die ersten Zahlen via Beamer an die Wand geworfen werden sollten. Aber es kam nichts: der Wahlserver war abgestürzt - keine Ergebnisse, kurzes Durchatmen. Gerüchte machten sich breit, überall klingelten Handys, jeder vermeldete andere Teilergebnisse aus verschiedenen Sprengeln.

"Wirklich so schlimm?

Dann kamen die Ergebnisse aber doch: "Is des wirklich so schlimm, hearst?!" fragte eine betagte Dame ihren Begleiter. Das Gelächter verstummte, SPÖ-Spitzenkandidat Walter Ferk ließ sich nicht mehr blicken. Schon früher war von einem schweren Krankheitsfall in der Familie die Rede, was sein Zurückziehen begründete.

"Ich hab´ meinem Mann gesagt, wenn wir feiern, muss er mich abholen. Jetzt hab´ ich angerufen, dass ich gleich heimkomme", meinte eine enttäuschte Sympathisantin. (APA)

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