UN-Kritik an Kollektivstrafe im Gazastreifen

23. Jänner 2008, 12:50
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"Israelische Reaktion ist nicht gerechtfertigt" - EU-Außenkommissarin: Israel soll Blockaden aufheben

New York- Die Vereinten Nationen haben Israel davor gewarnt, die Bevölkerung im Gaza-Streifen kollektiv wegen des Raketenbeschusses aus dem Gebiet zu bestrafen. "Die israelische Reaktion ist nicht gerechtfertigt durch diese Raketenangriffe, auch wenn sie dadurch hervorgerufen wurde", sagte der UNO-Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten, John Holmes, am Freitag.

Er kritisierte die vollständige Abriegelung des von der radikalen Hamas kontrollierten Küstenstreifens, in den Israel auch keine Hilfslieferungen mehr lässt. Holmes sprach von einer Kollektivstrafe Israels gegen die Bewohner des Gaza-Streifens, forderte zugleich aber die Hamas auf, den Raketenbeschuss israelischer Städte zu unterbinden.

Die israelische Luftwaffe hatte am Freitag das von der Hamas genutzte Innenministerium bombardiert, wobei eine Frau starb. Bei israelischen Luftangriffen im Gaza-Streifen wurden sein Montag mehr als 30 Palästinenser getötet. Hamas-Kämpfer feuerten in den vergangenen drei Tagen mehr als 110 Raketen auf Israel.

EU-Außenkommissarin: Israel soll Blockaden aufheben

Auch EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner hat an Israel appelliert, auf die Aufhebung der Blockaden in den palästinensischen Gebieten hinzuarbeiten. Für die begonnenen Friedensverhandlungen sei jetzt entscheidend, dass die Palästinenser in den kommenden drei Monaten Verbesserungen ihrer Lebensumstände spürten, sagte Ferrero-Waldner in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa am Rande einer Veranstaltung der Bertelsmann- Stiftung in Kronberg bei Frankfurt/Main. "Es muss etwas geschehen, damit die Menschen wieder an diesen (Friedens-)prozeß glauben."

Neben Wirtschaftshilfen müssten dazu die Reisebeschränkungen aufgehoben werden und israelische Straßensperren abgebaut werden. "Wir müssen den Circulus vitiosus (Teufelskreis) durchbrechen", sagte Ferrero-Waldner. Einerseits benötige Israel derzeit Sicherheit. "Andererseits werden wir nur dann eine positive Dynamik auslösen, wenn wir dem Prinzip Hoffnung eine Chance geben." (APA/Reuters/red)

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