hanswurst

18. Jänner 2008, 19:27
12 Postings

hanswurst ist ein hans, dem alles wurst ist

das könnte eine

erklärung für dieses merkwürdige wortgebilde sein, wobei hans eben den vorrang behält, solange es sich nicht um ein femininum handelt. die hanswurst gibt es aber solange nicht, bis ein fabrikant namens hans die "hanswurst" auf den markt wirft. bei dem hanswurst

handelt es sich aber um eine (geniale?) fehlkonstruktion, denn der hanswurst müsste ja wursthans heißen. schließlich ist er keine wurst, sondern höchstens ein wurstel, also ein mann mit einem

gewissen wurstanteil. bei der wurstsemmel ist der sachverhalt

umgekehrt: hier hat die semmel die oberhand, was auch richtig ist, weil die wurst bei ihr in der minderheit bleibt. sie konnte in der

langen geschichte der wurstsemmel nie die majorität erringen.

über die beziehungen von hanswurst und wurstsemmel gibt es noch keine ernsthaften studien, weil immer noch die fleischerinnung über ein monopolartiges sagen verfügt und die bäckerinnung an der

dominanz der semmel selbstverständlich interessiert bleibt. die wurstsemmel, und das ist ihr geheimnis, deckt also die interessen zweier gewerbe: mehr semmel macht genau so gewinn wie weniger wurst, vorausgesetzt, dass der preis stimmt. ein problem entsteht eigentlich erst dann, wenn dem hanswurst die wurstsemmel wurst ist (friedrich achleitner, DER STANDARD/Printausgabe, 19./20.01.2008)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.