Kontaktlinse mit virtuellem Display

19. Jänner 2008, 13:00
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Verträglichkeit des Prototyps an Hasen getestet - aber noch weiter Weg bis zur Verfügbarkeit eines vollwertigen Displays

Seattle - Einen ersten Prototypen für Kontaktlinsen mit virtuellem Display hat eine Forschergruppe um Babak Parviz von der University of Washington vorgestellt. Dem Forscher-Team ist es gelungen, eine flexible und biologisch verträgliche Kontaktlinse mit elektronischen Schaltkreisen und Leuchten auszustatten. Die Technologie verspricht eine breite Palette an Anwendungsmöglichkeiten, sei es als Sehhilfe im medizinischen Bereich, zur Anzeige von Fahrzeugdaten oder in der Medien- und Unterhaltungsindustrie.

"Wer durch eine funktionstüchtige Linse sieht, würde das vom Display generierte Bild sehen, quasi überlagernd auf die Außenwelt", beschreibt Parviz. Der vorgestellte Prototyp sei ein sehr kleiner, aber vielversprechender Schritt in Richtung dieses Ziels. Solche virtuellen Displays könnten etwa zur mobilen Internetnutzung dienen oder bei Spielen tiefste Immersion in die virtuelle Realität erlauben. "Andere Leute dürften allerlei Arten von Anwendungen finden, an die wir gar nicht gedacht haben. Unser Ziel ist es, die grundlegende Technologie zu demonstrieren und zu zeigen, dass sie sicher ist", so Parviz.

Entwicklung am Anfang

Entsprechend steht die Entwicklung der Display-Kontaktlinsen noch am Anfang. Der Prototyp kombiniert wenige Nanometer dicke Schaltkreise und LEDs im Ausmaß von etwa einem Drittel Millimeter mit dem flexiblen Plastik einer Kontaktlinse. In Tests an Hasen wurde die Bioverträglichkeit geprüft, zwanzigminütiges Tragen habe keine negativen Auswirkungen gehabt. Die High-Tech-Linsen sollten getragen ebenso unbemerkbar sein wie normale Kontaktlinsen und auch genau so leicht einzusetzen und zu entfernen, nennt Parviz das Idealziel.

Wirklich funktional sind die Linsen noch nicht: Die roten LEDs leuchten nicht. Die dafür nötige Stromversorgung wollen die Forscher durch Energie-Übertragung per Radiowellen und Solarzellen auf den Linsen erreichen. Auch die drahtlose Kommunikation der Display-Linsen mit anderen Geräten muss erst implementiert werden. Für entsprechende Elektronik biete der Bereich außerhalb des eigentlichen Sichtfeldes genügend Platz. Bis zur Verfügbarkeit eines vollwertigen Displays werde es noch eine Weile dauern, räumen die Forscher ein. Eine Version, die ein einfaches Display mit nur wenigen Pixeln biete, könne laut Parviz aber "recht schnell" betriebsfähig sein. (pte)

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    foto: university of washington
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