Schene Leichen: Ein Gang durchs Bestattungsmuseum

25. Jänner 2008, 12:47
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foto: derstandard.at/gedlicka

Zimmer mit Aussicht

Derartige Begräbnisse waren gesellschaftliche Großereignisse. Bewohner von Wohnungen, die an der Strecke zum Friedhof lagen, vermieten Fensterplätze. Die Preise waren haarsträubend. Laut Wittigo Keller, Kulturanthropologe und Kurator des Bestattungsmuseums Wien, kostete ein solcher Logenplatz, je nach Aussicht zwischen 500 und 1.000 Kronen. Im Vergleich der Kaufkraft entsprach der Wert einer Krone (1910) etwa drei Euro. Das Vermieten von Fensterplätze bei Beerdigungen ist auch heute noch Praxis: Als 1989 die ehemalige Kaiserin Zita Maria delle Grazie von Bourbon-Parma in der Kapuzinerkruft beigesetzt wurde, waren nicht nur sämtliche Fenster am Graben, sondern auch die Körbe von Kränen vermietet.

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