
Genie und Wahnsinn: Bobby Fischer

Zehn Jahre vor dem Weltmeister-Titel: Bobby Fischer in New York, 1962
Wien - Robert James Fischer war der erste Popstar unter den Schachspielern, eine Mischung aus Jim Morrison und Howard Hughes.
Früh hatte das am 9. März 1943 in Chicago geborene Schachgenie von sich reden gemacht. Nach der Übersiedlung nach Brooklyn wurde Fischer 1956 US-Jugendmeister. Die Partie des 13-Jährigen mit dem großartigen Damenopfer gegen den Großmeister Donald Byrne zählt zu den meistpublizierten der Welt. Bereits ein Jahr danach gewann er überlegen die Meisterschaft der Erwachsenen.
Die Schule brach Fischer früh ab - "etwas für Dummköpfe". Und er wurde 1958 im Interzonenturnier von Portoroz zum damals jüngsten Großmeister der Geschichte.
Die Schachwelt war damals fest in der Hand der Sowjets. Seit dem Zweiten Weltkrieg stammten alle Weltmeister aus der Sowjetunion, das rationale, auf wissenschaftlicher Grundlage betriebene Spiel passte sich ideal in die Sowjetideologie ein.
"Eher sterben"
1962 griff Fischer beim Kandidatenturnier auf Curaçao erstmals nach der Krone. Er scheiterte an der Riege der sowjetischen Großmeister und beschuldigte sie - aus heutiger Sicht: zu Recht - der Absprache. Der KGB hatte die Gefahr, die von dem jungen Amerikaner ausging, erkannt. Sein Scheitern war für Fischer Quelle eines lebenslangen unversöhnlichen Hasses: "Eher sterben als gegen einen Russen verlieren", einer seiner typischen Interviewsätze.
Bald nahm Fischer mit unglaublicher Energie die Jagd nach dem WM-Titel auf. Im folgenden Zyklus der Kandidatenturniere schlug er den Dänen Bent Larsen und Mark Taimanov jeweils 6:0, ohne ein einziges Remis, und im Finale Tigran Petrosjan.
Sieg gegen Spasski
1972 war sein Lebensziel beim WM-Match gegen Boris Spasski in Reykjavik erreicht. Nach der Aufgabe Spasskis in der 21. Partie war Fischer elfter Weltmeister, er hatte den Gegner förmlich zertrümmert.
Dass der Wettkampf überhaupt zustande kam, grenzte an ein Wunder. Immer neue Bedingungen hatte Fischer gestellt. Erst die Verdoppelung des Preisgeldes durch den englischen Millionär Jim Slater und ein Telefonanruf von US-Außenminister Henry Kissinger brachten Fischer in letzter Minute ans Schachbrett.
Es war eine politische Partie, die mitten im Kalten Krieg gespielt wurde. Fischer formulierte den amerikanischen Traum: Ein junger Mann aus Brooklyn zwingt im Alleingang kraft seiner Individualität, seines Ehrgeizes und seines Genies ein ganzes System in die Knie. Dabei - Treppenwitz der politischen Geschichte - verhielt es sich umgekehrt: Eher war Spasski ein Individualist, ein Bonvivant, der nicht gerne trainierte und auf stetem Kriegsfuß mit den Funktionären lebte.
Kurz danach verpuppte sich der amerikanische Traum zum Mythos: Fischer verschwand. Über 20 Jahre lang spielte er keine einzige seriöse Partie, 1975 trat er gegen Anatoli Karpow nicht an, der zum Weltmeister ernannt wurde.
Antisemit
Fischers Hass auf das Sowjetsystem transformierte sich in dieser Zeit in einen veritablen Antisemitismus und Antiamerikanismus. Er fühlte sich vom FBI verfolgt, trat in Pasadena der obskuren Sekte Church of God bei, emigrierte schließlich nach Europa. Nach Aufenthalten in Budapest und auf den Philippinen lebte er schließlich unerkannt in Japan. Noch einmal, im Jahr 1992, trat er, angelockt durch einige Dollarmillionen, im serbischen Sveti Stefan und in Belgrad gegen Boris Spasski an, noch einmal gewann er mit brillantem Spiel.
Dass ihm die US-Regierung ein Spielverbot wegen des Handelsembargos auferlegt hatte, störte Fischer nicht: Bei der Pressekonferenz spuckte er demonstrativ auf das Dokument. Seitdem lebte er auf der Flucht vor den amerikanischen Behörden. In Japan wurde er in Schubhaft genommen und stand kurz vor der Auslieferung an die USA, als ihn die rettende Einladung nach Island erreichte.
Eine Uhr, ein Spiel
Trotz aller Weltflucht, trotz aller Verschrobenheit blieb Fischer auch im Verborgenen nicht untätig: Er entwarf eine eigene elektronische Schachuhr, die heute bei allen internationalen Turnieren verwendet wird, und ein Schachspiel ("Fischer-Random"). Gespielt wird dabei natürlich nach seinen eigenen Regeln. (DER STANDARD Printausgabe, 19./20.1.2008)
Gleich drei Anklagen gegen Schauspieler: Mögliche Körperverletzung in einem minder schweren Fall, Bedrohung und Ruhestörung
Juristische Schritte gegen "News of The World" eingeleitet - Jolie und Pitt glücklich bei Super Bowl gesichtet
Im beiderseitigen Einvernehmen
Der 73-jährige Premierminister überlässt Veronica Lario und den drei gemeinsamen Kindern seine Villa in Macherio bei Mailand
Küchenpapst interessiert nur, ob ein Gericht gut oder schlecht ist
Der Vatikan hatte eigens einen Vertreter zu der kirchlichen Trauerfeier mit rund 600 Teilnehmern geschickt
Die Countrysängerin steht täglich um drei Uhr auf, um sich zurecht zu machen
Anklage wirft ihm fahrlässige Tötung des Sängers vor
Die Puppe ist allerdings nicht käuflich erhältlich - Nur ein Exemplar wurde angefertigt
Laut Gerichtsmedizin sollen aber auch verschreibungspflichtige Medikamente im Spiel gewesen sein
Sache gegen 15.000 Euro Bußgeld schnell vom Tisch - Verteidiger: "Er soll wieder zurück auf die Strada del Sole"
"Und weil ich nie einen Mann gefunden habe, habe ich dann vermutlich geheiratet"
Punkrocker mochte sein Hotelzimmer nicht und hat Produktions-Assistenin sexuell belästigt
An Vaterschaftsurlaub denkt Pocher nicht - Sandy Meyer-Wöldens muss sich ums Baby kümmern
Cameron Douglas des Handels mit Kokain und Methamphetamin im großen Stil schuldig
Schuld an dem Unglück sei eigentlich ein dänischer Geistlicher
Das brasilianische Supermodel entschied sich für Hausgeburt und bereitete sich mit Yoga auf kleinen Benjamin vor
Er hatte Schlagzeilen gemacht mit einer Festnahme wegen Trunkenheit am Steuer und antisemitischer Beschimpfung eines Polizisten
Für ihren Auftritt als aufdringliche Verliebte in der Komödie "Verrückt nach Steve"
Kampfsportler Alex Reid ist der neue Mann an der Seite des britischen Klatschseiten-Girls
23-Jährige gewann vor Vertreterinnen aus Mexiko und Südafrika - "Miss Austria", Anna Hammel, schaffte den Sprung unter die letzten 16 nicht
Überraschenderweise hat sich auch Robert Downey Jr. wieder in die vorderen Ränge gekämpft - Ansichtssache
"Rodel-Rodulfo", "Princess" und "Kritik" - eine Auswahl an skurrilen Namen & was dann doch nicht erlaubt ist
Ich erinnere mich gut an die 60er:
damals begannen plötzlich alle Leute von 8 bis 88 mit Schachspielen!
Und dies NUR Dank Bobby Fischer!
Er war ein echter Superstar und dass er sich von den USA nicht erpressen liess, das machte ihn nur noch größer!
Danke Bobby!
..zumTod von Fischer:
".. you could call him simply the founder of professional chess and his domincance in chess was propably the greatest ever..."
Und welche Ironie, er stirbt mit 64 eine Zahl die sein Leben beherrscht hat.
RIP Robert "Bobby" James Fischer
Ob Kasparow oder Fischer der beste aller Zeiten war, ist wohl nicht objektiv zu bewerten.
19 Siege en suite gegen die absolute Weltklasse wie damals Fischer war aber selbst einem Kasparow unmöglich, das hat er wohl mit "dominance" gemeint.
Seit die Top 100 mit Eröffnungstheorie vollgesaugt sind, ist die Remisbreite eben gewaltig gestiegen. Und Langweiler wie Kramnik werden mit noch langweiligeren Eröffnungen sogar Weltmeister.
Richtig oder falsch ist schwer zu beantworten, wenn es um Fragen der Transliteration geht.
Wirklich richtig ist nur der Originalname "????????".
Viele Transliterationen sind hier möglich; würde man nach dem gehen, was in der Slawistik üblich ist und daher (im Westen) als wissenschaftlich angesehen wird (auch über diese Auffassung lässt sich Zweifeln), müsste es eigentlich sogar heißen: Spasskij
Letztendlich würde ich behaupten: Es ist ein Streit um des Kaisers Bart; man sollte hier nicht zu kleinlich über divergierende Schreibweisen urteilen.
Sonst könnten wir auch noch über Garri Kasparov, Garry Kasparov, Garri Kasparow, Garry Kasparow, Garri Kasparoff, Garry Kasparoff oder eventuell doch Garik Weinstein diskutieren...
dass nur in Wissenschaft, Fachschrifttum und Bibliothekswesen russische Buchstaben transliteriert werden, sonst aber (z.B. in Zeitungen, nichtfachlichem Schrifttum, schöngeistiger Literatur) die Wiedergabe russischer Buchstaben durch Transkription erfolgt.
Die alleinrichtige Transkription ins Deutsche lautet also SPASSKI, obschon die Transliteration Spasskij stimmt. Nur gilt für so einen Standard-Artikel halt die Transkription.
Erstens sind Sie der Oberschlaumeier nicht ich, da lediglich Sie zu wissen glauben, was richtig und falsch ist. Ich halte das ohnehin -um mich zu wiederholen- für einen Streit um des Kaisers Bart und würde für größere Toleranz plädieren.
Denn ich könnte genausogut fragen: Warum sollte z.B. Transkription richtiger sein als Transliteration?
Weil diese für Menschen konstruiert wurde, die zu faul sind, um Texte schriftgetreu zu lesen? Weil die meisten Zeitungen es halt so machen? Und weil es praktischer ist?
Wenn man es praktisch und effektiv benötigt: Bei internationalen Pressemeldungen einfach die englische Transkription (Spassky) beizubehalten, ist z.B. auch sehr praktisch, glauben Sie nicht?
Na dann eben nicht.
Ihnen geht es ohnehin nicht ums Diskutieren, da Sie sowieso glauben die einzig wahre und richtige Schreibweise zu kennen. Vermutlich essen Sie absolute Wahrheiten zum Frühstück.
Also sei Ihnen der Spasski vergönnt und mögen alle Spassky und Spasskij-Schreiber ob Ihrer Dummheit 200 Jahre lang in der Hölle schmoren.
da er sich mit "i" und nicht mit "jiri" (jeweils als im Russischen vorletzter Buchstabe) vor dem russischen "i-mit-dem-Punkt"-Endbuchstaben schreibt, der in der Transkription hier entfällt bzw. entfallen kann; in der Transliteration wird besagter russischer Schlussbuchstabe mit j im Deutschen dargestellt.
... hier findet sich ein lesenswerter Nachruf - (mit allen aspekten des "mimofanten"
www.zweitausendeins.de/writersbl... broeckers/
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.