Wien Zentrale für sicheren Flugverkehr

7. Februar 2008, 10:26
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42 Länder greifen auf die europäische Flugsicherungs- datenbank (EAD) zu. Dass alles problemos funktioniert, dafür sorgen maßgeblich zwei österreichische Unternehmen.

Ende Jänner beginnt die "heiße Phase": Dann wird der Rechenzentrumsbetrieb der europäischen Flugsicherungsdatenbank EAD von Kopenhagen komplett ins österreichische IT-"Fort Knox" im Wiener Rennweg umgeschaltet. Hintergrund ist ein Fünfjahresvertrag in "siebenstelliger Höhe" zwischen EAD-Konsortialunternehmer Frequentis und Rechenzentrumsbetreiber T-Systems Austria.

Entwicklung

Das österreichische High-Techunternehmer Frequentis ist für die Entwicklung und die technische Abwicklung der 2003 in Vollbetrieb gegangenen Flugsicherungsdatenbank verantwortlich. Vor kurzem wurde das Projekt von Auftraggeber Eurocontrol, der europäischen Organisation für Flugsicherung, verlängert.

"EAD ist im Grunde einer der ersten Schritte für einen 'Single Sky of Europe'", erläutert Frequentis-CEO Hannes Bardach. Informierte sich bis zur Implentierung des Systems der Kapitän eines Flugzeugs über Besonderheiten auf der Route bei der nationalen Flugsicherung, erhält er nun die Fluginformationen für ganz Europa aus einer Hand.

40.000 Nutzer

42 Länder, darunter auch Kandada, sind mittlerweile an die European Aeronautical Information Services Database (EAD) angeschlossen bzw. in der Migrationsphase. Mehr als 40.000 Enduser auf Flughäfen und bei Airlines greifen laut Bardach darauf zu.

EAD

Für Frequentis ist EAD und die Zusammenarbeit mit T-Systems von strategischer Bedeutung, betont Bardach. "Der Trend bei Fluggesellschaften geht immer mehr in die Entkoppelung von Flugbetrieb und Sicherheitstechnik."

Druck

Der ökonomische Druck auf den Flugverkehr erfordere es, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu optimieren, ohne dabei Aspekte der Sicherheit nur im geringsten zu vernachlässigen.

Datenbank

Eine zentrale Datenbank wie EAD sei kostengünstig, da sie notwendige Fluginformationen unterschiedlicher Formate aus weltweiten Quellen verarbeiten und so die Teilnehmer zeitgleich mit aktuellen aeronautischen Daten versorgen könne. Bardachs unternehmerische Vision ist es, "die ganze Welt mit unserem EAD-System abzudecken."

Frequentis an Börse

Setzte Frequentis 2006 mit rund 700 Mitarbeitern (davon 550 in Wien) rund 116 Mio. Euro um, so ist die Tendenz laut Unternehmenssprecherin Brigitte Gschiegl für das Vorjahr "klar wachsend". Die genauen Zahlen liegen noch nicht vor.

Start

Zum geplanten und dann November 2007 abgesagten Börsengang meinte CEO Bardach: "Wir warten weiter ab. An die Börse sollte man gehen, wenn das Klima gut ist, schließlich ist es nicht unwesentlich, zu welchem Kurs die Aktien begeben werden können." Dem geplanten Börsengang des steirischen Entsorgungsunternehmens Saubermacher will Bardach auf jeden Fall den Vortritt lassen. (Karin Tzschentke / DER STANDARD Printausgabe, 18.01.2008)

  • Artikelbild
    foto: frequentis
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