"Focus" gibt Print-Archiv frei

17. Jänner 2008, 11:07
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Deutsches Nachrichtenmagazin stellt online über 100.000 Artikel kostenlos zur Verfügung

Das Nachrichtenmagazin Focus hat zu seinem 15. Geburtstag sein Online-Archiv freigegeben. Unter focus.de/archiv sind ab sofort alle Artikel, die seit dem 18. Januar 1993 in der Printausgabe des Magazins erschienen sind, für User kostenfrei zugänglich. Insgesamt umfasst das Archiv laut Herausgeber und Gründer Helmut Markwort mehr als 100.000 recherchierte Artikel. Um interessierten Usern trotz dieser großen Zahl an Texten ein gezieltes Recherchieren zu ermöglichen, habe man eine Menge Zeit investiert. Mit Hilfe der eigenen Technikabteilung seien hierfür eigene Recherche-Tools entwickelt worden, die eine Suche nach bestimmten Texten so schnell und einfach wie möglich gestalten sollen.

Geschenk

"Focus dankt seinen Lesern. Wir beschenken sie daher mit dem Kostbarsten, was wir besitzen", erklärt Focus-Herausgeber Markwort in einer Aussendung. Nach 15 Jahren harter journalistischer Arbeit umfasse das Print-Archiv inzwischen mehr als 100.000 einzelne Beiträge, die für User frei recherchierbar seien. "Die Artikel im Archiv entsprechen dabei genau den in der Printausgabe des Magazins veröffentlichten Texten", erläutert Armin Blohmann, Head of Investor & Public Relations der Tomorrow Focus AG, auf Anfrage von pressetext. "Aktuelle Beiträge, die in der Zwischenzeit in Printform im Magazin erscheinen, werden in bestimmten zeitlichen Abständen dem Archiv hinzugefügt", ergänzt Blohmann.

Suche

In Anbetracht der Menge an online archivierten Texten sah man sich in punkto Bedienungsfreundlichkeit einer großen Herausforderung gegenüber. "In die netzgerechte Aufbereitung des Archivs haben wir ein halbes Jahr Arbeit investiert", schildert Focus-Online-Chefredakteur Jochen Wegner. Ziel sei es in diesem Zusammenhang vor allem gewesen, die Suche nach bestimmten Artikeln so effizient wie möglich zu gestalten. "Die Redaktion von Focus Online entwickelt zur Zeit mit Hilfe von Computerwissenschaftlern neue Methoden, um unsere Inhalte für die Nutzer auch intuitiv zu erschließen", so Wegner. Zu diesem Zweck habe die hauseigene Technikabteilung selbst zusätzliche Recherche-Funktionen entwickelt, die in den kommenden Wochen freigeschaltet werden sollen. "Ohne lange Recherchen können die User in Zukunft mit zwei, drei Mausklicks alle wesentlichen Beiträge zum VW-Skandal, zu Elite-Universitäten oder zur Immobilienkrise abrufen", meint Wegner.

Vorbild

Auch "Der Spiegel" hatte bereits im Dezember die kostenlose Nutzung seines Archivs in Kombination mit einem Online-Rechercheportal angekündigt. Das im Frühjahr dieses Jahres startende Portal Spiegel Wissen soll auf Inhalte der Print- und Onlineausgabe des Magazins sowie auf Artikel aus den Bertelsmann-Lexika und -Wörterbüchern zugreifen. Dazu sollen auch Beiträge aus der freien Internetenzyklopädie Wikipedia mit einbezogen werden. (pte)

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