Ein würdiger Solist

Redaktion, 17. Jänner 2008, 10:11
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    foto: pfaffl

    Goldjoch ist kräftig, aber gleichzeitig dank der Frische und mit dezenter Mineralik durchaus elegant.

Veltliner-Leben außerhalb von Weinviertel DAC - Grüner Veltliner Goldjoch 2006 von Roman Pfaffl

Roman Pfaffl ist einer der großen im Weinviertel, in mehrfachem Sinn. Flächenmäßig hat er es auf knapp 60 Hektar gebracht, ein Teil davon liegt in Wien. Im Jahr 1978 hat er den Betrieb bereits von seinem Vater übernommen, eine "gemischte Landwirtschaft", wie es damals üblich war, aber mit etwa einem dreiviertel Hektar Weingarten dabei. weit verbreitet war. In punkto Qualität zählt Roman Pfaffl ebenfalls zu den Großen, der verlässlich seit Jahren ausgezeichnete Weine produziert, die ein breites Stilspektrum repräsentieren. Die Rebsortenpalette ist österreichisch umfassend, wobei Grüner Veltliner den (logischen) Hauptanteil hat, aber auch Riesling, Sauvignon Blanc, Weißburgunder und Chardonnay vertreten sind. Diese Empfehlung hier gilt einem Grünen Veltliner, aber auch Pfaffls Rotweine z.B. Sankt Laurent Altenberg sind weit mehr als nur nette Versuche in einem klassischen Weißweingebiet. Sie genießen auch die spezielle Aufmerksamkeit von Roman Pfaffl junior, der wie der Rest der Familie, Roman Pfaffls Frau Adelheid und seine beiden Töchter Heidi und Elisabeth, eng im Betrieb eingebunden ist.

Goldjoch ist eine südexponierte, sehr warme Lage, was hohe Reife verspricht. Die Lössauflage ist nicht besonders stark und geht im tieferen Untergrund in Sand über. Veltliner auf Löss ist eine Verbindung die würzige, dichte Weine ergibt. Und so zeigt sich auch die Grundcharakteristik des Goldjochs 2006, obwohl er weit von der oft derben Mächtigkeit entfernt ist, die Veltliner von reinen Lössböden haben können, wenn unbedarftere Winzer als Roman Pfaffl Hand anlegen: Goldjoch 2006 ist zwar dicht, aber nicht so wuchtig, dass man darunter begraben wird, mit feiner Würze, die aber nichts mit dem zu tun hat, was man sich unter dem klassischen Veltliner-Pfefferl gern vorstellt. Dazu kommt das reife und runde Aroma von prachtvollen gelben Früchten - gelbe Birnen, Melonen, Ananas, dezente Pfirsicharomen gepaart mit feingliedriger, frischer Säure wie in einer Grapefrucht. Goldjoch ist kräftig, aber gleichzeitig dank der Frische und mit dezenter Mineralik durchaus elegant. Veltliner wie dieser gelten zwar als die Universalisten unter den Speisenbegleiter, aber dieser wäre auch ein würdiger Solist. (Luzia Schrampf)

Grüner Veltliner Goldjoch 2006,
18 € ab Hof
Weingut Pfaffl
Schulgasse 21
A-2100 Stetten
pfaffl.at
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Posting 1 bis 25 von 78
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malayalam
00
22.1.2008, 16:13
Im Briefkasten

heute vorgefunden
Zielpunkt Plus WAHNSINN!
Freitag ist Wahnsinnstag,
nur am 25.01. - 25% auf alle Weine

jumpingjack flash
00
23.1.2008, 11:03

danke für den tipp!

agent ohne namen
10
25.1.2008, 21:52

den gibt´s aber weder bei zielpoint noch bei bülla.

malayalam
00
23.1.2008, 16:16
gerne!

mikromalist
 
00
21.1.2008, 17:21
Lustig der Igel-in-der-Tasche Fraktion zuzulesen.

Das hat sich Pfaffl nicht verdient, dessen GV "Goldjoch" aber auch "Chardonnay" (05) mich wirklich positiv überrascht haben.
Erinnert mich an deutsche Weinfreunde. "Alles über EUR 8 ist Frevel". Gut so. Bleiben mir die Top Rieslinge von Heymann-Löwenstein, Van Volxem, Dönnhoff, Keller,..
Dass sich die Lieblingswinzer der Igel-in-der-Tasche Fraktion meist ihren eigenen Wein nicht leisten können, soll mich auch nicht weiter stören.

jumpingjack flash
01
21.1.2008, 18:10

die müssen soviel verlangen weil es menschen wie wir, sie unbedingt wollen! jeder winzer braucht ein zwei weine mit verhaltensauffälligem namen und extraetikette der viel kostet. damit wird die nachfrage für "besondere tage, weihnachten", für "den schenk ma dem pepionkel zum 60er" befriedigt. es muss diese abstufung geben - für profitester gibt es ja andauernd preis/leistungs ausreisser. aber trotzdem müssen die weine so teuer bleiben. einzige abhilfe wär die teuren nicht zu kaufen - aber das boykottieren sie ja wieder :-)

mikromalist
 
00
21.1.2008, 19:12
Mein Anspruch geht etwas so:

"Lieber Hirtzberger (symbolisch), ich kaufe Deinen Singerriedl um EUR 45 und gebe Dir damit alle Chancen ein kontinuierliches Topprodukt zu machen. Wenn er nicht entspricht, kaufe ich etwas anderes". Ich habe ein jährliches Weinbudget (signifikant grösser, als mein Autobudget) und damit kaufe ich das beste was ich kriegen kann. Manche Tage gibt es keinen Wein, denn "Ich habe einen trinkbaren Wein um EUR 5 gefunden" gibt mir nichts. Lieber 1 Glas "Singerriedl" als 100 Gläser mittelprächtigen RS.
Und jetzt: wie soll ein junger Winzer zum Hirtzberger werden, wenn alle einen Igel in der Tasche haben?
"Weil der GV in der Kellergasse ist ja auch gut!"?

jumpingjack flash
01
22.1.2008, 10:21

ja, wenn alle nur mehr die teuersten weine einiger weniger bekannter marken kaufen würd es keine neuen winzer mehr geben.
also so sind sie indirekt der mit den igeln im hosensack.
ja wie sie richtig bemerkt haben muss wein nich teuer sein - eine kellergasse, ein holzbrett mit einfach gutem essen, ein glas wein, noch ein oder mehrere nette menschen am tisch - da lass ich sofort jeden teuren wein stehen.

mikromalist
 
00
22.1.2008, 14:34
Um Teutates Willen.

Ich bin ja nur 1 Marktsegment!
Ich wollte ja nur die Hochpreiskäufer-sind-blond Behaupter provozieren.

malayalam
00
22.1.2008, 13:47
Danke für Ihre ehrliche und richtige Meinung!

Uncle Meat
00
21.1.2008, 19:35

€ 5 ist vielleicht wirklich hart - zumindest bei den roten. unlängst hab ich aber BF Lentsch um 8,50 verkostet und ich war sehr angetan. der würde um € 25 auch viele abnehmer finden (hoffentlich liest das jetzt der lentsch nicht!).

jumpingjack flash
00
23.1.2008, 19:09

kommt drauf an - wenn der gekauft wird und/oder eine gute bewertung bekommt steigt der preis - kiontinuierlich!

Uncle Meat
01
21.1.2008, 19:11

wie mir einige winzer berichten, werden unbeingt auch teure weine benötigt, um das vertrauen der kunden zu gewinnen. winzern ohne wein über Eur 20,- wird nicht zugetraut, einen guten wein produzieren zu können. ob die teuren weine ihr geld wert sind, ist diesen kunden nicht so wichtig, manche kaufen ohnehin nur den billigen.

doc w
00
21.1.2008, 18:59

ich sehe die preisgestaltung etws differenzierter-pfaffl war und ist einer der bekanntesten weinviertler.nur kamen in den letzten jahren dutzende weinbauern nach,die gleichgute ware produzieren,noch keinen namen haben und dementsprechend günstiger verkaufen.und das gereicht dem endverbraucher zum vorteil,der sich,so wie ich,die mühe macht und oft verkostet.ähnliches erlebt man bei den falstaff-verkostungen,wo der (unbekannte) siegerwein um 12 € zu haben ist,während der 5.plazierte vom umathum oder heinrich 30€ kostet.zum glück für die etablierten weinbauern ist,dass es genug etikettentrinker gibt,die ein glas f.x.pichler verlangen und keinen gv smaragd vom selben weingut.

mikromalist
 
00
22.1.2008, 09:08
Ach ja, die Etikette "Etikettentrinker".

Viele "Umwege" habe ich schon gemacht. Hiedler, Donabaum, Setzer, Proidl, Sattler, Biegler,.... (Platzhalter), die punktuell Wunderbares hervorbringen. Musterbeispiel: Hagn, 97, "Alte Reben". Ein umwerfendes Produkt. Und dann?
So kehrte ich immer wieder zurück zu FX, Hirtz, Knoll, Alz, Gross, Alphart, Hardegg (Viognier)... (manche "verliere" ich, Knoll?, manche gewinne ich, Pfaffl?). In Summe stetig ca 300 Fl Weisse aus AT, dominant SM.
Momentan habe ich deutsche RS "in der Reissn". Ich habe 100 Fl GG v. ca 15 Herstellern gekauft und verkoste wie der Teufel. Und es werden 3-4 übrig bleiben. Heymann-L, Van Volxem, Dönnhof und Keller? Zu Lasten der AT RS.
So hart ist das Winzerleben mit einem Etikettentrinker.

doc w
00
22.1.2008, 17:53

ihnen nehme ich gerne ab,dass sie wein nicht des namens wegen kaufen,sondern der qualität wegen.aber wie sie sagen,es gibt nicht allzu viele,die wiederholend gute serien hinlegen.unter etikettentrinker verstehe ich diejenigen,die keinen jäger,hagen,neumayer oder huber trinken,sondern automatisch auf die stars zurückgreifen.zum teil aus absolutem unverständnis und zum anderen teil als zeichen von finanzieller potenz.ausserdem ist es imposanter,bei f.x. oder knoll gelistet zu sein als bei proidl oder schneider.
und jetzt reisse ich mir (ich werde dabei kurz mikromalistisch andenken)einen gelben muskateller sm vom fx auf.

mikromalist
 
00
22.1.2008, 18:23
Sorry, Neumayer habe ich vergessen.

Weissburgunder und GV (v Stein)!
Finanzielle Potenz zeigen? Wäre da ein Jaguar nicht "besser", als mein Golf?
Ich bin auch nicht gelistet, denn ich kaufe nicht beim Winzer sondern ausschliesslich beim Weinhändler meines Vertrauens; der soll auch was verdienen.
Dagegen möchte ich eben anschreiben. Es ist ein Mythos: teure-Weine Trinker seien nur Status-Symboliker oder Marktschmäh-Geschädigte.
Test: notorische Gspritztentrinker loben bei Blindtests überwiegend den Mouton weit vor einem mittleren Bordeaux.

jumpingjack flash
00
23.1.2008, 11:23

wirklich? ich hab schon öfters die erfahrung gemacht dass manchen meiner gäste der billigere wein besser schmeckt - vor allem die barriqueweine scheiden die geister.

malayalam
00
23.1.2008, 13:14
amerikanische synthese-barriques

from the state of the styrian oak!

mikromalist
 
00
23.1.2008, 11:48
Kann ich nachvollziehen.

Ich bin Terroirist.
Die meisten kalifornische, australische Ch kann ich nicht trinken. So teuer können sie gar nicht sein? :=)

Aber ein zitronig-mineralischer Corton Charlemagne ist schon einen kurzzeitigen Ruin wert.

p.s. mir passt auch der Trend zum Turbo-Alkohol bei manchen SM nicht.

p.s.2 Proben mit deklarierten Weinunkennern habe ich selbst gemacht (privat. Ist lustig).


doc w
10
22.1.2008, 19:22

die wahre sophistication zeigt sich in einem durchschnittsgefährt(wieviele business-class-flüge kann ich mir und meiner familie ermöglichen mit dem differenzbetrag zw. meinem auto und einem jaguar),einer tollen wohnungseinrichtung,einem mont-blanc-pen,einem mac-book und guten wirtshäusern. die grossen schlitten lasse ich denjenigen,die den showfaktor brauchen - und lamborghinis den zuhältern.

mikromalist
 
10
23.1.2008, 09:03
Nichts fürchte ich mehr,

als die Diktatur der Mittelmässigkeit:=)
(was hat ein MacBook mit Showfaktor zu tun? Das ist einfach schlaue Plug&Play Pragmatik. Etwas höhere Anschaffung, weitaus niedrigere "Betriebskosten" (Lernkurven, Sicherheit,..))

mikromalist
 
11
23.1.2008, 11:49
Für Rotbalker gibt es natürlich LapTops von Gericom.

malayalam
00
20.1.2008, 19:53
Sogar Wjatscheslaw Molotow war Mai 1955 lustig

damals im Belvedere nach Grünem Veltliner.
Sauer macht lustig.

Uncle Meat
00
21.1.2008, 12:47

gelacht hat er aber nie, obwohl sicher der figl die zeche übernommen hat!

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