Vom Bild zur Skulptur

24. Jänner 2008, 17:57
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Peter Sandbichler zeigt in der Galerie Grita Insam aktuelle Varianten seiner Arbeit an Regalen und Ablagen

"Archives", "Mould & Cast" und "Monotiling" heißen die Werkgruppen, mit denen sich Peter Sandbichler immer wieder beschäftigt hat. Galerie Insam zeigt aktuelle Ausprägungen seiner inhaltlichen und formalen Transformationen.

Regale spielen bei Peter Sandbichler in mehrerer Hinsicht eine Rolle: Als funktionale Gegenstände der Alltagskultur werden sie einmal in künstlerische Objekte transformiert oder aber auch als jederzeit zugängliche und griffbereite Ablage von Befreiungsideologien verwendet.

Repräsentiert werden diese in seiner aktuellen Ausstellung durch die beiden ermordeten Journalisten Anna Politkowskaja und Hrant Dink sowie den burmesischen Dissidenten Daw Aung San Suu Kyi, deren Porträts der Künstler in die Einlegeböden von handelsüblichen Metallregalen eingehämmert hat.

In der Ausstellung hängen die Gesichter von Hrant Dink und Daw Aung San Suu Kyi als ikonenhafte Bilder an der Wand, während Sandbichler das Porträt von Anna Politkowskaja insofern stärker in den Alltag integriert, als dass er ihr Konterfei in Form eines zusammengebauten Metallregals präsentiert.

Die politische Brisanz der Arbeit ist in diesem Zustand zwar kaum noch zu erkennen, aber dafür stellt die abstrakte Präsentation eine deutliche Verbindung zu den jüngsten Ausformungen von Sandbichlers anderen Werkgruppen her:

Es handelt sich dabei um meist leuchtende konstruierte Module und serielle Formen, mit denen er den Unterschied zwischen Bild und Skulptur, aber auch die Kluft zwischen Kunst und Alltag zu verkleinern versucht. (cb / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.1.2008)

Galerie Grita Insam. 1010 Wien, An der Hülben 3. Bis 23. 2.

Link: www.galeriegritainsam.at

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    foto: galerie grita insam
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