Offene Türen für kreative Cyberschüler

16. Jänner 2008, 08:47
posten

Sicherheitseinrichtungen für Autos, Zeitungen aus Papierschnipseln und Strategiespiele: Die ersten Einsendungen bei Cyberschool nützen den kreativen Freiraum des Internetwettbewerbs geschickt

Wien/Klagenfurt/Dornbirn/Hollabrunn - "Gekommen ist mir diese Idee bei einer langweiligen einstündigen Busfahrt", erzählt Joachim Beck (18) lachend. Diese Langeweile zahlte sich aus: In der Kategorie Classics tritt er mit dem Projekt "ICSS Intelligent Car System" an. Der Projektleiter und sein Team der HTL Mössingerstraße beschäftigen sich mit dem Thema Sicherheit. "Man kann es in vier Punkten erklären: Erstens werden Veränderungen mittels bestimmter Sensoren im Auto wahrgenommen", beschreibt Beck. Der zweite Punkt seien die vorbeugenden Einrichtungen. Hierbei erkennt das Automobil von selbst (durch Lichtschranken, Taster und Ultraschall), wenn es sich nicht mehr im Stillstand befindet. Daraufhin wird eine Benachrichtigung an den Besitzer abgegeben. "Zuletzt wird eine Identifikation des Täters gemacht." Diese erfolgt mit einer eingebauten Kamera, die sofort abknipst. Auf die Frage, wie die Umsetzung aussehen könnte, antwortet Beck: "Es funktioniert, aber es wird nur für die teuren Autos anwendbar sein. Wenn wir es nicht auf den Markt bringen, dann kommt es von jemand anderem, weil es klar die Zukunft ist."

Dieses Engagement spiegelt sich in den bereits eingereichten Projekten von Cyberschool: Mittlerweile stehen 50 Projekte am Start, man hofft die Einreichungen vom letzten Jahr zu toppen. Beim interaktiven Internetwettbewerb sind Schüler jedes Alters gefordert, sich zu beteiligen; je nach Alter und Technikkönnen in den Kategorien Juniors, Classics oder Technics. Einsendeschluss ist der 31. März.

Besondere Leidenschaft zeigt Lilly Maier. Die 15-jährige Schülerin aus der Schule w@alz Wien tritt in der Kategorie Classics an. Ihr EU-gefördertes Projekt ist ein Jugendmagazin namens "Schnipsel", das in Österreich und Deutschland zu lesen ist, berichtet Maier. "Ich wollte unbedingt eine Zeitung herausbringen." Verbündete fand sie dann in Deutschland, "somit wurde die Zeitung länderübergreifend, sie erscheint in einem Intervall von zwei Monaten". Die Schwerpunkte sind Jugendthemen, das Außergewöhnliche ist die Herstellungsweise: "Es wird im Schnipsellayout gemacht, die Seiten werden wie Schnipsel zusammengeklebt und dann eingescannt." Dies würde zwar mehr Zeit in Anspruch nehmen, jedoch "den eigenen Stil" verkörpern.

Interaktives Abenteuer

Nach literarischen Verwirklichungen bietet die Kategorie Classics auch Platz für Brow-sergames. Hier versuchen Martin Keckeis (19) und seine Kollegen der HTL Dornbirn mit dem Strategiespiel Empire King "einmal etwas anderes zu machen", erklärt Keckeis. Man versucht, mit wenigen Hardware-Ressourcen auszukommen, damit das Spiel schneller läuft. Erzählt wird eine interaktive Story, der "Held" ist frei wählbar.

Technisch versiert ist der 18-jährige Markus Steiner der HTL Mössingerstraße. Sein Projekt "HTL Das Spiel" in der Kategorie Technics ermöglicht neuen Schülern das schnellere Einleben in der neuen Schule. "Es wird gezeigt, wo man das Papier holt oder eine Fernbedienung findet", erklärt Steiner. Mit dem eigenen Charakter werden zahlreichen Aufgaben gelöst, welche nie langweilig werden. "Bis jetzt gab es noch kein schlechtes Feedback." (Petra Polak/DER STANDARD Printausgabe, 15. Jänner 2008)

  • Artikelbild
    grafik: standard
Share if you care.