Das deutsche Innenministerium hatte zu den illegal Einreisenden an der deutschen Ostgrenze erklärt, viele von ihnen kämen aus Tschetschenien und hätten vorher bereits in Polen oder Tschechien Asyl beantragt. An manchen deutschen Grenzübergängen gab es seit der Schengen-Erweiterung kurz vor Weihnachten mehr tschetschenische Asylwerber als in den beiden Jahren davor insgesamt.
"Asyl-Lotterie"
"Für viele Tschetschenen hängt der Ausgang der Asyl-Lotterie stark davon ab, in welchem Land sie Schutz suchen", erklärte der Europäische Rat für Flüchtlinge und Exilanten in Brüssel. Die Spanne reiche von einer Anerkennungsquote von null Prozent in der Slowakei bis zu 85 Prozent in Österreich. Auch in Österreich ist die Zahl der Asylwerber aus Tschetschenien, wie berichtet, in den letzten Wochen angestiegen.
Allerdings haben Asylwerber nach der sogenannten Vereinbarung von Dublin dort ihren Asylantrag in der EU zu stellen, wo sie das erste Mal die Union betreten haben. Tschetschenen, die also nicht mit dem Flugzeug nach Österreich einreisen, können demnach in Österreich eigentlich seit der Osterweiterung keine Asylanträge mehr stellen, sagte der Sprecher Frattinis in Brüssel. (Michael Moravec, DER STANDARD Printausgabe, 16.1.2008)
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