"Besser als eine Rauchpause" in der Arbeit

25. Jänner 2008, 17:33
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Mittagsschläfchen, Ru­heräume und Massage­liegen – Welche Entspannungsmög- lichkeiten Unternehmen in Öster­reich ihren Mitarbeitern anbieten

"Entspannungsoase" könnte in manchen österreichischen Unternehmen auf jener Tür stehen, die einmal zu einem Besprechungszimmer geführt hat. In Zeiten von Burnout haben manche Führungskräfte die Notwendigkeit erkannt, ihren Mitarbeitern angenehme Räume für Arbeitspausen zur Verfügung zu stellen. Auch das eine oder andere kurze Mittagsschläfchen ist dort nicht ausgeschlossen.

Ruheraum für Callcenter-Mitarbeiter

Beim Mobilfunkbetreiber One gibt es seit der Eröffnung des Callcenters in Wiener Neustadt 2001 einen Ruheraum. "Er findet großen Anklang und wird immer wieder als etwas Besonderes von den Mitarbeitern wahrgenommen", berichtet Pressesprecherin Petra Jakob. Auf Unternehmensseite erwarte man sich dadurch ausgeglichene, entspannte Mitarbeiter und höhere Konzentration nach der kurzen Auszeit.

"Der Raum wurde als Rückzugsmöglichkeit für Mitarbeiter aus dem durchaus stressigen Callcenter-Alltag eingeführt", so Jakob. Aber der Raum werde auch anderwertig genutzt: auch entspannte Mitarbeitergespräche und Coachings fänden dort statt. Die Ausstattung: vier bequeme Liegesessel mit verstellbarer Rückenlehne und Fußlehne, Tageslichtlampen, eine Musikanlage mit Entspannungs-CDs und Massagematten.

Mittagsschlaf

Auch in der Finanzbrache wird Einiges für die Entspannung der Mitarbeiter getan: "Bei uns wird es die Möglichkeit geben ein Mittagsschläfchen zu halten, aber natürlich nicht während der Arbeitszeit", sagt Robert Daghofer, Vorstandsmitglied der Volksbank Salzburg, der laut eigener Angabe selbst überzeugter Power-Napper ist. Die Mitarbeiter können sich, wann immer es der Terminplan und die Arbeit zulassen, aus dem Zeitzählsystem ausklinken und eine Pause machen.

Im Zuge eines Umbaus hat es sich so ergeben, dass ein Raum mit Liegemöglichkeiten für Mitarbeiter eingerichtet wurde. "Eine Art Energietankstelle, die noch heuer in Betrieb gehen soll", erklärt Daghofer. Der Raum ist aber nur Teil eines ganzen Gesundheitskonzeptes, das medizinische Vorsorge, Sportmöglichkeiten für die Mitarbeiter und auch Wohlbefinden und Ernährung mit einschließt. "Wir sind ja von den Leistungen unserer Mitarbeiter abhängig", so der Direktor.

Massage für die Mitarbeiter

"Sicher und Gesund" heißt ein eigener Arbeitskreis bei der Voestalpine in Linz. Einen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge für alle Arbeiter und Angestellten leisten dort Entspannungsoasen. Für den Angestelltenbetriebsrat Peter Schenk besonders wichtig: "Die Pausen können unter der Arbeitszeit gemacht werden. Außerdem ist das besser als Rauchpausen." Viele Mitarbeiter fühlten sich verspannt, weil sie den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzen, weiß der Betriebsrat.

Ursprünglich hat man in einem der Gebäude drei Räume dafür eingerichtet. In einem steht auch ein Vibrationsgerät, das müde Muskeln wieder aktivieren soll. In den anderen beiden Räumen, die übrigens auch zugesperrt werden können, gibt es Massageliegen mit Kopfhörern und Musik. Außerdem plätschert dort ein Wasserbrunnen und es gibt Lampen und Blumen. "Mir passiert es öfter, dass ich dort kurz eindöse", erzählt der Betriebsrat aus eigener Erfahrung. Nach sehr positivem Feedback der Mitarbeiter habe man bei der Voestalpine inzwischen in allen großen Büro- und Sozialgebäuden ähnliche Räume, auch mit Massagematten, eingerichtet. Bedarf gibt es jedenfalls genug: Am Standort Linz gibt es 10.000 Mitarbeiter. (mat, derStandard.at, 23.1.2008)

  • Eine solche Massageliege gibt es für die Mitarbeiter der Voestalpine.
    foto: voestalpine

    Eine solche Massageliege gibt es für die Mitarbeiter der Voestalpine.

  • Ein weiterer Entspannungsraum für die Voest-Mitarbeiter.
    foto: voestalpine

    Ein weiterer Entspannungsraum für die Voest-Mitarbeiter.

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