Torvalds: "Zwei Prozent von Linux kommen von mir"

22. April 2008, 14:27
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Linux-Gründer im Interview über die Entwicklungen in einem sozialen Netzwerk mit Vertrauensbasis versus Basisdemokratie

Die Linux Foundation hat im neuen Jahr mit einer Podcast-Serie gestartet. In der ersten von mehreren geplanten Podcasts spricht Jim Zemlin, Geschäftsführer der Linux Foundation, mit dem Linux-Initiator Linus Torvalds.

"Linux basiert auf Vertrauen"

Im Podcast spricht Linux-Gründer Linus Torvalds über die neuesten und aktuellen Entwicklungen rund um das freie Betriebssystem. Dabei wurden Themen wie der Linux-Desktop, die GPLv3 und Softwarepatente angesprochen. Die Linux-Entwicklung sei am besten als Ergebnis eines sozialen Netzwerks auf Vertrauensbasis zu verstehen und weniger als eine basisdemokratische Gemeinde einzelner EntwicklerInnen, so Torvalds. Der Linux-Vater sieht seinen eigenen Anteil am Code des Linux-Kernel in seiner aktuellen Form bei etwa 2 Prozent.

Der Linux-Desktop

Zum Linux-Desktop und der Bedeutung von Linux auf den einzelnen Arbeitsplätzen meint Torvalds, dass er Linux von vornherein für den Desktop entwickelt habe. Etwas anderes habe ihn nie wirklich interessiert. Daher mache er sich auch keine Sorgen um Linux auf dem Desktop, da dieser für die meisten Kernel-Entwickler an vorderster Stelle stehe.

GPlv2

Torvalds sagte zudem, dass die GPLv2 weiterhin die Open Source-Lizenz seiner Wahl für den Linux-Kernel bleibe. Unter den derzeitigen Umständen werde man die Entwicklungen von GPLv3 aber weiter beobachten. "Vertrauen ist der Treibstoff, der die Linux-Gemeinde antreibt", so Torvalds, "kommerzielle Anbieter können sich in diesem Bereich nur mit Taten, nicht mit Worten etablieren".

Die "Linux-Community"

Die mystische "Linux-Community" ist laut Torvalds keine große glückliche Open-Source-Familie, sondern ein Entwicklungsprozess vieler unterschiedlicher Gruppen mit verschiedensten Zielen. "Aber am Ende des Tages ist das Einzige was wirklich zählt der aktuelle Code und die Technologie selbst". Torvalds bezeichnet die arbeit an Linux immer noch als Spaß und sieht sich vor allem durch die sozialen Aspekte der Arbeit und die technischen Herausforderungen motiviert.

Zweiter Teil

Der Torvalds-Podcast ist auf zwei Teile aufgeteilt. Teil Zwei soll im Februar folgen, so die Linux Foundation. Mit dieser Podcast-Serie will die Foundation ihre Erkenntnisse, die sie durch den permanenten Kontakt mit diesen Persönlichkeiten hat, der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.(red)

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    Linus Torvalds spricht über die Entwicklungen und Herausforderungen rund um das freie Betriebssystem Linux.

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