Mehr Polizisten gefordert

Redaktion, 14. Jänner 2008 19:04

Teils heftige Reaktionen auf Anstieg der Jugendkriminalität

Linz/St. Pölten/Wien – Die vermehrte Jugendkriminalität löste in der Politik eine Reihe von teils heftigen Reaktionen aus: Die Situation der Jugendlichen verlange nach Lösungen, sagte etwa SPÖ-Kinder- und Jugendsprecherin Laura Rudas. Die Grüne Jugendsprecherin Barbara Zwerschitz kritisierte die Interpretation der Statistik: Die Zahl der Verurteilungen von Jugendlichen sei seit Jahren kontinuierlich zurückgegangen.

Zwerschitz meinte, dass offenbar die Toleranz der Erwachsenen gesunken sei, eine Anzeige werde offenbar als Problemlösungsmittel anerkannt. Wissenschaftliche Studien zu dem Thema gebe es nicht.

Als "untauglich" wurden die bisherigen Präventiv-Maßnahmen von der FPÖ eingestuft. Härtere Strafen seien gefordert, auch Erziehungslager seien überlegenswert. Über 18-jährige ausländische Straftäter müssten abgeschoben werden.

"Traurige Spitze"

In Bundesländern, in denen sich die Zahl der Straftaten allgemein erhöht hat, gab es die meiste Aufregung um die Kriminalitätsstatistik. Oberösterreich liege mit einem Anstieg der Zahl der Straftaten um 7,1 Prozent "weiter an der traurigen Spitze der bevölkerungsreichen Bundesländer", wie es Landeshauptmann-Stellvertreter Erich Haider (SP) ausdrückte.

Die oberösterreichische Polizei leide an Personalmangel und könne deshalb "nicht einmal mehr jedes zweite Delikt klären", sagte Haider. Er fordert 200 zusätzliche Polizisten für das Land Anders interpretierte Landeshauptmann Josef Pühringer (VP) die Zahlen. Da die Aufklärungsrate um 7,7 Prozent gestiegen sei, zähle Oberösterreichs Sicherheitsbilanz zu den besten in Österreich.

Im wahlkämpfenden Niederösterreich, wo sich die Zahl der Straftaten um 2,7 Prozent erhöht hat, meinte VP-Sicherheitssprecher Gerhard Karner, dass die Volkspartei offenbar richtig auf den Fall der Schengengrenze reagiert habe. Erfreulich sei auch, dass 2007 um 1000 Fälle mehr aufgeklärt wurden als 2006. Der Klubobmann der niederösterreichischen Sozialdemokraten, Hannes Weninger, bezeichnete Innenminister Günter Platter (VP) als "Unsicherheitsminister", weil er die Ergebnisse der Kriminalitätsstatistik als "sehr zufriedenstellend" bezeichnet habe. (Gudrun Springer/ DER STANDARD, Printausgabe, 15. Jänner 2008)

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15 Postings
cantanto
05.10.2008 15:58
GENAU!

Mehr Polizisten
und weniger Geld für Schule und Uni
Kultur und Kunst als uncool darstellen
Saufen als cool
Naturwissenschaften und Wirtchaftswissenschaften fördern
Musik abschaffen


Das ist das richtige Rezept um die Gesellschaft weiter in die Abhängigkeit des Staates zu treiben.

pure minua
11.07.2008 16:03
"Die Situation der Jugendlichen verlange nach Lösungen!"

Genau DAS habe ich mir auch gedacht.

Naosan
 
15.01.2008 08:12
JA... mehr Polizei löst das Problem...

so einfach ist das...

Absolut, Realität...

AlBundyFan
 
15.01.2008 10:22
es löst nicht das verbrecherproblem

aber wenn verbrecher davonkommen, weil es zuwenig polizisten gibt damit alle fälle akurrat und zeitintensiv behandelt werden können, dann würde das schon das problem lösen, daß straftäter trotz anzeige davonkommen.

außerdem würde bei mehr polizeipräsenz ein früheres eingreifen bei straftaten möglich sein, was wiederrum dazu führen würde, daß mehr täter ausfindig gemacht werden und auch mehr bestraft werden....

nocomment1
15.01.2008 09:12

- mehr polizei
- mehr überwachungskameras
- mehr profi-hacker für die polizei
- höhere strafen
- mehr gefängnisse
- orwell als pflichtlektüre für angehende juristen:
dann gehts uns allen besser und die bösen jugendlichen stecken wir in nintendo-gesponserte heime damit sie auf keine dummen ideen kommen.
;)

jeff5
15.01.2008 07:35
rudas verlangt lösungen.

sie könnte einen großteil ihres nationalratsgehalt für problemjugendliche stiften. sie hat einen reichen vater und könnte sich durch diese aktion besser in die wirklichen probleme der jugendlichen reinfühlen.

Anaxagoras2
15.01.2008 03:53
Aha

value
 
15.01.2008 02:13

Interessant das wir in Europa mit das höchste Verhältnis von Polizei zu Einwohnern haben, und gleichzeitig eine der schlechtesten Aufklärungsraten.

Sind die Verbrecher in Österreich klüger als wo anders?

der ehrliche Ulli
11.07.2008 19:12
...oder die kieberer noch depperter?

martial
15.01.2008 11:38

Das liegt zum Glück nicht daran das in manchen Ländern das Vertrauen in das System durch Korruption und Unfähigkeit so unterwandert wurde, das die meisten Straftaten gar nicht erst gemeldet werden.
Ohne zu wissen auf welche Statistiken sie sich beziehen wette ich auch mal, dass die in manchen Ländern so erstaunlich gut aussieht weil z.B. Verkehrsdelikte mit einbezogen werden. Laut der deutschen Kriminalstatistik hängen die durchschnittlichen Aufklärungsquoten eigentlich fast nur vom relativen Anteil von Diebstahl an den Gesamtverbrechen ab, da sich insbesondere Taschendiebstahl und Wohnungseinbrüche fast nie klären lassen.

alfaromeo
15.01.2008 08:42

wo haben´s den blödsinn her?

value
 
15.01.2008 08:46

statistik.at, wikipedia.de, google.at

Lesen's den Blödsinn einfach nach.

Tong P
14.01.2008 22:24
Toll,wenn

es Politiker wie Zwerschitz gibt (kann nur bei den Grünen geschehen), die die Schuld bei den Opfern sieht und nicht bei den Tätern. Mehr Polizisten? Da müsste man hinter jeden männlichen Zuwanderer (egal welcher Generation) einen Polizisten stellen.

Superhead
 
14.01.2008 20:40
Höhere Strafen für alle!

Jawohl!
Am besten gleich alle einsperren!

Und daran denken: Wenn wir jetzt die Polizei um 10% aufstocken, dann kann man wirklich JEDES Verbrechen aufklären!
Bis zum letzten Hundstrümmerl auf dem Gehsteig.
Resultat: wieder 10% mehr "Verbrechen" und der Teufelskreis beginnt von vorne.
Dann erhöhen wir natürlich noch den

Wollt ihr vielleicht das?

Superhead
 
14.01.2008 21:18
...

.. Strafrahmen um 25 % und sagen den Richtern, es ordentlich krachen zu lassen nochmal +25%)

Das Resultat: +71,9% höheres Gesamtstrafausmaß.

Wollen wir vielleicht das?

-> Mehr Gefängnisse, mehr Insassen und dementsprechend mehr Rückfällige.

Wenn man das 5- Jahre lang macht und mit einer Rückfallquote von 50% der ehemals Inhaftierten rechnet dann kann diese Entwicklung über Jahrzente hinweg nicht mehr aufgehalten werden kann (Wegen der zusätzlichen Inhaftierten, die ja rückfällig werden können; wegen der zusätzlichen Polizei, die bei jedem ruf der Rechten bereitgestellt wird, usw.)

Seht ihr die Gefahr, die von einer solchen Entwicklung ausgeht?

Der Überwachungsstaat und höhere Strafen sind nicht die Lösung.
Siehe USA.

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