Vier Jahre Haft wegen Wiederbetätigung für Wiener Ex-Bezirksrat

Redaktion, 03. Februar 2008 16:23

Weitere offene bedingte Freiheitsstrafen kommen dazu - Verurteilter erlitt nach Urteilsverkündung Kreislaufzusammenbruch - Sympathisanten beschimpfen Geschworene

Wien - Der frühere, 1994 aus der Partei ausgeschlossene freiheitliche Wiener Bezirksrat Wolfgang F. ist am Montagabend im Wiener Straflandesgericht zum dritten Mal wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung nach dem Paragrafen 3h Verbotsgesetz schuldig gesprochen worden. Ein Schwurgericht verhängte über den 56-Jährigen vier Jahre unbedingte Haft, außerdem wurden zwei "offene" bedingte Freiheitsstrafen aus den vorangegangenen Strafverfahren widerrufen, so dass der Mann bei Rechtskraft des Urteils insgesamt sechs Jahre und fünf Monate zu verbüßen hätte.

Nach der Urteilsverkündung spielten sich im Verhandlungssaal dramatische Szenen ab. Während Richterin Martina Spreitzer-Kropiunik dem Ex-Politiker die Rechtsbelehrung erteilen wollte, sackte dieser zusammen. "Ein Kreislaufzusammenbruch", murmelte der sichtlich gezeichnete Mann, ehe er zu Boden sank.

Bei Eintreffen des Ärzteteams aus der angrenzenden Justizanstalt Wien-Josefstadt hatte sich der 56-Jährige wieder so weit erholt, dass er aufstehen und wenn auch unsicher, so doch auf eigenen Beinen vorzeitig den Saal verlassen konnte. Während die Richterin die Verhandlung zu Ende brachte, wurde Wolfgang F. in die Krankenabteilung des Landesgerichtlichen Gefangenenhauses geführt, wo ihm weitere medizinische Betreuung zu Teil wurde. Dem Vernehmen nach soll es sich um keine massiven oder gar lebensbedrohlichen gesundheitlichen Probleme handeln.

"Das sind ja alles Ausländer"

Einige Sympathisanten des Holocaust-Leugners sorgten noch für ungustiöse "Nebengeräusche", indem sie im Verhandlungssaal über die Geschworenen schimpften ("Die ham ja die Fragen ned verstanden!", "Das sind ja alles Ausländer!") und das Strafausmaß mit teils nicht zitierwürdigen Aussprüchen kommentierten.

Bei einem Strafrahmen von einem bis zu zehn Jahren wertete das Gericht vor allem die einschlägigen Vorstrafen sowie den raschen Rückfall des 56-Jährigen als besonders erschwerend. Knapp ein halbes Jahr, nachdem er vorzeitig bedingt entlassen worden war, hatte er neuerlich E-Mails versandt, in denen er die Gaskammern im Dritten Reich anzweifelte. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Verteidiger Harald Schuster meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an, Staatsanwalt Michael Klackl gab vorerst keine Erklärung ab.

"Appell an alle anständigen Österreicher"

Wolfgang F. hatte im Vorjahr mit einem "Appell an alle anständigen Österreicher" ein Volksbegehren zur Abschaffung des Verbotsgesetzes (VerbotsgG) in die Wege leiten wollen. In dem an mehrere hundert Personen - darunter etliche Nationalratsabgeordnete und Landeshauptleute - gerichteten Schreiben forderte er zur Unterzeichnung einer entsprechenden Unterschriftenliste auf.

In einem Brief an die Bischofskonferenz, der in Kopie auch an Papst Benedikt XVI. ging, wetterte der Mann gegen die "satanische Lüge vom Massenmord". Den Holocaust bezeichnete er als "vorgetäuschte, surreale Gräuel". "Die Juden" hätten die angebliche Existenz von Gaskammern in die Welt gesetzt, um dafür nach Kriegsende "ungerechtfertigte Zahlungen kassieren zu können".

"Absolut nicht schuldig"

In der nunmehrigen Verhandlung hatte sich der frühere Kommunalpolitiker "absolut nicht schuldig" bekannt. Das Schreiben an die Bischofskonferenz sei "vertraulich" und nicht zur Verbreitung gedacht gewesen. Zu weiteren inkriminierten Briefen - etwa an Außenministerin Ursula Plassnik - meinte er, der Staatsanwalt habe "Datenmüll" herangezogen, "um eine Anklage zu konstruieren".

Das Volksbegehren habe er deswegen in die Wege leiten wollen, weil ihn "hochrangige Beamten aus einem Ministerium" um ein Treffen gebeten hatten und er sich ihrer Unterstützung versichert hätte. Aufgrund des Verbotsgesetzes gelte Österreich im arabischen Raum und in islamistischen Staaten als "Hochburg der verlogenen Propaganda". Es sei "nur mehr eine Frage der Zeit, bis es erste Bombenanschläge gibt", versicherte der 56-Jährige. Er habe dies verhindern wollen und die Aufforderung, die entsprechende Unterschriftenliste zu unterschreiben, daher auch "an alle arabischen Botschaften geschickt, damit das nach oben durchdringt".

In Bezug auf den Holocaust behauptete der 56-Jährige in seiner Einvernahme, diesen habe "eine kleine Minderheit bezeugt". Weiters gab er zu Protokoll: "Mit Zyklon B oder Diesel-Abgasen kann man keine Gaskammern betreiben! Das ist physikalisch nicht möglich." (APA)

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Posting 1 bis 25 von 173
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erlich
23.01.2008 18:09
... zur erinnerung ...

20.01.1942 WANNSEEKONFERENZ
20.01.1945 KREMATORIEN UND GASKAMMERN "II und III" IN AUSCHWITZ WERDEN VON DER SS GESPRENGT
26.01.1945 AUSCHWITZ KREMATORIUM UND GASKAMMER "V" (ALS LETZTE) WERDEN VON DER SS GESPRENGT

erlich
19.01.2008 12:10
... inferior ...

Am 27. 1. 1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Noch wenige Tage zuvor wurden über 50.000 Häftlinge auf Todesmärsche in den Westen des Reiches geschickt.
Wie viele Menschen in Auschwitz ermordet wurden, ist unbekannt.
Berechnungen der Gedenkstätte Auschwitz gehen von ca. 1,5 Mio. ermordeter Menschen aus – darunter über 1 Mio. Jüdinnen und Juden, 20.000 Roma und Sinti,
11.700 sowjetische Kriegsgefangene und
83.000 aus politischen und anderen Gründen nach Auschwitz Deportierte.

Empfehlung an Herrn W.F. und „Kameraden“: am
23.1.08 ab 21°° ARTE-Dokumentation!

Und, „wir weinten tränenlos …“
Buch von Gideon Greif (Böhlau-Verlag)!

kurt kren
18.01.2008 15:37
ja so sind's die NAZIbuam,

das eigene Leid gross zelebrieren, das Leid der Anderen einfach leugnen nachdem sie's ihnen zugefügt haben!

Deus Ex Coquina
 
18.01.2008 14:57

Und wieder einer der berühmten Einzelfälle in F-Nähe!

prof. mantak
 
17.01.2008 21:58
Der Pursche war aber nicht hart wie Krupp-Stahl!

Normalerweise sitzt man doch so eine lächerliche Strafe auf der rechten Backe ab.

bogart6
 
16.01.2008 08:24
Bzüglich, Herr Wolfgang F.

Bekomme sehr viele reaktionen................möchte ich folgendes feststellen:Mein Anliegen bestand einzig darin ...Aufzeigen wo die FPÖ tatsächlich steht mehr RECHTS geht nicht mehr.Da ich voriges Jahr selbst bei diesen VEREIN arbeitete weiß ich sehr genau wovon ich spreche.Schaun Wir doch nach Graz,genau so arbeitet die FPÖ und spricht von ..einziger richtiger Heimatpartei , wie NAIV sind Herr und Frau Österreicher um diesen Herrschaften noch immer auf dem Leim zu gehen.

Herr und Frau Österreicher
 
17.01.2008 15:23
Was hab ich damit zu tun (-;

el dus
 
16.01.2008 10:14
Wie naiv waren Sie?

Sie arbeiteten bei diesem abscheulichen Verein? Wurden Sie gezwungen?
Waren Sie ein Fan von irgendjemand?

++ Opus Dei ++
16.01.2008 23:22
Du kannst dich ja gar nicht beruhigen!


Das trifft euch eingefleischten Braunkappen hart, was?

Gruß noch an die anderen, in Mistelbach!

Michael Kolhaas
 
16.01.2008 02:02
Nun lebt der brave Mann also im Hotel...

... wie Gott in Frankreich.

Denn meines Wissens ist es just die blau-orangene Naziszene samt ihrer Krone, welche die angeblich paradisieschen Zustände in Österreichs Gefängnissen immer wieder anprangert.

Seltsam, daß er beim Einchecken an der Rezeption einen Nervenzusammenbruch erlitt. Ein seltener Einzelfall, wie wir aus der Tourismusbranche wissen...

prof. mantak
 
17.01.2008 22:02
Für Entspannung ist auch gesorgt - er muss nur im richtigen Moment die Seife fallen lassen.

;o)

el dus
 
16.01.2008 13:25
Ihr Zynismus machte jeden Endlöser Ehre!

MMVIII
15.01.2008 22:00
Ja, das ist eine harte Nuss ...

wenn ein Nazi sitzen muss :)))))

Christian Eder
15.01.2008 21:43
"el dus"

Sie möchten wohl in diesem Forum den intellektuellen Nazi spielen. Danke! Aber der Beifall ist endenwollend.

bogart6
 
15.01.2008 20:08
Eigenartig,...

Herr Wolfgang F. war vorigen Sommer des öffteren Gast und Redner bei Stammtischen der FPÖ im 8ten Bezirk __Josefsstadt,und verbreitete unter frenetischen aplaus der anwsenden seine ____LEHREN! Eigenartigerweise ist in diesem Bezirk auch der FPÖ-Grande Dr. Peter Fichtenbauer mitglied ;

roter mob
15.01.2008 17:19
wenn man gaskammern..

...mit dieselabgasen und zyklon B rein physikalisch nicht betreiben kann, warum beweist er das nicht, indem er es an sich selbst testet?

el dus
 
15.01.2008 17:44
Hat er schon X - Mal!

Sie sehen, er lebt!

Jürgen Mayer
15.01.2008 16:07
Fragezeichen

Manche Aussagen des friedliebenden bayrischen Ministerpräsidenten halte ich ebenfalls für "nicht zitierwürdig". Weshalb wird aber die Holocaust-Leugnung dieses Mannes hier so ausführlich wiedergegeben?

Marlon62
15.01.2008 18:40
Sinnerfassendes Lesen scheint nicht Ihre Stärke zu sein, daher will ich es für Sie mit ganz einfachen Worten sagen:

Deppert g'red't, was nicht wiederzugeben ist, haben Zuhörer.
Der Bayrische Ministerpräserl hat nicht in Österreich deppert g'red't.
Fröhlich ist wegen der depperten Redereien, die hier zu lesen sind, verdonnert worden, weil er so deppert ist, dass er nicht einmal aus seinen eigenen Fehlern lernt.

Alles klar?

epep
15.01.2008 18:30
gegenfrage: warum nicht?

el dus
 
15.01.2008 14:50
Der Mann hat einen Messias - Komplex

wie soviele andere Dissidenten in anderen Systemen. Er möchte durch sein Opfer die Welt von etwas erlösen. In Rußland hat man richtigerweise diese Menschen psychiatrisch behandeln lassen. In unserem System ziehen wir noch den Gulag vor. Die Psychiatrie - Behandlungsmöglichkeiten in Österreich reichen ja bei weitem nicht einmal für die Behandlung Drogensüchtiger aus.
Es dauert halt, bis auch wir die gesellschaftliche Reife des vergangenen Sowjetsystems erreichen ..........

Marlon62
15.01.2008 18:42
Was??

Wollen Sie sämtliche aktiven Polit-Heinis und -Mizzis von F und BZÖ psychiatrieren lassen? Da wäre die Baumgartner Höhe wahrhaft zu klein dimensioniert, obwohl.....die Idee als solche ist gar nicht mal schlecht.

Pendulin
15.01.2008 14:41
Find ich echt süss!

Mit einem "ein Kreislaufzusammenbruch" soll er zusammengesunken sien, um dann, am Boden liegend und bei vollem Bewusstsein auf die Sanitäter zu warten.
Glück für ihn, haben die ihn nicht mit Dieselabgasen oder Zyklon-B wiederzubeleben versucht!

Marlon62
15.01.2008 18:46
Kreislaufzusammenbruch

Naja, immerhin hat er Erfahrung, was ihm der Häfenalltag so bringt. Das Wissen um seine Zukunft hat ihn wohl ein bisserl "z'samm'prackt". Nur ist er einfach zu blöd, aus seinen Fehlern und den erlebten Folgen zu lernen. Ein typischer Effe eben.

Lord Schaumloeffel
15.01.2008 14:37
ein paar leute haben es ja schon angedeutet

aber ich fühle mich unbehaglich angesichts einer gesetzgebung, die real ausgeübte physische gewalt oder millionenschwere wirtschaftsverbrechen offensichtlich weniger streng sanktioniert als das vergehen, ein politisch verbohrter voll**** zu sein.

wie kann das leugnen eines von anderen begangenen verbrechens härter bestraft werden als viele "aktive" vergehen, die man selbst begeht? das passt irgendwie nciht...

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