20.000 Kilometer am Landweg durch Asien

24. Jänner 2008, 15:44
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Julia und Knut haben Asien vom Boden aus erlebt. Ein Jahr oder 20.000 Kilometer später präsentieren sie auf derStandard.at die Etappen ihrer Reise

"Ende", Hauptstadt der im indonesischen Archipel knapp vor Australien gelegenen Insel Flores, ist programmatischer Zielpunkt einer Reise, die zwei derStandard.at-Leser über 20.000 Kilometer auf dem Landweg quer durch Asien geführt hat. Im Rahmen der hier, im Laufe der nächsten Monate unregelmäßig veröffentlichten Beiträge, wird neben Texten zu den einzelnen bereisten Ländern auch eine Auswahl aus gut 20.000 Fotos gezeigt. Zudem sind eine Vernissage samt Vortrag, sowie ein Buchprojekt in Arbeit.

Am Anfang hatten wir den Traum einer langen Asienreise – ein Traum genährt durch frühere Aufenthalte in der Region, sowie durch eine jahrelange Faszination für Kultur, Geschichte und Gesellschaft Asiens.

foto: knut rakus
Julia und Knut im südchinesischen Meer.

Die Erfahrung früherer Reisen trug auch wesentlich zur Wahl der Fortbewegungsmittel bei. Wir entschieden uns, möglichst auf Flüge zu verzichten. Wer einmal von Delhi nach Bangkok geflogen ist weiß, dass auch beim Übergang zwischen diesen beiden, doch recht nahe gelegenen und in gewisser Weise verwandten Kulturen, eine Art "Kulturschock" nicht von der Hand zu weisen ist. Reist man jedoch am Landweg, so sind Übergänge zwischen Landschaften und Bewohnern, Lebensweisen und Religionen, architektonischen und kulinarischen Ausprägungen fließend. Grenzen, die ansonsten hart und festgefahren sind, verschwimmen.

"Langsames" Erleben, minimale Distanz

Über die Vorteile von Überlandreisen ließe sich lange philosophieren. Es sind aber vor allem das leichtere Erfassen, das tiefere Kennenlernen und die intensivere Auseinandersetzung mit dem so "langsamer" Erlebten, die uns zu dieser Wahl bewogen haben. Auch nach unserer Rückkehr sind wir überzeugt, dass der Anspruch auf klares, detailliertes und realitätsnahes Erleben lediglich dann erfüllt werden kann, wenn es gelingt, die Distanz zu Ländern und Leuten auf ein Minimum zu reduzieren.

Fernweh wecken

Neben dem Aufnehmen und Verarbeiten der vielfältigen Eindrücke war es die tägliche interkulturelle Kommunikation, die den besonderen Reiz dieser Reise ausgemacht hat. Man liest von der "chinesischen Bedrohung" oder vom "Aufbruch Asiens", gar von einem "asiatischen Jahrtausend" ist die Rede. Mit den Berichten, die hier in den nächsten Wochen und Monaten publiziert werden, wollen wir das ferne und oftmals "fremde" Asien allen derStandard.at-LeserInnen ein Stück näher bringen. Über beim Lesen gewecktes Fernweh und etwaige Reisepläne freuen wir uns sehr!

Da eine Reise durch Asien neben dem zeitlichen auch ein räumliches Ende braucht, beschlossen wir ein ebensolches vorab zu suchen. Das Ende unserer Reise fanden wir in "Ende", der Hauptstadt der zur Indonesien gehörenden Insel Flores. Einen passenderen Ort(snamen) hätten wir nicht finden können!

One-way to India

Zu Beginn unserer Reiseplanung nahmen wir uns vor, Asien von "Anfang", also von Istanbul, bis eben "Ende" zu bereisen. Wegen der zu diesem Zeitpunkt (Anfang 2006) eher unsicheren Lage in einigen Ländern der Route (vor allem nach dem Erdbeben in Pakistan und angesichts der offenen Drohgebärden der USA gegenüber dem Iran), entschlossen wir uns, einen One-way Flug zu buchen und vom westlichsten Punkt Indiens "zu starten". Der Titel unseres Berichts lautet also: "Von Indien bis Ende – 20.000 Kilometer am Landweg durch Asien".

foto: knut rakus
Knut in Laos.

Alles begann in Jaisalmer, einer kleinen indischen Stadt inmitten der Wüste Thar, kurz vor der Grenze zu Pakistan. Von diesem westlichsten Punkt ging es über Berg und Tal zuerst nach Nordosten, ehe wir uns nach Süden wandten. Dabei lag der höchste Punkt der Reise immerhin auf über 5.400 Metern Seehöhe am tibetischen Hochplateau. Nach der Überquerung des Himalayas ging es nur noch "bergab", bald schon ersetzten Fähren auf den unendlichen Weiten des Meeres stickige und überfüllte Busse, die sich mühsam enge Bergestraßen hinaufkämpften. Unseren "absoluten Tieftpunkt" erreichten wir übrigens vor der Küste von Borneo, ca. 25 Meter unter dem Meeresspiegel.

Wir laden Sie ein, in den folgenden Wochen die Reise mit uns noch einmal Revue passieren zu lassen und uns durch Asien zu begleiten. Viel Spaß beim Mitreisen! (Knut und Julia)

  • Julia und Knut in Tibet.
    foto: knut rakus

    Julia und Knut in Tibet.

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