Für Gerechtigkeit ist "der Hai" zuständig

14. Jänner 2008, 13:22
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Zwischen Zynismus und Verletzbarkeit: James Woods glänzt in der Anwaltsserie "Shark" - Ab Montag, 21.05 Uhr auf Vox

Mit dem picksüßen Energydrink gleichen Namens hat dieser Mann nichts zu tun: Staatsanwalt Sebastian Stark pflegt seine Plädoyers eher mit herbem Charme zu versehen. Weil er einen Mann vor dem Gericht bewahrt und dieser wenig später seine Frau totschlägt, plagt den bis dahin skrupellosen Promi-Anwalt das schlechte Gewissen. Er wechselt die Seiten und werkt sodann als Staatsanwalt für die Guten.

Wie der Menschenfeind Dr. House tritt der "Hai" Stark im Gericht auf. Vielleicht nicht ganz so kaputt wie House, bringt auch er seine Mitarbeiter mit Zynismus zum Weinen, am Ende hat er trotzdem immer recht. Seine Wahrheit degradiert das amerikanische Rechtssystem endgültig zur unzuverlässigen Größe: "Für Gerechtigkeit ist der liebe Gott zuständig." Mit großkotzigem Gehabe pflegt er seine Siege zu feiern: "Ich bin großartig - aber dennoch bin ich bescheiden!" Privat bringt ihn seine Tochter mit herzensbildender Strenge wieder zurück auf den Boden.

Spike Lee inszenierte

Die Regie in der Pilotfolge übernahm Spike Lee (Malcolm X). James Woods, von Hollywood als ewiger Bösewicht (zum Beispiel The Specialist) abonniert, sammelt in Shark Sympathiepunkte. Virtuos, wie er zwischen Zynismus und Verletzbarkeit mäandert. Möge dieser "Hai" seine Beute, äh Publikum, finden! (Doris Priesching/DER STANDARD; Printausgabe, 14.1.2008)

"Shark", Montag, 21.05 Uhr, Vox
  • Der Spitzname ist Methode: Staatsanwalt Sebastian "Shark" Stark (James Woods), ab Montag auf Vox.
    foto: vox

    Der Spitzname ist Methode: Staatsanwalt Sebastian "Shark" Stark (James Woods), ab Montag auf Vox.

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