"Ausländergewalt" - Ein Wort macht Karriere

Redaktion, 17. Jänner 2008, 09:28

FS-Misik, Teil 6: Zwei Jugendliche haben in der Münchner U-Bahn einen Rentner halb tot­geschlagen, das Problem dahinter wird ethnisiert

Seit zwei Jugendliche, der eine türkischer, der andere griechischer Abstammung, in der Münchner U-Bahn einen Rentner beinahe totgeschlagen haben, ist jetzt wieder viel von der "Ausländergewalt" die Rede. Das ist auch ein Versuch, vor einem sozialen Problem die Augen zu verschließen, indem man es ethnisiert. Zukunftslos und unerwünscht bilden viele Migrantenkinder heute die neue Unterschicht. Unterprivilegiertheit veredelt aber nicht, und Depravierung verroht. Egal ob "Ausländer" oder "Inländer".

Links:

Streetvideo der Balkanaken

Dossier zum Münchner Fall in der "Zeit"

misik.at - der Weblog von Robert Misik

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 221
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Rudolf Brot
12
25.1.2008, 06:28
Die Täter sind die Opfer...

Oder wars umgekehrt?

Wollen die Journalisten, Extrembeispiel Jens Jessen, denn heiliger als der Papst sein? Bringt es etwas immer zu verweisen das die Täter angeblich "chancenlos" augewachsen sind?

Und sind sie denn wirklich chancenlos aufgewachsen?
Wieso sind Asiatische Schüler zB allesamt besser als Arabischstämmige? Unter gleichen Bedingungen wohlgemerkt.

Übrigens, das sind die wirklichen Opfer:
http://www.spiegel.de/politik/d... 55,00.html

Nämlich die Opfer.

Karl Gmeiner
 
10
23.1.2008, 12:16

Moechte noch nachtraeglich folgenden Artikel aus dem Guardian nachreichen: http://www.guardian.co.uk/crime/art... 75,00.html
Die Taeter waren Englaender. Ohne Migrationshintergrund.

Rudolf Brot
12
21.1.2008, 00:21
Es reicht mit dieser Art des Journalismus

Nur weil sich jemand vor ein Bücherregal setzt,
ein paar Deutsche Medien falsch zitiert (der Spiegel
würde sehr wohl die "Kuschelpädagogik" bevorzugen)
und ein paar reflexartige "das sind die Rechten - die haben unrecht" Sprüche loslässt,

heißt es noch lange nicht einen guten BLOG beisammen zu haben!

Der Österreicher ist mit seiner Medienlandschaft echt dazu verdammt auf dem trockenen zu sitzen.

Und da ich mit meinen verbleibenden 305 Zeichen keine Möglichkeit mehr habe mich dem Thema zu widmen, lass ichs lieber.

Daran sollte sich Misik durchaus ein Beispiel nehmen.

Anregen für den nächsten Blog: Die Kamera gar nicht erst aufdrehen. Das Mikrofon könnte man ja aufs WC stellen. Als bessere Alternative zum bisher gesendeten.



True Earl Grey
12
16.1.2008, 07:48
Ausländergewalt ohne Gänsefüßchen

Die von Mislik geforderten Perspektiven gibt es in der
Bundesrepublik und werden auch von vielen Migranten genutzt. Aber wenn sich jemand im Dreck wohlfühlt, wird er dort auch bleiben. Es zeigt von Ignoranz, wenn man in diesem Fall der Gesellschaft die Schuld gibt.

o.O
00
16.1.2008, 16:42

im gegenteil.
es zeigt von ignoranz wenn man allen anderen die schuld gibt nur man selbst ist der heilige....

Chien de Pique
05
16.1.2008, 01:16
So einfach ist die Sache halt leider nicht, wie sich das der kleine Bertl vielleicht vorstellt.

Kulturelle Hintergründe spielen eine Rolle und Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländer
Sehr empfehlenswert und wohl unverdächtig:
http://www.zeit.de/online/20... g?page=all

politisch verfolgt
03
16.1.2008, 13:45
interessant

der schluß, daß zur bewältigung der probleme die ideologischen scheuklappen abgelegt werden müssen, ist richtig, aber leider ein frommer wunsch. bester beweis: dieses forum hier.

afrayspeed
00
16.1.2008, 10:40

danke für den link!
sollte man sich ausdrucken und aufhängen.

Login
416
15.1.2008, 13:59

Ja ja, in die Bildung investieren, wie es die Linken in DE immer sagen, damit löst sich wohl alles?
In DE besteht Schulpflicht. Jeder Schüler, egal woher, hat die Möglichkeit, entsprechende weiterführende Schulen und Unis zu besuchen und etwas aus sich zu machen.
Die Ausländerkinder finden es aber eher "cool", nicht dem Unterricht zu folgen, ihm sogar fernzubleiben und den Lehrkräften freche Antworten zu geben und sich lieber vormittags in der Stadt rumzutreiben und nachmittags am PC sich irgendetwas "reinzuziehen". Fehlt dazu das Geld, rippt man es eben dem Mitschüler ab, oder überfällt mal ein paar Bürger. So nebenbei gibts dann auch ein paar aufs Maul.
Ja ja, in die Bildung müssen wir investieren.
Eher in Abschiebungsgesetze.

Karl Gmeiner
 
33
15.1.2008, 18:58

In D herrscht Schulpflicht, richtig. In Oe auch. Sie werden wahrscheinlich bereits gehoert haben, dass dennoch keine Chancengleichheit herrscht. Zum einen stecken Eltern, die selbst keine Matura haben, ihre Kinder oft in die Hauptschule bevor die Talente der Kinder sich erkennbar ausgepraegt haben (mit 10 kann man noch nicht sagen, ob ein Kind fremdsprachlich, eher mathematisch oder doch praktisch begabt ist), und die ist bildungstechnisch in 90% der Faellen eine Sackgasse. Muesste nicht sein, wenn mehr Foerderlehrer zur Verfuegung stuenden und man zumindest bis 12 wie in Polen oder laenger wie in anderen Laendern einen einheitlichen Lehrplan verfolgt. Aber das kostet Geld und Gemueter wie sie investieren ja lieber in Abschiebungsgesetze.

Ernst Kratochwil
22
15.1.2008, 23:01
Wäre das Problem mit den (meist) sprachunkundigen

Zuwandererkinder in der Hauptschule nicht so völlig ignoriert worden, dann wäre die Hauptschule nicht zu einer Hilfsschule verkommen.
Ja, und dann würde es nichts machen, wenn die Eltern ohne Matura weiter ihre Kinder in die Hauptschule schicken.

Gar nichts würde es mache. Weil die dort vermittelte Bildung würde, so wie in den Jahrzehnten davor, eine gute Basis für eine Facharbeiter- Ausbildung sein.

Aber wegen übertriebener PC hat man tatenlos zugesehen wie die Hauptschule (in Wien) umgebracht wurde.


Die Gesamtschule wird das Problem auch nicht lösen, sondern nur noch verschlimmern.

Karl Gmeiner
 
10
16.1.2008, 15:57

Warum sollte ein einheitlicher Lehrplan bis zum mindestens 12. Lebensjahr und dadurch eine bessere Durchmischung der sozialen Strukturen in den Schulen, eine Ausdehnung der Foerderunterrichte und bessere Betreuung individueller Faehigkeiten und eine Ausdehnung des Prinzips der Leistungsgruppen mitsamt kleinerer Klassen und eine Ausweitung der Nachmittagsbetreuung an Schulen [auch zur Entlastung der Muetter, die dadurch auch in armen Familien besser ins Arbeitsleben einsteigen koennen] (all das beinhaltet der "Einheitsbrei" Gesamtschule) das Problem (welches genau meinen sie hier) verschlimmern?

Ernst Kratochwil
01
21.1.2008, 22:02
Wohin die Reise geht.

http://www.kurier.at/nachricht... 123774.php


oder zumindest gehen wird, wenn wir nicht aufpassen.

Karl Gmeiner
 
11
16.1.2008, 13:56

Das geschah nicht aus political correctness, gerade diejenigen, die sie veraechtlich als political correct bezeichnen warnen seit Jahren, dass um mehr Begleitlehrer, kleinere Klassen und eine Gesamtschule kein Weg herumfuehrt. Dass nichts gemacht wurde liegt an den Rechtspopulisten, die (leider erfolgreich) jeden Cent anprangern, der "fuer Auslaender" ausgegeben wird. Nicht umsonst plakatiert eine bekannte Partei im Grazer Wahlkampf "Erst deutsch, dann Schule". Wie soll man in diesem Klima angemessen auf Erfordernisse reagieren?

Siehe auch den Unsinn des Vorposters, dass das Geld besser in "Abschiebungsgesetze" investiert sei.

Ernst Kratochwil
12
16.1.2008, 21:17
Nur wächst das Geld halt nicht auf den Bäumen und kleinere

Klassen wie Begleitlehrer kosten zusätzliches Geld.

Die Forderung, dass Schüler die Unterrichtssprache beherrschen sollen ist sicher nicht rechtsextremistisch, sondern mehr als berechtigt.

Vor einiger Zeit waren Berichte über die Schulsituation in A, nach der ein hoher Prozentsatz (18% ?) der Pflichtschulabgänger einfache Texte auf Deutsch, nicht lesen und verstehen können.
Darunter sollen vor allem auch Migranten der zweiten Generation sein.
Jetzt zu fordern jemandem der hier geboren wurde, auf Kosten der Gemeinschaft einen Stützlehrer zu finanzieren um die Sprachschwierigkeiten zu kompensieren ist mehr als übertrieben.
Ich glaub auch das würde nichts helfen, weil da der Mangel nicht an der fehlenden Unterstützung liegt.

Karl Gmeiner
 
10
17.1.2008, 15:45

"Besser wäre es auf die Eltern Druck machen dass sie dafür sorgen dass ihre Kinder Deutsch lernen und in der Schule lernen." Jaja. Wir brauchen keine Lehrer und keine Nachmittagsbetreuung, Druck auf die Eltern reicht vollkommen. Dazu jedem einen eigenen Therapeuten (warum? Sind die denn alle gestoert?). Jaja. Viel besser als mit gleichaltrigen in einem ueberschaubaren Rahmen zu lernen.

Meine Meinung - ich glaub nicht, dass das was bringt.

P.S.: Sind Schwarze auch krimineller als Menschen mit einer anderen Hautfarbe? Ich kenne Statistiken aus den USA, in denen das drinnen steht.

PPS: Sind sie dafuer, das Sozialsystem vollstaendig und ersatzlos abzuschaffen? Wird naemlich auch missbraucht.

Ernst Kratochwil
01
17.1.2008, 16:02
Ja, und so haben wir beide unterschiedliche Meinungen

darüber was was bringt bei dem Problem mit Schülern die nicht die Unterrichtssprache beherrschen.


Ich nehme an diese Statistiken die Sie zitieren stimmen auch. Es wird zum Teil auch an der Justiz liegen, aber nicht nur. Inwieweit neben sozialen Umfeld und Diskriminierung noch andere Komponenten massgeblich sind wird wahrscheinlich nicht erforscht werden dürfen.


Natürlich soll das Sozialsystem nicht abgeschafft werden. Im Gegenteil. Nur soll man überall dort wo es Mißbrauch gibt diesen, so weit wie möglich, abstellen.
Es wird ja auch nicht das Asylrecht in Österreich abgeschafft.

Karl Gmeiner
 
10
18.1.2008, 13:50

Sie wollen das Berufungsrecht abschaffen, anders laesst sich - sie nennen es Missbrauch [obwohl in 80% der Faelle der Fall neu aufgerollt wird?], ich habe dafuer keinen Namen - nicht vermeiden. Dann schaffen wir halt in Oe nur den Teil des Sozialsystems ab, der am meisten missbraucht wird. Sagma pauschal die Arbeitslosenunterstuetzung.

Sie wollen Schueler durch "Druck auf Eltern" zum Deutschlernen bringen ohne zu beruecksichtigen, dass sie dafuer irgendwen brauchen, die das koennen. Man nennt Menschen, die Leuten was beibringen auch "Lehrer". Wir haben keine unterschiedlichen Meinungen, sie haben ihre nur nicht zu Ende gedacht. Ueberrascht aber nicht, wenn man als Hauptargument nichts besseres als "ich glaub nicht dass das was bringt" hat.

Ernst Kratochwil
01
18.1.2008, 19:15
Und wozu sind diese (angeblichen) 80% gut, wenn

das Ergebnis, nachdem der Fall neu aufgerollt wurde, wieder das gleiche ist?
Bei der Diskussion über das Asylgericht sind hin und wieder Zahlen aufgetaucht. Diejenigen die nach den Beschwerden bei VwGH u. VfGH Asyl erhielten sind ganz ganz wenige. Beim überwiegenden Teil ca. 98% ging es nur um eine Verlängerung der Aufenthaltsberechtigung.
Wenn jemand 9 Jahre in eine österreichische Schule geht, ist anzunehmen dass er dort Lehrer findet (das für gut 30h p.W.) und wenn der dann noch immer nicht Deutsch kann, ist der Verdacht nahe, dass das an ihm und seinen Erziehungsberechtigten liegt.
Und ich glaube nicht das für den Zusatzlehrer eine gute Investition wären. Noch dazu wenn wir schon Schulbücher schwer finanzieren können.

Karl Gmeiner
 
10
19.1.2008, 16:22

Das Ergebnis ist nicht immer das gleiche, lesen sie sich mal die Horrorgeschichten durch. Da werden traumatisierte vergewaltigte Frauen mit einer zynischen Bemerkung in ihre Heimat zurueckgeschickt! Es geht hier um Menschenleben, auch Asylanten sind Menschen!

Und die 30 Stunden in der Woche in der Schule sind kein Deutschunterricht. Wenn sie sich 9 Jahre in eine chinesische Klasse setzen und keinen speziellen Sprachunterricht bekommen, werden sie dann viel, mittel, wenig oder garnichts lernen?

Ernst Kratochwil
01
19.1.2008, 17:20
Über Asyl zu entscheiden wird sicher nicht leicht sein.

Nicht leicht von der rechtlichen und schon gar nicht von der menschlichen Seite. Nur eine Entscheidung aufgrund formaler Tricks Jahre hinauszögern kann auch nicht das Problem lösen.

Da behaupten Sie selbst Sie würden über das Problem Schule/Integration ernstlich nachdenken und dann kommen solche Meldungen.

Es geht nicht um China und nicht um Chinesisch sondern um A und um Deutsch.
Natürlich würde ich (passabel) D können nach 9 Jahren, wenn das meinen Eltern ein Anliegen wäre. Wenn sie mich dabei unterstützen und motivieren würden und wenn die Lehrer mit dem Problem dass es viele gleiche Fälle wie mich gibt ihren Unterricht gestalten. Das Problem liegt bei der positiven Einstellung und die ist aus vielen Gründen oft nicht vorhanden.

Karl Gmeiner
 
10
19.1.2008, 19:51

Ach so, wir brauchen keine Lehrer, eine positive Einstellung und ein Anliegen der Eltern reicht vollkommen, Lehrer sind nur teuer. Das Geld ist besser in Eurofighter, Politikergehaelter, Korruption und Fussballvereine investiert. Sprache ist nicht Sprache und China ist nicht Oesterreich und den Ausgang eines Asylverfahrens weiss man schon immer vor dessen Ausgang, frei nach Westernart zuerst das Haengen, dann der Prozess.

Ernst Kratochwil
01
20.1.2008, 10:03
Sie bringen immer weniger Argumente und

versuchen dafür immer mehr mit Unterstellungen und unsinnigen Vergleichen vom Thema abzulenken.

*Ach so, wir brauchen keine Lehrer, eine positive Einstellung und ein Anliegen der Eltern reicht vollkommen, Lehrer sind nur teuer.*
Wo hätte ich geschrieben wir bräuchten "keine" Lehrer?
Jedem Kind das 9 Jahr die Schule besucht, hat Lehrer zur Verfügung. Oder? Auch Stützlehrer, nur nicht so viele wie früher und schon gar nicht so viele wie manche Träumer von der Gesellschaft fordern.
Ich weise nur darauf hin, dass auch noch so viele Stützlehrer nichts helfen werden, wenn die Kinder (deren Eltern) die Sprache gar nicht lernen wollen.
Und wenn jemand (bis Alter 40,50) nach 9 Jahren eine Sprache nicht erlernt hat will er einfach nicht.

Karl Gmeiner
 
10
20.1.2008, 15:56

Wieviele Eltern in Oesterreich kennen sie, die nicht wollen, dass ihre Kinder deutsch lernen?

Ernst Kratochwil
01
20.1.2008, 16:34
Ich habe bisher eine Familie kennen gelernt.


Es gibt so viele unterschiedliche Einflüsse, und verschiedene Verhalten in der Gesellschaft, die es alle gibt, ohne dass ich auch nur einen Vertreter dieser Verhaltensweise persönlich kennen gelernt hätte.

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