Sechs Skitage, vier Kollisionen, ein Totalcrash

7. April 2008, 12:17
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Das neue Carvingmaterial erlaubt sogar Anfängern ganz gute Schwünge. Aber der Schein trügt - Mit Grafik

Unter einheimischen Skiamateuren ist klar: Wer ein schönes Skierlebnis haben will, nimmt am besten den ersten Lift - und hört nach zwei, drei Stunden gleich wieder auf. Dann wird's gefährlich. Dann strömt eine Unzahl Schneefans hinauf, gefährdet und Gefahr zugleich. Das neue Carvingmaterial erlaubt sogar Anfängern ganz gute Schwünge. Aber der Schein trügt. Viele verlieren rasch und oft die Kontrolle, sind viel zu schnell unterwegs, die Hänge übervoll. Und die Aggressivität ist groß.

Selbst erlebt um Neujahr in Gastein: An sechs Skitagen von fünf Leuten an- bzw. umgefahren. Ein Rekord. Zweimal waren es Snowboarder. Einer rast mit hoher Geschwindigkeit hinten über die Ski. Ein anderer kommt nach 40 Metern hilflosen Schlitterns Stahlkante auf Schienbeinhöhe daher. Zwei Skifahrer konnten am Hang nicht stoppen.

Der Höhepunkt: Beim Abschwingen vor dem Sessellift mäht einen eine junge Frau von hinten nieder. Volles Karacho. Eine Situation, in der man 5 bis 10 Sekunden "weg" ist, gar nicht weiß, warum man im Schnee liegt. Skilehrer erzählen: Das wird langsam zum Pistennormalfall. (Thomas Mayer, DER STANDARD; Printausgabe, 12./13.1.2008)

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    grafik: der standard
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