Von Muslimen bedrohte Schriftstellerin Nasrin meldet sich aus Exil

Redaktion, 14. Februar 2008 18:44

Erfolgsautorin beschreibt ihr Leben als "langsamen Tod"

Paris - Die von muslimischen Extremisten mit dem Tod bedrohte Erfolgsautorin Taslima Nasrin hat sich voller Verzweiflung aus ihrem geheimen Exilort zu Wort gemeldet. Ihr Leben sei wie ein "langsamer und verzögerter Tod", schrieb die 45-jährige Autorin aus Bangladesch in einem Beitrag für die Pariser Zeitung "Le Monde" (Samstagsausgabe). "Ich bin wie der lebende Tod: betäubt, der Freuden der Existenz und der Erfahrungen beraubt, unfähig, mich aus der klaustrophobischen Enge meines Zimmers hinauszubewegen", schrieb sie weiter.

Nach gewaltsamen Protesten von Muslimen gegen ihre Bücher war Nasrin vergangenen Monat aus dem indischen Kalkutta an einen unbekannten Ort gebracht worden. Sie sei nur noch eine "körperlose Stimme" und verliere fortschreitend all ihre Fähigkeiten, schilderte sie ihr derzeitiges Leben. "Welches Verbrechen habe ich begangen, dass ich mein Leben versteckt verbringen muss, verbannt in den Schatten?" Ihrem Gastland Indien dankte Nasrin in ihrem Text, beklagte aber zugleich, dass der Islamismus dort an Einfluss gewonnen habe. Weder eine Partei noch eine Nichtregierungsorganisation in Indien, sondern nur einzelne Intellektuelle hätten sich für sie stark gemacht. Die indische Regierung hatte Nasrin ihre Hilfe zugesagt, sie aber zugleich vor Äußerungen gewarnt, die "die Gefühle unseres Volkes verletzen könnten".

Die in einer muslimischen Familie geborene Nasrin bezeichnet sich selbst als Atheistin. Nach der Veröffentlichung ihres Romans "Scham", in dem es um das Leben einer hinduistischen Familie geht, die in Bangladesch von Muslims verfolgt wird, sprach ein islamisches Gericht 1994 ein Todesurteil gegen sie aus. Nasrin ging daraufhin ins Exil und verbrachte mehrere Jahre in Europa, bevor sie sich in Indien niederließ. 2004 erhielt sie den UNESCO-Toleranzpreis. Im vergangenen März setzte eine indische Muslim-Gruppe eine Prämie auf die Ermordung Nasrins aus. (APA)

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12 Postings
lisa schwaiger
 
13.01.2008 09:14
arme nasreen

was soll diese herumjammerei!die frau schreibt irgendeinen stuss und kann sich denken,was sie damit bewirkt, und meint jetzt so auf "ja was hab ich denn getan?" entweder ist diese frau bis zum äußersten von der naivität geprägt oder ihr verstand hat währedn dieser äußerung ausgesetzt! worauf ich hinaus will,ist schlicht und einfach die tatsache, dass man die auswirkungen seiner taten bewusst sein sollte, damit es nicht heißt "was hab ich denn getan,dass mich die leute umbringen wollen?". dieses leichtsinnigkeit ist einfach unverständlich,wenn man sich schon in einem land befindet,wo es andere sitten und regeln gibt,und ich kenne diese,habe ich mich daran zu halten!

pepitant
18.01.2008 13:13
Lassen Sie sich nichts aufschwatzen,

es gibt Helden, keine Helden, solche, die gern Helden wären und solche, die gern andere als Helden für sich werkeln lassen.

Hat alles was für sich, am liebsten mag ich die darüber Empörten, dass sie keine Helden geworden sind.

Timagoras
 
13.01.2008 20:19
stimmt.

die geschwister Scholl waren ja auch so leute, die "irgendeinen stuss" zusammengeschrieben haben, und dann nur geerntet haben, was sie gesät hatten.
selber schuld, wenn man solche fehler macht, nicht wahr?

denen hätten Sie auch gesagt:
"dieses leichtsinnigkeit ist einfach unverständlich,wenn man sich schon in einem land befindet,wo es andere sitten und regeln gibt,und ich kenne diese,habe ich mich daran zu halten!"

nicht wahr???




an kog
13.01.2008 11:31

Kurz:

Die depperte ist selbst schuld, wenn sie den Islam in all seinen Auswüchsen nicht genug achtet und drum von aufgebrachten Leuten, die das was sie geschriegen hat eh zum allergrößten Teil nie gelesen haben, erschlagen werden soll.

Nein, das ist nicht meine Meinung. Die Großartigste aller Rdfs zeigt in einem solchen Fall ihr wahres Gesicht und über die muss man sich Gedanken machen und über die üblen Sitten und Regeln in der genannten Weltgegend. Nicht über die Leichtsinnigkeit der Frau die es gewagt hat ihre Meinung zu schreiben.

Jürgen Rembremerding
 
13.01.2008 11:12
Da haben Sie recht!

Und auch der Theo van Gogh hätte bedenken sollen, dass in den Niederlanden längst nicht mehr der engherzige Calvinismus, sondern die Lehre des Propheten gilt, welcher das Wort des allerbarmenden Gottes verkündet hat!

Salam Aleikum, zoin dua i, wenn in wieda vobei kum!

a grünes stricherl
 
13.01.2008 02:48
wie freidlich und tolerant diese religion doch gemeinhin ausgelegt wird ...

an kog
12.01.2008 13:11

Es ist doch immer wieder ganz aufs Neue herzerfrischend, wenn man mal wieder an die real gelebte RdF erinnert wird.

Gut, dass sich die Frau Nasrin getraut nach Hilfe zu rufen, gut, dass man sich hier noch traut den Hilferuf abzudrucken, interessant, dass von Seiten der RdF nie etwas dahingehend zu hören ist, dass es nicht so voll OK ist, wie mit der Frau Nasrin im Namen der RdF umgegangen wird.

Timagoras
 
12.01.2008 13:36
unbedingt lesenswert:

"Maps for Lost Lovers" ("Atlas für verschollene Liebende") von Nadeem Aslam.

mit der wunderschön ornamentalen sprache des orients erzählte geschichte von menschen im widerstreit zwischen freiheit und indoktrinierung, zwischen lebenslust und engstirnigkeit ...

(und gleichzeitig äußerst spannend)



an kog
12.01.2008 13:54

Steht, wenn du es sagst, ab jetzt ganz oben auf der Liste:-)

karl baron
23.01.2008 14:47
da ...

... haben sich über den trümmern ihrer existenz zwei maxerln gefunden.

und da schlendern die beiden hand in hand langsam in den sonnenuntergang ...

Timagoras
 
23.01.2008 18:05
LOL

lieber hand in hand mit einem maxerl in den sonnenuntergang schlendern, als missgünstig-misanthropisch-mieselsüchtig mit dem finger auf andere menschen zeigen .... ;o)

an kog
23.01.2008 15:46



Was Sie so alles zu deuten vermögen verdient Achtung und Respekt. Alle Achtung!

Und die schönen Bilder die Sie wortgewandt zu malen verstehen...

Ich bin zutiefst beeindruckt.

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