Essen mit "guten" Bakterien

11. Jänner 2008, 16:44
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Während Wissenschafter Pro- und Präbiotika noch erforschen, erzielt die Wirtschaft bereits weltweit Milliardenumsätze

Chicago - Nützen sie nichts, schaden sie auch nicht: Ähnlich diesem Motto macht die Wirtschaft weltweit Milliardenumsatz mit pro- bzw. präbiotischen Lebensmitteln. Die Nachfrage nach Nahrung mit "guten" Bakterien, ähnlich denen, die im menschlichen Verdauungstrakt nützliche Arbeit leisten, beziehungsweise mit vermutlich nützlichen Keimen, steigt.

Wenige unabhängige wissenschaftliche Prüfungen

Zwar wurden bisher nur die wenigsten Probiotika einer wissenschaftlichen Prüfung unterzogen -das hält Konsumenten offenbar nicht davon ab, Lebensmittel mit dem angeblich nützlichen Zusatz zu kaufen. Allein in den USA wurden im Jahr 2005 solche Produkte im Wert von 764 Millionen Dollar verkauft. Der Betrag wird laut Marktforschern bis 2010 auf eine Milliarde Dollar steigen.

Immer mehr Produkte

Kamen in den Vereinigten Staaten im Jahr 2005 erst 40 pro- oder präbiotische Produkte auf den Markt, so waren es ein Jahr später schon hundert solcher Artikel, wie Marktforscher Tom Vierhile berichtete. 2007 kamen noch einmal mehr als 140 dazu.

Untersuchungen

Zunehmend beschäftigen sich nun auch Wissenschafter mit der Rolle der Verdauungsbakterien für die Gesundheit der Menschen. Eine kanadische Studie ergab, dass fermentierte Milch mit dem Lactobacillus der Arten acidophilus und casei verhindert, dass Patienten bei der Einnahme von Antibiotika Durchfall bekommen.

Nutzen für Babies und bei Lebererkrankungen

Und ein Hafergetränk mit Bifidobacterium lactis fördert laut einer finnischen Untersuchung die Verdauung von Senioren in Pflegeheimen. Kalifornische Forscher untersuchen, ob die "guten Bakterien" allergische Hautreaktionen bei Babys lindern und israelische Wissenschaftler nehmen den Nutzen der Keime bei Lebererkrankungen unter die Lupe.(AP/APA)

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    foto: standard/cma
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