Fetisch, Nadelspiele, Wolllust

15. Jänner 2008, 17:00
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Glatt und verkehrt, berückend verstrickt, die Kulturtechnik des Strickens erlebt eine Renaissance und wärmt alle Körperteile inklusive Kopf und Schweif

"Da musst du abnehmen und dann zwei rechts und zwei links", - Codes, der weder auf Diäten noch auf politisches Gegeneinander beziehen, sondern altbewährte Sprache des neuen Trends Stricken. In Deutschland ist die neue Masche schon angekommen, die moderne StrickerIn ist weiblich, knapp über 25, sitzt werktags im Loft-Büro, trinkt am Wochenende (selbstgemixte?) Cocktails und macht am Sonntag einen Ausflug mit den Kindern.

Gestrickt wird alles, was man drunter und drüber tragen kann, vom Bikini bis zur klassischen Mütze mit Quaste, AnfängerInnen beginnen am besten mit Schals und versuchen sich dann an Socken, - eine Weimarer Kunststudentin soll sogar Tapeten für die Großstadtwohnung stricken. Gigantische Strickpullis oder dick gefütterte Strickjacken sind zudem auf den aktuellen Laufstegen in Mailand bei Dolce & Gabbana zu sehen.

Sockenrausch und Wolltraum

Auch in Großbritannien ist das Stricken in Kaffeehäusern, Pubs, in Gruppen in Wohnzimmern und sogar in U-Bahn-Treffs das neue Trendhobby. Viele schreiben dem Handarbeiten eine beruhigende, entspannende Wirkung zu. Die immer wieder gleiche Bewegung der Finger hat meditative Wirkung, attestieren auch WissenschaftlerInnen.

Andere sehen den Zeitvertreib Stricken als Gegenbewegung zur Technisierung des Alltags. Am Anfang ist der Faden, am Ende hat man ein Unikat in Händen, selbst erschaffen, am Produktionsprozess vollständig beteiligt. Das ist sicherlich ein weiterer Grund, weshalb Stricken wieder beliebter wird, dazu eine Menge an Websiten als unerschöpfliche Quelle für Gleichgesinnte und Anleitungen.

Und wer es braucht, hat seit einiger Zeit auch Vorbilder auf Leinwand und Mattscheibe, Jessica Parker, Uma Thurman, Julia Roberts, Catherine Zeta-Jones und einige mehr hängen an der Stricknadel während Dreh- oder Babypause.

Mantel, Pullover, Bikini, Pants

Dass Gestricktes im Vergleich zu Geweben sich allen Körperformen anpassen kann, haben sich Strickerinnen im Alter von 26 bis 86 Jahren zu Herzen genommen und zeigen auf der Website www.wolltraum.de, dass man aus Wolle alles machen kann und umhüllen neben Pullovern, Socken, Schals und Minirock eben auch mit Bettwäsche, Hotpants und mit wärmenden Willywarmer in verschiedensten Ausführungen. Bestrickend! (schatz)

  • Dessous zweiteilig aus Mohair, bestehend aus Schnürcorsage, String-Tanga, ab € 79
    pressefoto: copyright wolltraum.de

    Dessous zweiteilig aus Mohair, bestehend aus Schnürcorsage, String-Tanga, ab € 79

  • Willywarmer "Norwegen", ab € 9,95
    pressefoto: copyright wolltraum.de

    Willywarmer "Norwegen", ab € 9,95

  • Handtasche, ab € 35Alle Modelle: Copyright www.wolltraum.de
    pressefoto: copyright wolltraum.de

    Handtasche, ab € 35

    Alle Modelle: Copyright www.wolltraum.de

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