Vorarlberger Käse im Doppelpack: Rupp kauft Alma

14. Februar 2008, 14:31
7 Postings

Zwei Jahrezehnte lang waren sie Rivalen, jetzt übernimmt der Familienbetrieb die Harder Genossenschaft Alma

Hard – Das "beschte Eck vom Käs’" wird größer. Die Vorarlberger Privatkäserei Rupp kauft den regionalen Konkurrenten Alma und dominiert nun den österreichischen Käsemarkt. Der Kaufpreis wird bis zur Generalversammlung am 21. Jänner geheim gehalten. Die Marke Alma bleibe bestehen, alle 102 Alma-Beschäftigten würden übernommen, teilte Josef Rupp bei einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag mit. Rupp wird in den nächsten vier Monaten die Schmelzkäseproduktion von Alma Hard in den neuen Betrieb von Rupp nach Hörbranz verlagern. In den Standort, der in Kürze in Betrieb gehen wird, hatte Rupp 20 Millionen Euro investiert. Die Übernahme von Alma ist für Josef Rupp "eine gute Möglichkeit, den neuen Standort auszulasten und die internationale Marktposition zu stärken". Die Naturkäse-Abpackung von Alma bleibt noch ein weiteres Jahr in Hard.

Die Rupp AG verarbeitete 2006 rund 22.000 Tonnen Käse bei einem Umsatz von 80 Millionen Euro und einer Exportrate von 80 Prozent. Alma kam 2006 auf einen Umsatz von 50 Millionen Euro bei 10.000 Tonnen Käse, exportiert wurden 65 Prozent.

Gescheiterte Käselösung

Der Genossenschaftsbetrieb mit 250 bäuerlichen Mitgliedern kämpft seit Jahren ums Überleben, verweigerte aber den Verkauf. Seit 2001 versuchen Landespolitiker die starre Haltung der Genossenschaftsmitglieder aufzubrechen. Bereits 2003 wähnte man sich einer Vorarlberger Käselösung nahe, scheiterte jedoch an bäuerlicher Sturheit. "Wir haben die letzten 15 Jahre mehr oder weniger nur Verluste geschrieben", begründete Alma-Geschäftsführer Philipp Nachbaur nun den Verkauf. Der zuletzt veröffentlichte Jahresbericht weist einen Bilanzverlust von rund 324.000 Euro auf. "Das Ergebnis zu drehen, ist uns aus eigener Kraft nicht gelungen", sagte Nachbaur. "Wir verkaufen nicht aus Not", beharrt Obmann Reinhard Bechter. Durch die angespannte Situation der Genossenschaft habe sich, so Nachbaur, ein Investitionsrückstau in der Höhe von rund zehn Millionen Euro angehäuft. In den nächsten drei Jahren hätte die Firma aber investieren müssen, um Hygiene- und Umweltstandards zu erfüllen. Die Alma-Genossenschaft will den Verkaufserlös in die Tochterfirma Alpenkäse GmbH investieren. Im Bregenzerwald sollen eine moderne Sennerei und ein Reifekeller entstehen (Investitionsbedarf: 13 Millionen Euro). Vermarkten soll den Alpenkäse dann Rupp. (Jutta Berger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.1.2008)

  • Längst kein Dreikäsehoch mehr: Josef Rupp kauft Alma.
    foto: standard/gmeiner

    Längst kein Dreikäsehoch mehr: Josef Rupp kauft Alma.

Share if you care.