Ex-Chef Kulterer geht nach London

28. Februar 2008, 14:56
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Wolfgang Kulterer star­tet seine neue Karriere als Investment­banker, der Umzug er­folgt "mit Sack und Pferd" und Lebensgefährtin

Wien - Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Kärntner Hypo Alpe Adria-Bank, Wolfgang Kulterer, wird als Investmentbanker nach London gehen und dort seine neue Karriere starten. Gemeinsam mit dem Banker, der auch Profireiter ist, werden auch einige seiner Pferde die Reise über den Ärmelkanal antreten, geht aus Medienberichten hervor. Kulterer urlaubt derzeit in Südamerika und war für die APA für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Gegen Kulterer und andere Vorstände der Kärntner Hypo wurden im Zusammenhang mit den 328 Mio. Euro schweren Swap-Verlusten der Bank Vorerhebungen durchgeführt. Der Vorhabensbericht der Staatsanwaltschaft zu dieser Causa liegt derzeit noch beim Justizministerium.

Kauf eines Anwesens

Laut der Kärntner Tageszeitung "KTZ" hat sich Kulterer (54) in England bereits ein Anwesen gekauft. Mit auf die Reise soll auch seine Lebensgefährtin gehen, die derzeit an der Klagenfurter Uni studiert.

Derzeit manage der ehemalige Staatsmeister im Vielseitigkeitsreiten noch das Projekt Umzug, heißt es. Ein Teil seiner Pferde bleibe auf seinem Hof in Muraunberg bei St. Veit, einige der Tiere aber - darunter sein Spitzenpferd "Splinters of Gold" - sollen bald die Reise über den Ärmelkanal antreten.

Laut der Tageszeitung "Österreich" wird Kulterer in London Geldhäuser und große Private Equity Fonds bei der Expansion in die Region Südosteuropa beraten. Seine acht Military-Pferde im Wert von je 400.000 bis vier Mio. Euro sollen mitübersiedeln.

Sein Zweitjob wird den Banker allerdings auch in Zukunft öfters in die Heimat zurückbringen: Kulterer ist Vorstand der Flick-Privatstiftung.

Kulterer will mit Privatgutachten Anklage verhindern

Kulterer will außerdem mit einem Privatgutachten offenbar eine Anklageerhebung gegen ihn verhindern. Die Justiz ermittelt gegen den Banker im Zusammenhang mit den Swap-Verlusten der Hypo wegen möglicher Bilanzmanipulation, eine Entscheidung über die weitere Vorgangsweise soll im Jänner erfolgen. Kulterers Gutachter Gerhard Altenberger zieht, wie das "Format" in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, die Qualifikation des gerichtlichen Sachverständigen in Zweifel.

Die Zweifel beziehen sich etwa auf die fehlende Qualifikation des Gutachters Fritz Kleiner zur Bewertung der Hypo-Swap-Verluste in der Höhe von 328 Mio. Euro. In der 35 Seiten starken Expertise heißt es etwa: "Neben dem Fachgebiet "Börsewesen, Bankwesen" gibt es (...) insbesondere auch das Fachgebiet 'Derivative Finanzprodukte', für welche der Gerichtsgutachter (Kleiner) nicht eingetragen ist. Das heißt, für die konkrete Fragestellung im Strafverfahren ist der vom Gericht bestellte Sachverständige Kleiner nicht zertifiziert."

Der Gerichtsgutachter wies die Vorwürfe als "absurd und nicht prozessrelevant" zurück, selbstverständlich sei er qualifiziert, so Kleiner. (APA)

  • Wolfgang Kulterer
    foto: standard/christian fischer

    Wolfgang Kulterer

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