Besuch beim Altnazi: "Hafners Paradies"

14. Jänner 2008, 15:29
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Günter Schwaigers lehrreicher Dokumentarfilm über einen in Spanien lebenden Holocaust-Leugner

2005 arbeitete der gebürtige Salzburger Günter Schwaiger an dem Film "Der Mord von Santa Cruz", der sich mit dem Spanischen Bürgerkrieg beschäftigt. Im Zuge der Dreharbeiten entstand die Idee, über deutsche und österreichische Nazis zu recherchieren, die nach Kriegsende 1945 ins faschistische Spanien geflohen waren.

So kam Schwaiger auf den gebürtigen Südtiroler Paul Maria Hafner, einen ehemaligen SS-Obersturmbannführer, der heute 84-jährig in Spanien lebt. Er leugnet den Holocaust, verehrt Hitler und unterhält beste Kontakte zur Neonazi-Szene.

Nach dreizehnmonatiger Arbeit hat der seit längerem in Madrid lebende Schwaiger es geschafft, den alten Mann für seinen Dokumentarfilm "Hafners Paradies" aus der Reserve zu locken. Zum Schluss konfrontiert er Hafner mit dem österreichischen Spanienkämpfer und KZ-Häftling Hans Landauer. Was aus dem Dialog folgt, ist Schweigen, keine Katharsis.

Der ab 11.Jänner in die österreichischen Kinos kommende Film hat am 10. Jänner in Anwesenheit des Regisseurs Premiere in Salzburg, danach Gespräch. (dog / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.1.2008)

Das Kino, Salzburg, (0662) 87 31 00. 19.30

Link: hafnersparadise.com

  • Holocaust-Leugner Paul Maria Hafner
    foto: das kino

    Holocaust-Leugner Paul Maria Hafner

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