Werner Heel Schnellster in Wengen

12. Jänner 2008, 18:15
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Walchhofer, Kröll die schnellsten Österreicher - Abfahrt erst am Sonn­tag, Slalom am Samstag - Speed-Rausch: bis 160 km/h

Wengen - Das zweite Training für den Abfahrts-Klassiker in Wengen hat am Mittwoch mit der überraschenden Bestzeit des Südtirolers Werner Heel geendet. Das bestimmende Thema auf dem Lauberhorn war aber die voraussichtliche Programmänderung. Auf Grund der aktuellen Wetterprognosen soll der Slalom auf Samstag vorverlegt und die Abfahrt auf Sonntag verschoben werden. Die offizielle Entscheidung wurde noch für Mittwochabend erwartet.

Sportlich hatte überraschend Heel das Sagen. "Das ist gut fürs Selbstvertrauen. Aber man darf das keinesfalls überbewerten", meinte der 25-Jährige, der zum ersten Mal in Wengen das Abfahrtsrennen bestreiten wird, bescheiden. "Die Routiniers haben noch große Reserven. Mein Ziel ist es, im Rennen weniger als zwei Sekunden Rückstand zu haben." Heels bestes Weltcup-Ergebnis ist Rang sechs in der Lake-Louise-Abfahrt 2007.

Zufriedener Walchhofer

Hinter Heel landeten Didier Cuche (SUI), Andrej Jerman (SLO) sowie die beiden Österreicher Michael Walchhofer und Klaus Kröll auf den Rängen zwei bis fünf. Walchhofer, der 0,67 Sek. hinter Heel lag, zeigte sich mit seiner Fahrt halbwegs zufrieden: "Ich konnte den Rückstand im Vergleich zum ersten Training halbieren. Oben habe ich es wirklich genial erwischt." Der Salzburger war am Dienstag 1,23 Sek. hinter dem Schnellsten Marco Büchel (LIE) gelegen.

Die Abfahrtsasse dürfen sich in Wengen so richtig dem Speed-Rausch hingeben. Der Hanneggschuss ist nämlich die schnellste gemessene Stelle im Weltcup. Die bisherige Topmarke in diesem Jahr hält Kröll mit knapp 147 km/h vom Dienstag. "Etwas weiter unten sind es sogar bis zu 160 km/h", schätzt Kröll. Für den Steirer ein Genuss. "Für mich ist das keine große Überwindung. Das macht Spaß, so etwas sollte es öfter geben. Der Reiz des Speeds sollte der Abfahrt erhalten bleiben, sonst kann man ja Super-G fahren", so Kröll, der ja auch hobbymäßig Rallyes bestreitet.

U.a. hatte Kröll 2004 in einem Mitsubishi die Dunlop-Pyhrn-Eisenwurzen-Rallye bestritten und den beachtlichen fünften Rang in der Gruppe-N belegt. Auch Hermann Maier, der als 13. 2,37 Sek. Rückstand hatte ("Eigentlich war die Fahrt nicht so schlecht"), findet die Passage "ganz besonders". "Weil es da noch dazu sehr, sehr eng ist. Dadurch ist es wie in einem Tunnel und man fühlt sich noch schneller." Und Walchhofer hat den anfänglichen Respekt bereits abgelegt: "Beim ersten Mal ist es immer wieder eine Überwindung. Aber heute habe ich mich schon sehr wohl gefühlt."

Termintausch zwischen Slalom und Abfahrt

Die Abfahrt findet wegen der schlechten Wetterprognosen nun erst am Sonntag um 13:00 Uhr statt. Der Slalom wird schon am Samstag (9:45/12:30) über die Bühne gehen, die Superkombination bleibt wie geplant am Freitag (10:30/13:30 Uhr).

Auch 2007 hatte es in Wengen einen Tausch gegeben. Einen Tausch, dem schließlich der Slalom zum Opfer gefallen war. Die Super-Kombi war von Freitag auf Sonntag verlegt worden, die Abfahrt fand programmgemäß am Samstag statt.

Die Verschiebung auf Sonntag beschert den Abfahrern einen um einen Tag längeren Aufenthalt in Wengen und eine dementsprechend kürzere Pause bis Kitzbühel. Bereits am Dienstag um 11:30 Uhr steht ja dann das erste Abfahrts-Training auf der Streif auf dem Programm. Dennoch stellten sich die Athleten hinter die Terminänderung. "In diesem Fall ist diese Entscheidung sehr vernünftig. Ein Rennen am Samstag bei unfairen Verhältnissen wäre ein Blödsinn", meinte Abfahrts-Weltcup-Leader Michael Walchhofer.

"Hauptsache die Verpflegung passt"

"Mir ist es egal. Als Abfahrer ist man es ohnehin gewöhnt, mit Verschiebungen zu leben", erklärte Klaus Kröll. Auch Hermann Maier war trotz der Verlängerung des Wengen-Aufenthalts gut gelaunt: "Daheim werde ich zwar immer besonders gut verpflegt, aber hier eigentlich auch. Hauptsache die Verpflegung passt." (APA)

Ergebnisse vom zweiten Training für die alpine Ski-Weltcup-Abfahrt der Herren in Wengen vom Mittwoch:

 1. Werner Heel (ITA)           2:30,89
 2. Didier Cuche (SUI)            +0,22
 3. Andrej Jerman (SLO)            0,53
 4. Michael Walchhofer (AUT)       0,67
 5. Klaus Kröll (AUT)              1,41
 6. Marco Sullivan (USA)           1,53
 7. John Kucera (CAN)              1,66
 8. Manuel Osborne-Paradis (CAN)   1,89
  . Adrien Theaux (FRA)            1,89
10. Andreas Buder (AUT)            2,11
    Weiter:
13. Hermann Maier (AUT             2,37
16. Christoph Gruber (AUT)         2,58
19. Bode Miller (USA)              2,83
27. Georg Streitberger (AUT)       3,36
  . Rainer Schönfelder (AUT        3,36
45. Hannes Reichelt (AUT)          4,75
54. Christoh Dreier (AUT)          5,53
60. Benjamin Raich (AUT)           6,25
73. Romed Baumann (AUT)            10,82
74. Mario Matt (AUT)               11,58
  • Das berühmt-berüchtigte Brüggli-S in Wengen heißt seit Mittwoch offiziell Kernen-S. Die Passage wurde nach dem mittlerweile zurückgetretenen Schweizer Abfahrtsstar Bruno Kernen benannt. Kernen hat in Wengen 2003 die Abfahrt gewonnen, heuer fungiert er als Kamerafahrer fürs Schweizer Fernsehen.

    Das berühmt-berüchtigte Brüggli-S in Wengen heißt seit Mittwoch offiziell Kernen-S. Die Passage wurde nach dem mittlerweile zurückgetretenen Schweizer Abfahrtsstar Bruno Kernen benannt. Kernen hat in Wengen 2003 die Abfahrt gewonnen, heuer fungiert er als Kamerafahrer fürs Schweizer Fernsehen.

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