Rail Cargo plant Anleihe für Ungarn-Akquisition

30. Jänner 2008, 13:50
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Waggonfabrik in Miskolc soll ausgebaut werden

Wien – Die Rail Cargo Austria (RCA), Güterverkehrstochter der ÖBB, denkt ernsthaft daran, eine Anleihe zur Finanzierung des gut 400 Millionen Euro schweren Kaufs des ungarischen Pendants, MAV Cargo, aufzulegen. "Einen Teil der Kaufsumme werden wir aus dem Cashflow aufbringen, einen Teil über Fremdmittel, und darüber hinaus gibt es noch Überlegungen aus der RCA, eine Anleihe aufzulegen", sagte ÖBB-Generaldirektor Martin Huber am Dienstagabend. Auf ein Volumen wollte sich Huber nicht festlegen. Die derzeit volatilen Finanzmärkte jedenfalls würden den Einsatz des Finanzierungsinstruments Anleihe begünstigen. Huber: "Bei volatilen Märkten gehen die Investoren verstärkt in Anleihen." In den kommenden sechs bis acht Wochen soll die Finanzierung fixiert werden, sagte der ÖBB-Chef.

Durch den Anfang des Jahres unterschriebenen Kauf der MAV Cargo, der allerdings noch von den ungarischen Kartellbehörden genehmigt werden muss, mache RCA „einen wichtigen Schritt nach vorn“, sagte Güterverkehrsvorstand Gustav Poschalko. Damit seien die Schienen gelegt für eine weitere Expansion in Zentral- und Südosteuropa, wo das Güterverkehrsaufkommen deutlich stärker wachse als anderswo.

Kaufpreis verteidigt

Poschalko verteidigte die Höhe des Kaufpreises und wies darauf hin, dass mit dem Kauf von MAV Cargo auch eine Waggonfabrik im ostungarischen Miskolc samt dazugehöriger Werkstätte mit übernommen wird. Die Kapazität soll dort durch zusätzliche Investitionen von derzeit 400 auf rund 1000 Wagen pro Jahr gesteigert werden. Die Kosten am Standort Miskolc seien um 30 Prozent niedriger als in Österreich.

Nicht interessiert sei man an der Bahn-Privatisierung in Slowenien, dort müsse zu viel in die Infrastruktur investiert werden. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.01.2008)

  • Gustav Poschalko
    foto: öbb

    Gustav Poschalko

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