Das Haus im Grünen als Ziel

8. Jänner 2008, 15:07
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Re/Max-Immobilien- Index: Mietwohnungen in zentraler Lage bleiben stark nachgefragt, Wohnen im Eigentum am Land wird billiger

Eigentum ist weiter stark nachgefragt, das Haus im Grünen nach wie vor das Ziel vieler Österreicher, was das ideale Wohnen betrifft. In Ballungsräumen ist allerdings weiterhin die Mietwohnung das Maß aller Dinge und wird hier vor allem von 18-30-Jährigen stark gesucht. So lauten die wichtigsten Ergebnisse des Re/Max-Immobilien-Index 1/2008.

Der Österreich-Ableger des weltweit tätigen Makler-Franchisenetzwerks hat seine 320 bundesweit tätigen Makler über die zukünftige Entwicklung des österreichischen Immobilienmarktes befragt. Der Index beschreibt die Erwartungen der Makler in einer Bandbreite von -100 bis +100 Indexpunkten.

Bei der Umfrage habe sich eindeutig gezeigt, "dass sich der Trend zu qualitativ hochwertigen Immobilien auch 2008 und darüber hinaus fortsetzt. Die Qualität der Immobilie wird primär durch die Lage und den Komfort bestimmt", berichtete Anton Nenning, Managing Director von Re/Max Austria. Nenning musste die Pressekonferenz am Dienstag alleine bestreiten, weil Re/Max-Österreich-Chef Alois Reikersdorfer kurzfristig erkrankt war.

Mietwohnungen sind der "Renner"

Absolute "Nachfrage-Renner" sind demnach Mietwohnungen in zentraler Lage (+58 Indexpunkte), Eigentumswohnungen in zentraler Lage (+38) und Penthouses/Lofts/Maisonetten (+33). Ebenso wird von den Immobilienexperten eine stark steigende Nachfrage nach Einfamilienhäusern (+31) und Wohnobjekten in Einzellagen (+26) erwartet.

Kaum noch gefragt sind demnach Garconnieren; "auch Singles wünschen sich mittlerweile getrennte Küche und Wohn-/Schlafzimmer", so Nenning. Bei vierköpfigen Familien seien Wohnungen mit zwei Kinderzimmern bereits Standard.

Landgemeinden werden billiger

Interessenten für Eigentumswohnungen in kleineren Landgemeinden sind zunehmend schwerer zu finden (-17 Indexpunkte), auch der Nachfragerückgang bei typischen Wochenendhäuschen wird sich voraussichtlich fortsetzen (-14), erwarten die Re/Max-Makler. Als Folge werden fallende Preise in diesem Segment erwartet (siehe Grafik).

In den Ballungsräumen ist davon keine Rede: Die Preise für Miet- und Eigentumswohnungen sowie Penthäuser, Lofts und Maisonetten in zentraler Lage dürften weiter stark steigen. "Für Wohnungseigentümer bedeutet das aber auch eine Wertsteigerung ihrer Immobilien", so Nenning.

Bei Wohnobjekten in Einzellage, Baugrundstücken und Einfamilienhäusern lässt "die steigende Nachfrage nach Qualität und guten Lagen die Preise in diesen Immobiliensegmenten kontinuierlich ansteigen. Besonders auffällig ist der Preisanstieg in top City-Lagen", so Nenning.

Bundesländer-Trends

Die Preise in der Wiener Innenstadt sowie in den "besseren" Wohnbezirken (13., 18., 19.) sind in der Vergangenheit gestiegen. Die Nachfrage in diesen Bezirken und der damit verbundene Preisanstieg werden sich weiter fortsetzen. In Niederösterreich gewinnt vor allem der Speckgürtel rund um Wien (v.a. die Bezirke Mödling und Baden).

In der burgenländischen Neusiedlersee-Region sind die Preise in den letzten Jahren aufgrund der Autobahnanbindung und der Ostöffnung gestiegen. Gefragt sind besonders Stadtwohnungen, Reihenhäuser stagnieren eher. Exponierte Grundstücke mit direktem Seeanschluss werden nur selten angeboten, wodurch die Preise dafür steigen.

In Oberösterreich und Salzburg sind vor allem die Ballungsräume rund um die Landeshauptstädte stark gefragt. Zu den beliebtesten Linzer Wohngegenden zählen der Froschberg und der Römerberg. Bei der Stadt Salzburg ist auch in den Randgemeinden das Preisniveau hoch, es fällt erst außerhalb eines Radius von 15 bis 20 Kilometer. Eine beliebte Wohngegend bleibt ferner das Salzkammergut, zunehmend auch von internationalem Publikum gefragt, so Nenning.

In der Steiermark sind die beliebtesten Wohngegenden neben Graz und Umgebung auch die Thermenregion, der Semmering und Stuhleck. Die Stadt Graz ist zum Wohnen nach wie vor sehr beliebt, was steigende Preise nach sich zieht. Hier zählen vor allem die Stadtteile St. Peter, Jakomini, Geidorf und Mariatrost zu den Aufsteigern. Grundstücke verzeichnen in Graz ebenfalls einen leichten Anstieg.

In Kärnten sind die beliebtesten – und teuersten – Wohngegenden nach wie vor Klagenfurt und Umgebung und der Wörthersee, aber auch der Millstätter See und Bad Kleinkirchheim sind im Aufwind.

Im Zentralraum Innsbruck ist eine steigende Bevölkerungsanzahl zu verzeichnen. Frei finanzierte Eigentumswohnungen in schöner Lage kosten um die € 4.000,- pro Quadratmeter. Eine der höchsten Preisdynamiken in ganz Österreich weist zudem Kitzbühel auf, das neben Salzburg zu den teuersten Pflastern in Österreich zählt und wovon auch die umliegenden Gemeinden wie Reith oder Oberndorf profitieren.

In Vorarlberg ist das Preisniveau dem Schweizer Markt sehr angepasst. Das westlichste Bundesland verzeichnet aus diesem Grund im Österreichvergleich deutlich höhere Preise.

"Typische" Re/Max-Immobilien

Nenning berichtete am Dienstag auch über die Beschaffenheit der von Re/Max im Jahr 2007 vermittelten Immobilien. Re/Max hat die Mittelwerte der Größen und Kaufpreise (gesamt und pro m²) der bundesweiten Transaktionen errechnet; demnach beträgt das "typische" Grundstück 793 m² und kostete 66.000 Euro (75 Euro pro m²). Bei den Eigentumswohnungen betragen die Mittelwerte (=die Hälfte darüber, die andere Hälfte darunter) 71 m² bzw. 103.500 Euro (1.489 Euro pro m²), bei den Einfamilienhäusern 122 m² bzw. 165.000 Euro (1.268 Euro/m²).

Mehr Verkaufs-Transaktionen

Re/Max war per Ende 2007 mit insgesamt 87 Büros in allen Bundesländern vertreten, für heuer strebt man die Eröffnung der 100. Franchise-Niederlassung an. Den Angaben vom Dienstag zufolge begleitete Re/Max im Vorjahr 5510 Verkaufs-Transaktion (ohne Mieten), um 10,2 Prozent mehr als 2006. Das Transaktionsvolumen erreichte 591,8 Millionen Euro, was ein Plus von 19,5 Prozent bedeutet habe. Das Netzwerk hat am österreichischen Gesamt-Immobilienmarkt einen Anteil von 3,3 Prozent und am österreichischen Maklermarkt einen Anteil von 10,3 Prozent. (Martin Putschögl, derStandard.at, 8.1.2008)

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Re/Max
  • Anton Nenning, Managing Director von Re/Max Österreich: "Auch Singles wünschen sich mittlerweile getrennte Küche und Wohn-/Schlafzimmer."
    foto: pressefotos.at/niko formanek

    Anton Nenning, Managing Director von Re/Max Österreich: "Auch Singles wünschen sich mittlerweile getrennte Küche und Wohn-/Schlafzimmer."

  • Artikelbild
    grafik: re/max, derstandard.at
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