It's just porn, Mom!

Redaktion, 8. Jänner 2008, 12:39
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    foto: apa/epa/how hwee young

Meinungsfreiheit oder Sexismus? Eine soziologische Analyse übt Kritik an der bisherigen Pornographieforschung

Wie geht die Wissenschaft an das heikle Thema Pornographie heran? Welchen Blickwinkel richtet sie auf ein Thema, das eher hinter vorgehaltener Hand denn öffentlich diskutiert wird? Thomas Muhr fragt in seiner Arbeit nach den Schwerpunkten und Erkenntnissen einer wissenschaftlichen Pornographieforschung. Er stellt sehr übersichtlich dar, welche großen Strömungen dieses Forschungsfeld prägen, welche Fragestellungen behandelt werden und welche Schwächen die verschiedenen Ansätze aufweisen.

Zum Zusammenhang zwischen Gewalt und Pornographie

Die psychologische Wirkungsforschung geht der Frage nach, welche Auswirkungen der Konsum von Pornographie hat. Sie geht von einem Schadensdogma, d.h. der schädlichen Wirkung von Pornographie, aus. In Laborexperimenten werden Versuchsgruppen pornographische Medien präsentiert. Durch Messungen der Körperreaktionen und Befragungen zum sexuellen Empfinden soll nachgewiesen werden, dass Pornographiekonsum zu gesteigerter Gewaltbereitschaft, Brutalisierung des Sexualverhaltens und Trivialisierung von Vergewaltigung führt. Denn Menschen vergleichen das Dargestellte mit ihrem eigenen Sexualleben und klassifizieren das Gesehene als Standard, nach dem sie ihr eigenes Verhalten ausrichten. Vergleiche der Ergebnisse mit Kriminalstatistiken sollen diese Beweisführung untermauern. Frauen empfänden Dominierung, Degradierung und Misshandlung als lustvoll. Durch den Konsum pornographischer Medien würde Männern suggeriert, dass Frauen sich Sexualität nicht anders wünschen. Ein "Nein" bedeutet eigentlich ein "Ja". Die Frau muss zu ihrem Glück gezwungen werden.

Werden die Ergebnisse in den Anfängen der Pornographieforschung in den 60er-Jahren noch zögerlich präsentiert, verschärft sich in den 80er-Jahren die anti-pornographische Argumentation.

Pornographie: Die Prostitution und Erniedrigung der Frau

Die radikalfeministische Position argumentiert, dass Pornographie frauenverachtend, daher menschenfeindlich, rassistisch und damit ideologische Vergewaltigung und sexistische Verfolgung sei. Die Frau und ihre Sexualität würden vom Mann benutzt, um dessen Herrschaft über das weibliche Geschlecht mittels Gewalt zu sichern. Der Mann neige von Natur aus zu Aggressivität, die er durch seine Sexualität abbauen könne. Geschlechtsverkehr sei ein Akt männlicher Gewalt. Frauen, die Sex aus freien Stücken praktizieren, werden zu Kollaborateurinnen, die helfen, das männliche System zu erhalten. Der Einspruch liberalerer VertreterInnen des Feminismus, die versuchen, Pornographie als Meinungsfreiheit zu definieren, wird als Feigheit abgetan. Lösungen? Echte Emanzipation kann nur durch die Abschaffung des Mannes oder – alternativ – durch den Zölibat erreicht werden.

Hat eine solche Forschung Zukunft?

Der Autor kritisiert beide Ansätze. Die Ideologisierung des Diskurses, das Festhalten am Schadensdogma (trotz gegenteiliger Studienergebnisse) und methodische Defizite lassen starke Kritik an den Thesen der beiden Wissenschaftsfelder aufkommen. Pornographie hat es schon in den Höhlenmalereien unserer Vorfahren gegeben und ist immer im gesellschaftlichen Kontext zu sehen, zeigt die Medienwissenschaft. Anhand soziologischer Theorien folgert Muhr, dass erst die Isolierung und Tabuisierung in unserer Gesellschaft Pornographie zu einem Problemthema macht. Schon Foucault ging von dieser Repressionshypothese aus. Durch Verbote werden Dinge für die einen begehrenswert, für die anderen Mittel zur Machtausübung. Sittlichkeit wird gegen das Sexuelle ausgespielt.

Eine moderne Pornographieforschung müsse sich – so der Autor – differenzierter mit dem pornographischen Material auseinander setzen, die sozialgeschichtliche Entwicklung von Pornographie sowie Erkenntnisse neuerer Forschungen einbeziehen und das methodische Herangehen überdenken.

Thomas Muhrs Arbeit "Probleme der Pornographieforschung" (2006) kann im Volltext nachgelesen werden.

Der Autor
Thomas Muhr (Jg. 1979; Mag.rer.soc.oec) studierte von 1999 bis 2006 Soziologie an der Universität Wien. Seit 2004 ist er als Fachtutor am Wiener Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft tätig.

Die Rezensentin
Andrea Smioski ist Soziologin und Mitarbeiterin beim Verein textfeld.

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bringiton
02
30.7.2009, 17:17
the internet is made for porn

Arjuna, the beautiful
00
13.4.2008, 10:27
Durch Messungen und Befragungen zum sexuellen Empfinden soll nachgewiesen werden, dass Pornographiekonsum zu gesteigerter Gewaltbereitschaft u. Trivialisierung von Vergewaltigung führt.

Na, das sagt doch eh schon alles.

Wozu dann noch "messen", lieber gleich eine katholische "Fatwa" verkünden und Klonen zur Christenpflicht erheben.

liber23
01
15.2.2008, 23:59
bitte, wer finanziert diesen schwachsinn ?

willkommen im mittelalter...

verdrängte sexuelle erregungen u. phantasien führen oft zu psychischen erkrankungen u. weiters zu gewalt u. verbrechen...

u. anscheinend auch zu sinnlosen studien

presonic
101
pornos sind definitiv nichts für kinder.

und auch sonst ziemlich bescheuert, sexistisch, gewaltverherrlichend und verabscheuungswürdig.

RS69
 
00
15.5.2008, 22:04

Suspekt, welche Art von Pornos Sie offensichtlich konsumieren, wenn SIe so ein Bild davon haben.

presonic
00
17.5.2008, 01:22

na, sehen sie sich mal die handys oder computer von 13-jährigen an.... sie werden erstaunt sein.

star observer
00
16.9.2010, 16:27

sind porno's jetzt ihrer meinung nach an und für mich schlecht oder nur, wenn sie minderjährigen in die hände fallen (letzteres ist ohnehin verboten, nur halt schwer durchsetzbar - wie vieles)?

RS69
 
04
17.5.2008, 10:09

Sie können nicht verhindern, dass Jugendliche Pornographie konsumieren.

Mit dem Zugang "Um Himmels Willen, wie furchtbar" werden's auch nicht schaffen, eine konstruktive Gesprächsbasis mit Ihren Kindern über solche Themen aufzubauen.

fliegendes Bettgestell
03
16.2.2008, 08:23
Wie ist das eigentlich in Entwicklungsländern?

Was machen die Eltern einer Familie mit 10 Kindern, die in einer armseligen Hütte wohnen? Nehmen die sich ein Hotel, um ein 11 Kind zu zeugen? Naheliegender scheint es zu sein, dass die Zeugung dann zu einem Familienfest wird.
Und dass POrn0s schlecht gemacht und gewaltverherrlichend sind, hängt in erster Linie damit zusammen, dass dieses Thema ausschließlich dem halbseidenen Milieu überlassen wird.
An der Darstellung von Secksualitet kann ich nämlich nichts schlechtes erkennen.

presonic
30
16.2.2008, 19:15
sie beschreiben grad den unterschied zwischen porno und erotik

gegen erotik habe ich nichts einzuwenden.

fliegendes Bettgestell
02
16.2.2008, 21:35
Ja!

Die Frage ist nur, welchen Schluss man jetzt daraus zieht. Soll man nun ein Gremium bilden, das entscheidet, was "entartete Er_otik" und was "wahre Er_otik" ist, oder soll man alles lassen, wie es ist?

presonic
40
17.2.2008, 15:08
ein gremium, wie es für den jugendschutz üblich ist, wäre sicher eine lösung.

jumpingjack flash
01
17.2.2008, 12:24

zu presonic - hat einen persönlichen (variablken) erotik/pornobegriff - alles was (für sie) bös ist ist porno, alles was "gut" ist ist erotik.
das ist natürlich völlig abweichend von einem weit verbreiteten pornobegriff wo es bei der definition eher um die art der darstellung geht (waswird gezeigt).

ragna
13
23.1.2008, 11:23
...

watch more porn!

Phryx Sodalis
14
22.1.2008, 22:58

Erwachsene Darsteller können freiwillig entscheiden, ob sie mitwirken, meist mit bester Bezahlung. Sind nicht andere Jobs, oft weit schlechter bezahlt, noch größere Prostitution, etwa Putzfrau oder Kanalarbeiter? Haben jene, die derart wettern, schon einmal harte, körperliche Arbeit verrichtet, um dies vergleichen zu können? Bzw. haben die meisten von uns (inkl. mir) noch nie an einem Porno mitgewirkt, weshalb unsere Meinung hier nur beschränkt aussagekräftig ist. Ich finde sogenannte normale Filme mit schlimmster Gewalt 1000mal bedenklicher. Sollten nicht zuerst diese abgeschafft werden?
Bzw. wenn der Mann laut Artikel seine Aggressivität durch Sexualität abbauen kann, warum wollen Sie diese einfache Möglichkeit durch Pornos beschränken?

presonic
30
ich frage mich gerade

ob sie pornos je gesehen haben.
gewalt und sex ist da meist eng miteinander verknüpft, wenn sie also gewaltfilme schlimm finden, müssten sie pornofilme auch schlimm finden.
einzig erotikfilme (bei denen man auch den geschlechtsakt sehen kann) wären dann zulässig.

für mich wäre ein verbot aller gewalt (v.a. gewaltverherrlichenden) filme wichtig. allerdings. das gesetz gibt es schon. einzig es wird nicht ernstgenommen.

Tom Tommersen
00
20.11.2009, 23:38

klar verbieten ist immer eine lösung. dazu sollten wir unbedingt filme ab 18 aus dem verkauf nehmen und das internet zensieren. willkommen im chinesischen web3.0

liber23
00
16.2.2008, 00:05
na ja, der sexuelle akt an sich ist schon gewalt(ig)

wenn man bedenkt, dass man(N) wo eindringt...

ad pornos: wohl schlechte videos da`wischt :)

jumpingjack flash
13
17.2.2008, 13:18

eindringt? bei mir hat sich immer die frau über mich gestülpt. :-)

presonic
60
16.2.2008, 19:09
es gibt keine guten pornos

wenn ich daran denke, dass sich menschen dazu erniedrigen lassen, ihren körper zu verkaufen, kann ich nichts in der richtung (von prostitution bis porno) gutheissen.

Tom Tommersen
00
20.11.2009, 23:37

es gibt menschen die lieben das. es ist praktisch ihr hobby. kein büro job und einem arsch hinterhertanzen. sein eigener chef sein und das tun das man liebt. perfekt. nur jemand der kein porno guckt kann sowas mittelalterliches posten

jumpingjack flash
11
17.2.2008, 13:00

warum sind sie so auf geschlechtsteile fixiert? nahezu alle arbeitsleistungen beruhen darauf dass "körper" verkauft werden. ihre definition ist ja sowieso falsch weil ja die sklaverei abgeschafft ist, körper also nicht so verkauft wird wie eine zeitung oder eine wurschtsemmel.

presonic
30
17.2.2008, 15:27
ein geschlechtsteil ist halt nun mal kein arm

sonst würden sie wohl im sommer ihr allerwertestes stück frei auf der straße tragen.

und ja, der körper wird von prostituierten verkauft. man könnte auch vermieten sagen. (im holländischen bedeutet hure das sogar)
man kann eine wohnung vermieten, ein auto etc. aber den körper zu vermieten grenzt an sklaverei.

jumpingjack flash
01
17.2.2008, 22:45

ja. sag ich ja - jede dienstleistung, jede arbeit kann als "verkaufen des körpers" angesehen werden.
tatsächlich handelt es sich meist um arbeits/dienstleistungen bei denen nunmal immer körperteile aktiv sind - vom hirn bis zur zehe.
verkauft wird aber (ausser bei echter sklaverei, leibeigenschaft) kein körper sondern eine dienstleistung für eine bestimmte zeit.
warum sie durch so schwammige ungebräuchlich verwirrende aussagen vom kern tiefgründiger diskussionen ablenken wollen versteh ich bis heut nicht.

presonic
50
18.2.2008, 12:24

ich bin schon gespannt, wie sie im sommer rumrennen.... so ärmellos und höschenlos..... hehe.

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