Handytechnik und Konjunktur bestimmen US-Technikmesse CES

16. Jänner 2008, 10:44
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Wachsende Sorgen um die US-Wirtschaft drücken auf die Stimmung

Die Elektrobranche macht sich mit neuen Handys und deren technischen Spielarten auf der US-Technikmesse CES Mut für eine drohende Wirtschaftskrise in den USA. Der zuletzt gebeutelte einheimische Mobiltelefonkonzern Motorola will mit neuen Apparaten dem finnischen Konkurrenten Nokia zuletzt verloren gegangene Marktanteile wieder entwinden. Der US-Konzern präsentierte zwei neue Modelle - eines mit berührungsempfindlichem Bildschirm und ein Videokamera-Telefon.

Preisattacke

Die koreanische Samsung versucht hingegen mit einer Preisattacke gegen den zunehmend übermächtigen Anbieter aus Finnland anzukommen. Die Asiaten erwägen ein Handy, das lediglich 40 bis 50 Dollar (27,2 bis 34,0 Euro) kosten soll. Eine endgültige Entscheidung steht allerdings noch aus. Wer nicht telefonieren und sein Handy rasch zum Schweigen bringen will, dürfte bei Sony Ericssons neuestem Modell richtig sein: Das Z555 verstummt nach einem Wink mit der Hand.

Neben der Technik der Telefonapparate, die inzwischen so gut wie alles empfangen, aufzeichnen und speichern können, rücken auch die Inhalte für die mobilen Mediengeräte in den Vordergrund. Motorola kündigte die Übernahme des asiatischen Musikdienstes Soundbuzz an, um seinen Kunden die neuesten Schlager für ihre Geräte anbieten zu können. Der Internetkonzern Yahoo will nach eigenen Plänen ebenfalls groß im Markt für mobile Information und Unterhaltung mitmischen.

Sorge

Doch drücken bei aller Technikbegeisterung wachsende Sorgen um die US-Wirtschaft auf die Stimmung bei der weltweit stark beachteten Messe für Unterhaltungselektronik, Mobilfunk und Computer. Steigende Arbeitslosenzahlen und die Immobilienkrise zeichnen so manchem Technikmanager die Sorgenfalten ins Gesicht. "Wir müssen beobachten, wie stark sich die Stimmung abkühlt", erklärte Sharp-Electronics-Chef Toshihiko Fujimoto. "Wir könnten nicht sagen, dass das Geschäft besonders gut läuft." Seine Kollegen üben sich unterdessen in Zweckoptimismus. Nach Auffassung des LG-Managers Allan Jason ist die Branche ein Stück weit "rezessionsfest". Die Verbraucher würden meist zuerst bei Reisen sparen. "Wenn die Leute mehr Zeit zu Hause verbringen, führt das manchmal dazu, dass sie dort ihre Unterhaltungselektronik aufrüsten."

Andere sehen sehr wohl schwerere Zeiten auf den US-Sektor zukommen. Doch hoffen auch sie, dass gerade ihre Sparte verschont bleibt. So erwartet Sonys US-Chef Stan Glasgow, dass zuerst Produkte wie teuere Videokameras von einer Wirtschaftskrise betroffen wären - und nicht die riesigen Flachbildschirmfernseher aus seinem Haus. "Handys sind eine Notwendigkeit", zeigt sich Samsungs Muzib Khan krisensicher. Allerdings bekämen die Netzbetreiber schon jetzt eine zunehmende Sparsamkeit ihrer Kunden zu spüren. (APA/Reuters)

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