
Die vom steirischen Gesundheitsreferat in Auftrag gegebene Studie liegt seit Wochen in der Sanitätsdirektion des Landes
Graz/Linz/Wien - Geht es um Maßnahmen gegen Feinstaub, wird in Graz, der "Feinstaub-Hauptstadt" Österreichs, immer wieder auf das Fehlen wissenschaftlicher Daten hingewiesen. Zu wenig wüsste man über konkrete Auswirkungen und die Hauptverursacher von PM10 und den noch kleineren PM2,5-Partikeln.
Erschreckende Zahlen
Nun liegt seit einigen Wochen eine vom steirischen Gesundheitsreferat in Auftrag gegebene Studie in der Sanitätsdirektion des Landes. In der Expertise, die dem Standard teilweise vorliegt, finden sich erschreckende Zahlen über Erkrankungen und Mortalitätsraten in der Bevölkerung, die direkt mit Feinstaub zusammenhängen. Auch der hohe Anteil des Kfz-Verkehrs an der Feinstaubbelastung wird evident - und dass die geltenden Grenzwerte in der EU viel zu hoch seien.
Keine Freigabe der Erkenntnisse
Doch noch wartet der Autor der Studie, Manfred Neuberger vom Institut für Hygiene der Med-Uni Wien, der auch Daten zu Wien und Linz sammelte, auf die Freigabe seiner Erkenntnisse.
Neuberger und sein Team konnten nachweisen, dass es in Wien und Graz schon pro zehn Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (µg/m3) zu einem Anstieg von Todesfällen um etwa 1,5 Prozent kommt. Diese Wirkung ist nach sieben Tagen sogar stärker als am ersten Tag - und zwar schon unter dem Grenzwert von 50 µg/m3. Neuberger: "Aus Sicht der Medizin müsste man die Grenzwerte für PM10 deutlich senken, anstatt einen Kniefall vor der Autolobby zu machen."
Messstellen umzurüsten wäre kein Problem
Für Graz, wo der Grenzwert 2006 an 120 Tagen überschritten wurde (oft sogar um das Dreifache), hieße das, dass es jedes Jahr dutzende vorzeitige Sterbefälle aufgrund von Feinstaub gibt. Dabei wird in Graz ausschließlich PM10 und nicht - wie in Wien - auch der noch feinere PM2,5-Staub gesondert gemessen. Dieser Wert wird in Graz im gröberen PM10-Staub mitgemessen. Die Messstellen in Graz teilweise umzurüsten wäre kein Problem - die Werte wären dann noch alarmierender.
Menschen über 65 besonders betroffen
Besonders betroffen sind laut Neuberger Kinder und Menschen über 65. Dies belegen auch Aufnahmen in Krankenhäusern an Feinstaubtagen. Dass vor allem der Kfz-Verkehr und dabei besonders Dieselfahrzeuge Hauptverursacher sind, steht für Neuberger fest: "Mit den kleinen Rußpartikeln kann der menschliche Organismus nicht fertig werden. Sie gehen direkt ins Blut, ins Herz und in die Leber und beeinflussen auch das Gerinnungssystem."
Auf Anfrage des Standard, ob Gesundheitslandesrat Helmut Hirt (SP) an eine Präsentation der Studie denke, meint ein Sprecher Hirts kurz: "Nein, ist nicht geplant." Zudem sei ja bereits auf die Existenz der Studie hingewiesen worden.
Auch Grüne zögern
Eine Vorgehensweise, die Peter Hagenauer von den steirischen Grünen nicht überrascht - hat seine Partei doch im Landtag mehrmals Anträge eingebracht, wonach Studien verpflichtend publiziert werden müssten. SPÖ und ÖVP stimmten dagegen. Doch auch Hagenauers Parteikollege, der oberösterreichische Umweltlandesrat Rudi Anschober, hat offenbar ein enden wollendes Interesse an neuen Daten zum Feinstaub. Neuberger erzählt, er habe zu Linz "noch genauere Daten". Aber der Umweltlandesrat zögere noch mit einer Beauftragung, so Neuberger. Anschober war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. (cms, cs/ DER STANDARED Printausgabe 6.1.2008)
Bis 2005 hätten bestimmte Grenzwerte von PM10 erreicht werden müssen
Während in Graz Bürgerinitiativen versuchen, Maßnahmen gegen Feinstaub zu erzwingen, macht auch die EU Druck
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Heuer wurden bisher täglich die EU-Grenzwerte für Feinstaub überschritten
Noch weiß man erschreckend wenig über die gesundheitliche Relevanz der Feinstaubbelastung - Der Salzburger Michael Studnicka im derStandard.at-Interview
Wenn ich mir das so durchlese, kann ich mich nur wundern, wie sicher sich manche ihrer immerwährenden Gesundheit sind.
Man vergisst dabei leicht, dass früher die Russflocken fast so gross waren, dass sie nicht in die Nasenlöcher passten.
Was glaubt Ihr, wie weit ein moderner Diesel-PKW (mit Filter) im Durchschnitt fährt, bis er eine Million unsichtbare Mikropartikel emittiert hat?
Etwa so weit: _
1) Feinstaub: Seit wann weiß man, dass besonders dieselfahrzeuge feinstaub erzeugen?
a) 10 jahre b) 20 jahre c) schon viel länger
2) Pensionssystem: Seit wann weiß man, dass die geburtenstarken jahrgänge auch einmal in pension gehen werden?
a) 10 jahre b) 20 jahr c) schon viel länger
3) Tabak: Seit wann weiß man, dass rauchen die lungen schädigt?
a) 10 jahre b) 20 jahre c) schon viel länger
4) Arbeitsplätze: Seit wann weiß man, daß die Zweidrittel-Gesellschaft kommt?
a) 10 jahre b) 20 jahre c) schon viel länger
hat wer noch schöne quiz-fragen?
Ich bin Systemforscher.Detailliertere Daten --> bessere Qualität der Modelle. Ich finde es vermessen, die Messinfrastruktur in Graz nicht nachzurüsten. Für zuverlässigere Prognosen werden langjährige Zeitreihen benötigt.
Selbst Grüne sehen hier keinen Bedarf, genauere Daten zu beschaffen. Daten von Linz sind ja lieb und nett, doch kann man in keinster Weise ein Modell bilden, dass die individuellen Problemherde (Industrie, Heizungen, Verkehrs, typische Wetterlagen, Windstärke und -richtung, etc.) österreichweit
(!) sichtbar macht. Es gibt kein allg. Rezept, nur individuelle Schrauben, an denen lokal gedreht werden kann und muss, um rasch die Belastung zu verringern. Der Kreis zur Forschung ist nicht geschlossen, die Politik einfallslos.
... gehst du gerne mit einer Staubmaske joggen oder einfach nur ins Freie? Hab das in Bangkok gesehen... Es gibt auch schon recht sexy smogmasken...(http://www.bikemania.biz/Breathe_S... emask.htm)
und die Mehrheit ist Kontra Feinstaub
Also, ihr Politiker: neues Thema, die Staubgschicht wollen wir nicht mehr hören.
Irgendwann fürchten sich auch die ängstlichsten Kinder nimmer vorm "schwarzen Mann";-)
Die enorm gestiegenen Lebenserwartungen sprechen dagegen!
Deshalb fordere ich für meine Kinder und mich drastische Maßnahmen gegen die Feinstaubbelastung in Ballungsgebieten!
Hohe Beteiligung der Autobenützer an den ungeheuren Kosten die durch Atemwegserkrankungen anfallen. Wieso geht man nur auf die Tabakkonsumenten los, die Autobenützer gefährden ihre Mitmenschen viel mehr!
;o)
Einmal abgesehen davon, dass das in dieser Verallgemeinerung nicht stimmt. Erkundigen Sie sich doch bei Ihren Eltern oder Großeltern einmal, welche Wracks die Menschen in den 60er Jahren oft schon mit Ende 50 waren. Mitarbeiter z. B. in einer Gußputzerei haben damals normalerweise ihren Pensionsantritt nicht erlebt (und wenn ausnahmsweise einmal doch, sind sie spätestens 1-2 Jahre später verstorben).
Wer behauptet, dass der Zuwachs an Lebenserwartung nicht auch gleichzeitig mit einem riesigen Zuwachs an Lebensqualität (auch im Alter) einhergegangen ist, der lebt wirklich in einer Phantasiewelt.
Bin 57 und habe damit meinen Großvater mütterlicherseits (geb. 1890) um einige Jahre überlebt (alle anderen starben noch früher). Jener Großvater hatte, wie so häufig seinerzeit, schweres Asthma in Folge der damaligen Luftverhältnisse in Wien und Linz, das dann mm. zu Lungenkrebs und in der Folge zu seinem Tod führte. - Heute würden es die üblichen Verdächtigen natürlich darauf zurückführen, dass er gelegentlich auch rauchte, weil so eine simple Erklärung alles einfacher macht. - Leider trage ich schwer an diesem epigenetischen Erbe, besonders derzeit, wie in jedem Winter, der uns in Wien den Irrsinn von Tonnen an Schotter und damit an Staub beschert. Und wie jedes Jahr wird mich erst die Flucht ans Meer bei Triest retten. Aufatmen!
Was die Zukunft bringt, weiß (außer den selbsternannten "Zukunftsforschern";-)) wohl niemand.
Aber wenn Sie sich die ganze Diskussion um "Umweltgifte" so ansehen, schwingt da schon einiges an Hysterie und Unwissenheit mit. Was glauben Sie, welche Feinstaubwerte wir vor 40 Jahren hatten, als viele Wohnungen noch mit Koks beheizt wurden und Dampfloks durch die Gegend sausten?
Und lesen Sie nach, welche Bleiwerte im Blut von Schulkindern noch in den frühen 80er-Jahren nachweisbar waren - heute dank bleifreiem Benzin ein völlig unbekanntes Problem.
Tatsache ist, die Schadstoffbelastung wurde in den letzten Jahrzehnten deutlich - teilweise um mehrere Größenordnungen - verringert. Liest man die Zeitungen, glaubt man aber das Gegenteil.
Vergessen Sie bitte nicht die anderen Belastungen denen wir PERMANENT ausgesetzt sind:
Zum "normalen" Essen gehören heute: Pestizide, gehärtete Fette, Konservierungsmittel, Acrylamide, Schimmel, die durch gentechnische Veränderung zu Aromen werden und andere neue Lebensmitteltechnologien, die nach kurzer Testzeit genehmigt werden (die dann nur durch mehrere wissenschaftliche Studien verboten werden können, hier stellt sich die Frage wer soll sie finanzieren).
Wer kann sich schon nur bio leisten?
In den Kosmetikartikeln+Putzmitteln gibt es auch schöne Giftcocktails.
Lebensmittelskandale, mangelnde bzw. "freundliche" Kontrollen und lächerliche Strafen für unsere Vergifter sowie konstante Umweltverschmutzung tragen nicht zur Gesundheit bei!
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