Therapie - Mit feinem Gerät Löcher flicken

6. Jänner 2008, 19:20
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Erste Hilfe bei Löchern in der Netzhaut ist eine ambulante Laserbehandlung - Endoskopische Operationen sind rasche und schonende Hilfe bei Netzhautablösungen

Erstmals wurden Laser, hochintensive Lichtblitze, in den 1960er-Jahren eingesetzt, heute ist die Laser- oder Photokoagulation Routine. Verwendet werden Xenon- und Argon-Laser. Dabei werden durch gezielte Verödung im nicht abgehobenen Gewebe Narben gesetzt; über diese Anheftungsstellen können sich Netzhaut und versorgendes Epithelgewebe in wenigen Tagen wieder verbinden.

Die Behandlung dauert etwa zehn Minuten. Wird sie sorgfältig durchgeführt, können ungewollte Vernarbungen der Netzhautmitte, die spätere Folgeeingriffe erfordern, verhindert werden.

Pneumatische Retinopexie

Bei einem größerem Loch - wenn der Netzhautrand sich bereits abzuheben beginnt - ist die pneumatische Retinopexie die modernste Operationsart. Bei dieser minimalinvasiven Technik wird über eine dünne Nadel Luft oder biologisches Gas ins Auge transportiert. Die Luft verhält sich wie ein Pflaster, hält das Loch von innen zu, so dass die Netzhaut wieder anwachsen kann.

Plomben auf die Lederhaut

Ebenfalls minimalinvasiv, aber mit einem kurzen Klinikaufenthalt verbunden, ist die Reparatur größerer Ablösungen mit Silikonschaumplomben. Diese Plomben werden von außen auf die Lederhaut aufgenäht, das Loch wird durch die Eindellung von außen her zugedrückt.

Die Vitrektomie

Bei komplexeren Netzhautablösungen muss von innen operiert werden. Die Vitrektomie ist eine mikrochirurgische Operation mit sehr feinen Instrumenten, bei der der Glaskörper entfernt, die Netzhaut wieder angelegt und zur Tamponade Flüssigkeit/Gas oder Silikonöl eingegeben wird. Nach der Operation bleibt man mehrere Tage zur Beobachtung im Krankenhaus.

Innovationen

Die Vitrektomie muss auch durchgeführt werden, wenn es als Spätfolge von Diabetes mellitus zu einer fortgeschrittenen proliferativen diabetischen Retinopathie gekommen ist. Durch Gefäßschädigung kommt es zu einem chronischen Sauerstoffmangel der Netzhaut. Die Folge ist das Wachstum von abnormen, fragilen Gefäßen, aus denen es leicht bluten kann.

Um wiederholte Blutungen, Vernarbungsreaktionen und eine traktive Ablösung der Netzhaut zu verhindern, sollte eine Laserbehandlung durchgeführt werden. Wucherungen im Spätstadium müssen im Rahmen einer Vitrektomie ausgeschnitten werden.

Medikamente im Test

Noch nicht Standard, aber in klinischen Studien getestet, sind Medikamente, die bereits bei der Makuladegeneration eingesetzt werden. Dabei spritzt man Anti-Angiogenese-Medikamente wie Avastin oder Lucentis, die das Gefäßwachstum blockieren, in das Auge.

Untersuchung und Diagnose

Gängige und bewährte Untersuchungsmethode zur Diagnose von Netzhautablösungen ist die Ophthalmoskopie, die Augenspiegelung. In 3-D wird die Netzhaut wie durch eine Lupe betrachtet. Die Optische Kohärenztomografie (OCT) wird neuerdings bei Verdacht auf Erkrankungender Netzhautmitte eingesetzt. Das multifunktionale opti-sche Imaging-System, erzeugt schnelle optische Querschnittsansichten von der Netzhaut mit höchster Auflösung in 3-D. Diese Methode wurde an der Augenklinik des

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