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Awab Alvi: "Zardari ist kein Politiker, sondern ein feudalistischer Landlord, der nur weiß, wie man Kommandos gibt. Sobald er mit den Massen konfrontiert wird, sich um Stimmen bemühen muss, wird er scheitern. Er wurde als Bhuttos Ehemann respektiert, aber als Parteiführer? Das bezweifle ich."
An Bhuttos Mann Asif Ali Zardari, der derzeit die Geschäfte der Volkspartei (PPP - Pakistan Pepole Party) führt, lässt Alvi kein gutes Haar. Er sei korrupt und machtbesessen, die Krise in der Partei sei vorausbestimmt. Alvi bezweifelt sogar, dass Bhutto Zardari in ihrem Testament tatsächlich als einen der Nachfolger bestimmt habe: "Kein Notar hat die Echtheit dieser Zeilen bisher bestätigt."
derStandard.at: Unterstützen Sie die PPP der ermordeten Benazir Bhutto?
Awab Alvi: Nein. Diese Partei war von Anfang an eine feudalistische Partei ohne demokratische Prinzipien. In ihrer Regierungszeit war sie wiederholt tief in Korruptionsfälle verstrickt. Im Großen und Ganzen haben wir, die neue Generation, nie ein anderes Gesicht dieser Partei gesehen. In der "guten alten Zeit" unter Zulfiqar Ali Bhutto (Anm. Vater von Benazir) mag die Partei eine gewisse charismatische Anziehungskraft gehabt haben, aber diese romantischen Tage sind längst vorbei.
derStandard.at: Was halten Sie von der Entscheidung, den 19-jährigen Sohn Bhuttos zum Nachfolger als Parteichef zu nominieren?
Awab Alvi: Bilawal Bhutto wird vielleicht tatsächlich einmal ihr Nachfolger, aber außer einem sympathischen Gesicht hat er kaum etwas zu bieten. Und außerdem ist er erst 19 Jahre alt und die Leute können ihn kaum ernst nehmen. Das Problem dieses Arrangements ist, dass niemand außer Asif Ali Zardari (Ehemann Bhuttos, der während des Studiums des Sohnes die Parteigeschäfte führt) und Bilawal Bhutto das Testament von Bhutto kennt. Keine neutrale Partei, kein Notar hat diese Zeilen bisher tatsächlich gesehen oder deren Echtheit bestätigt. In diesem Testament wurde angeblich ja Asif Ali Zardari als Nachfolger genannt. Und er wollte die Verantwortung an den Sohn weitergeben, weil er genau weiß, dass die PPP-Anhänger einem Bhutto eher folgen.
derStandard.at: Welchen Ruf hat Asif Ali Zardari in Pakstian?
Awab Alvi: Zardari ist als korrupter Mann verschrieen und ich gehe davon aus, dass es über kurz oder lang in der Partei zu einer Spaltung kommt. Es gibt viele verdiente Führungspersönlichkeiten in der PPP, die geeigneter für die Parteiführung wären als dieser korrupte Mann. Man muss sich erstmal vorstellen: da geht man Jahre mit Benazir Bhutto durch Dick und Dünn, baut die Partei mit auf und in dem Moment, in dem es die Früchte zu ernten gilt, spaziert irgendjemand daher und behauptet, der legale Parteiführer zu sein. Noch respektiert die Partei die Wünsche ihrer ermordeten Anführerin, aber lange kann das nicht gut gehen. Zardari ist kein Politiker, sondern ein feudalistischer Landlord, der nur weiß, wie man Kommandos gibt. Sobald er mit den Massen konfrontiert wird, sich um Stimmen bemühen muss, wird er scheitern. Er wurde als Bhuttos Ehemann respektiert, aber als Parteiführer? Das bezweifle ich.
derStandard.at: Wird die PPP die Wahlen gewinnen?
Awab Alvi: Ja, wenn sie stattfinden. Dann wird sie einen Erdrutschsieg feiern, rein auf Grund des Solidarisierungseffekts. Aber ich bezweifle, dass die Wahlen tatsächlich am 18. Februar abgehalten werden. Musharraf könnte noch alle möglichen Ausreden dafür finden, dass er die Wahlen wieder verschieben muss.
derStandard.at: Gesetzt dem Fall, sie finden statt und es kommt zu dem von Ihnen erwähnten Erdrutschsieg. Was steht dem Land dann Ihrer Meinung nach bevor?
Awab Alvi: Ich erwarte, dass die PPP dann, ausgestattet mit einer ordentlichen Anzahl an Sitzen, eine Koalition mit einigen Anti-Musharraf-Parteien eingeht. Das erste, was diese Regierung mit ihrer Zwei-Drittel-Merheit dann machen wird, ist, Musharraf als Präsident abzusetzen. Und - Gnade Gott - so gierig und machtbesessen wie Zardari ist, wird er womöglich versuchen, Präsident zu werden. Das ist nur eine Theorie, aber die wird in den politischen Zirkeln Pakistans durchaus ernst genommen.
derStandard.at: Hat Musharraf vorgehabt, die Wahl zu fälschen, wie Bhutto vor ihrem Tod herausgefunden hat?
Awab Alvi: Musharraf will sicher die Wahl manipulieren, darauf kann man wetten. Er will sichergehen, dass die anderen Parteien keine Zweitdrittelmehrheit erreichen.
derStandard.at: Denken Sie, dass Musharraf in den Mord an Bhutto verwickelt ist?
Awab Alvi: Nein. Dieser Mord schadet Musharraf. Ich glaube, dass eine lokale, radikale Splittergruppe dahinter steckt. Vielleicht irgendjemand, den die Militäroffensiven in Waziristan (Anm. gegen die Taliban gerichtet) getroffen haben oder eben das tragische Missmanagement bei der Besetzung der Roten Moschee. Unter den derzeitigen Lebensumständen in Pakistan ist es prinzipiell nicht sehr schwer, ein Anti-Musharraf-Fanatiker zu sein.
derStandard.at: In einem Interview in der Talkshow "Frost over the world" auf Al Jazeera English kurz vor ihrem Tod, meinte Bhutto, Osama bin Laden könnte für den ersten Anschlag auf sie verantwortlich sein.
Awab Alvi: Osama bin Laden und Al Quaida sind in meinen Augen nur "Markennamen", Schreckgespenster, mit dem die US-Amerikaner Morgen für Morgen aufwachen. Diese Namen werden regelmäßig genannt, um den Newswert einer Geschichte zu garantieren.
derStandard.at: Hat die Politik der USA in Pakistan versagt?
Awab Alvi: Das Traurige ist, dass wir von den USA so was wie "Errettung" erwarten. Die Frage sollte vielleicht eher lauten: "Hat die pakistanische Außenpolitik versagt?" Wenn es nach mir ginge, würde ich mir internationale Einmischung in unsere Belange verbitten. Lasst uns unser Leben leben, wie wir es wollen und nicht, wie es den Amerikanern am zweckdienlichsten ist. Der Krieg gegen den Terror ist ein US-amerikanischer Krieg, der unser Land überrollt hat.
derStandard.at: Denken Sie, dass die USA schon auf der Suche nach einem "neuen Musharraf" sind?
Awab Alvi: Das sollte sie sein, alles andere wäre dumm.
derStandard.at: Was wäre in der derzeitigen Situation das Beste für Pakistan?
Awab Alvi: Pakistan ist in einer sehr verworrenen Situation und bedauerlicherweise muss ich sagen, dass ich keinen der politischen Führer für fähig halte, das Land aus der Misere zu führen. Aber ich habe beschlossen, die Hoffnung nicht aufzugeben. Ich sehe eine Lösung nur darin, die Unabhängigkeit der Judikative zu garantieren, um eine faire Gewaltenteilung und einen Rechtsstaat zu garantieren. Danach müssten die gesellschaftlichen und sozialen Missstände angegangen werden.
derStandard.at: Wie wirkt sich die Krise auf das Alltagsleben aus?
Awab Alvi: Das alles ist sehr deprimierend. Investoren sind nicht gewillt, das Risiko Pakistan einzugehen. Die Inflation nimmt ständig zu, die Wirtschaft ist am Boden, und man kann sich kaum leisten, was man zum Leben braucht. Wenn das so weitergeht, würde es mich nicht wundert, wenn es zu Plünderungen kommt. (Manuela Honsig-Erlenburg, derStandard.at, 9.1.2007)
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in Pakistan gibts ueberhaupt keine demokratie und hats nie gegeben es wird nur darueber geredet, es gibt nur machtgier, luegen, manipulation und religioese fanatiker. solange die demokratie schreien sind's die darlings der amis. Die militaers in myanmar die in etwa dasselbe system haben wie die pakistanis oder chinesen sind die boesewichte weil sie sich von den amis nicht einschuechtern lassen.
Die Militaers in Burma liessen sich deswegen nicht einschuechtern, weil sie US-, EU- und VRC-Oelfirmen hinter sich haben. Alle diese Betroffenheitsaussagen der US- und EU-Politiker waren so viel Wert wie Schuessels "Wenn ich Zweiter werde..."-Aussage 1999.
Redet noch irgendwer ueber Burma?
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