Lehrlingsförderung: "Viele Männer sind schlecht fürs Geschäft"

5. Jänner 2008, 12:18
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SPÖ für Ausbildungsgarantie - Gusenbauer will Lehrwerkstätten für Jugendliche ohne Lehrstelle - Koalition bei Lehrlingsförderung einig

Hirschwang – Bundeskanzler Alfred Gusenbauer will seine „Ausbildungsgarantie“ einlösen: Jugendliche, die nicht zur Schule gehen und auch keinen Lehrplatz haben, sollen trotzdem eine Berufsausbildung abschließen können, und zwar an eigenen Lehrwerkstätten. Bisher gibt es nur „Auffangnetze“ für kurzfristige Aufenthalte, die sich – so Gusenbauer – als „echte Sackgassen“ entpuppen können.

Allerdings kommen aus der ÖVP erst einmal Einwände: Die Jugendlichen sollten lieber an den Schulen ausgebildet werden. Weitgehend einig dürfte sich die Koalition bei der Reform der Lehrlingsausbildung sein: Die „Basisförderung“ soll künftig nicht mehr pauschal (1000 Euro pro Jahr), sondern nach Lehrjahr und Höhe der monatlichen Lehrlingsentschädigung gestaffelt ausgezahlt werden.

Die Hälfte des Geldes für die Lehrlingsförderung soll für Maßnahmen eingesetzt werden, von denen Frauen profitieren, kündigt Frauenministerin Doris Bures an – und auch die Wirtschaftsförderung werde an die Erfüllung frauenfreundlicher Kriterien gekoppelt. Auch aus ökonomischen Gründen, denn laut Studien seien Betriebe mit Gleichberechtigung stärker. Bures: „Zu viele Männer sind schlecht fürs Geschäft.“ (jo/DER STANDARD, Printausgabe, 5.1.2008)

  • Lehrwerkstätten sollen künftig Ausbildungsplätze für Jugendliche, die keine Lehrstelle finden, werden.
    foto: ots

    Lehrwerkstätten sollen künftig Ausbildungsplätze für Jugendliche, die keine Lehrstelle finden, werden.

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