Das Schnellfeuern des Schützenfisches

14. Jänner 2008, 14:27
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Mit wenig Hirnaufwand treffen die Fische ihre Beute präzise und blitzschnell mit einem Wasserstrahl

Washington - Wie es der Schützenfisch hirnmäßig schafft, seine Beute durch gezieltes Spritzen ins Wasser zu holen, haben deutsche Forscher in Science (Bd. 319, S. 104) analysiert. Sie stießen dabei auf ein erstaunlich kompaktes neuronales Netzwerk, das die blitzschnellen Entscheidungen und Attacken der Fische ermöglicht.

Schützenfische (Toxotes chatareus) sind dafür bekannt, Wasserstrahlen mit Hochdruck aus dem Maul auf Insekten abzuschießen. Ein so getroffenes Insekt fällt daraufhin ins Wasser und wird zur leichten Beute für den Fisch. Der Vorgang ist jedoch weit komplexer als er klingt, denn die Fische treffen ihre Beute oft noch auf vier Meter Entfernung. Zudem müssen Aufschlagsort der Beute sowie Konkurrenz mitberechnet werden - der schnellste Fisch hat den Leckerbissen. Und das alles innerhalb weniger Sekunden. Selbst wenn sich der berechnete Aufschlagsort der Beute durch Manipulation ändert, reagieren die Schützenfische blitzschnell darauf.

Thomas Schlegel und Stefan Schuster von der Universität Erlangen-Nürnberg haben anhand einer Reihe von Experimenten herausgefunden, dass für diese schnellen Berechnungen kein größeres Nervenzell-Netz nötig ist. Der kürzeste Entscheidungsweg könnte sogar nur über sechs Neuronen erfolgen. Die ersten Berechnungen müssten bereits in der Netzhaut des Fisches erfolgen, vermuten die Biologen. (red)

  • Artikelbild
    foto: volker runkel, stefan schuster, university of erlangen-nürnberg
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