Kein Ende der Klimadiskussion
Das Bild sieht jetzt einmal dramatisch aus: Weil die deutschen Autohersteller so tolle Ingenieure sind, bauen sie die meisten Luxusautos und haben deshalb unter einer künftigen Limitierung des CO2-Ausstoßes am meisten zu leiden.
Dabei ist alles gar nicht so schlimm: Denn die wichtige Abkoppelung von "Gut ist gleich groß und schwer" ist auf emotionaler Ebene längst passiert. Audi, BMW und Mercedes dürfen inzwischen auch schlanke Autos bauen, ohne ihr Image als Premiumhersteller zu beschädigen.
Exotisches Konzept
Das war nicht immer so: Anfang der 1970er-Jahre, als Audi zum Sprung in Richtung Premium-Segment ansetze, erleichterte man sich den Schritt, indem der kleinste Audi, der Audi 50, einfach in die VW-Palette rübergeschoben wurde und dort als Polo weiterlebte. Der Verzicht auf den Klein- oder Kompaktwagen wirkte belebend fürs gehobene Segment.
Dieses ungeschriebene Gesetz wurde 1997 erstmals von Mercedes mit der A-Klasse ignoriert: Ein Gegenspieler des VW Golf, aber doch mit etwas exotischem Konzept und Auftreten. Zwei Jahre später brachte Audi den A2, ein extrem sparsames und nützliches Auto, das wegen der Alu-Karosserie am hohen Preis scheiterte und nach sechs Jahren wieder eingestellt wurde. BMW wagte sich als letzter deutscher Premiumhersteller ins Kompaktsegment, gibt dort aber jetzt Vollgas mit unterschiedlichsten Varianten der 1er-Reihe.
Altbekannt
Das heißt, zwei wichtige Schritte, um das Auto aus den Tiefen der Klimadiskussion herauszuholen, sind bereits geschehen: 1.) Die Diskussion lodert an allen Ecken, damit geht ein Bewusstseinswandel in die richtige Richtung einher. 2.) Kleine Autos werden ernstgenommen. Das ist viel wichtiger als alle politischen Lenkungsmaßnahmen, denn die lenken erfahrungsgemäß meist nur mehr Geld in die Staatskassen. (rs, AUTOMOBIL, 4.1.2008)