Image und Größe

Redaktion, 3. Jänner 2008, 19:53

Kein Ende der Klimadiskussion

Das Bild sieht jetzt einmal dramatisch aus: Weil die deutschen Autohersteller so tolle Ingenieure sind, bauen sie die meisten Luxusautos und haben deshalb unter einer künftigen Limitierung des CO2-Ausstoßes am meisten zu leiden.

Dabei ist alles gar nicht so schlimm: Denn die wichtige Abkoppelung von "Gut ist gleich groß und schwer" ist auf emotionaler Ebene längst passiert. Audi, BMW und Mercedes dürfen inzwischen auch schlanke Autos bauen, ohne ihr Image als Premiumhersteller zu beschädigen.

Exotisches Konzept

Das war nicht immer so: Anfang der 1970er-Jahre, als Audi zum Sprung in Richtung Premium-Segment ansetze, erleichterte man sich den Schritt, indem der kleinste Audi, der Audi 50, einfach in die VW-Palette rübergeschoben wurde und dort als Polo weiterlebte. Der Verzicht auf den Klein- oder Kompaktwagen wirkte belebend fürs gehobene Segment.

Dieses ungeschriebene Gesetz wurde 1997 erstmals von Mercedes mit der A-Klasse ignoriert: Ein Gegenspieler des VW Golf, aber doch mit etwas exotischem Konzept und Auftreten. Zwei Jahre später brachte Audi den A2, ein extrem sparsames und nützliches Auto, das wegen der Alu-Karosserie am hohen Preis scheiterte und nach sechs Jahren wieder eingestellt wurde. BMW wagte sich als letzter deutscher Premiumhersteller ins Kompaktsegment, gibt dort aber jetzt Vollgas mit unterschiedlichsten Varianten der 1er-Reihe.

Altbekannt

Das heißt, zwei wichtige Schritte, um das Auto aus den Tiefen der Klimadiskussion herauszuholen, sind bereits geschehen: 1.) Die Diskussion lodert an allen Ecken, damit geht ein Bewusstseinswandel in die richtige Richtung einher. 2.) Kleine Autos werden ernstgenommen. Das ist viel wichtiger als alle politischen Lenkungsmaßnahmen, denn die lenken erfahrungsgemäß meist nur mehr Geld in die Staatskassen. (rs, AUTOMOBIL, 4.1.2008)

Leserfragen an:

Rudolf Skarics

  • Gefährliche Elektroautos [136]

    Elektrische Spannungen und Ströme, aber auch die Elektromotoren selber bergen hohe Risiken

  • Konflikt Fahrrad versus Auto [268]

    Die Trennung von Rad- und Autoverkehr funktioniert nicht wirklich. Radwege mögen das richtige Symbol sein, aber nicht immer die richtige Lösung

  • Vom autonomen Autofahren [42]

    Autofahren ist vor allem in Ballungsräumen nicht mehr lustig und um das erste verdiente Geld auszugeben gibt es genügend Alternativen zum Auto

  • Start-Stopp: Es gibt längst Besseres [86]

    Die Zukunft gehört Systemen mit Starter-Generator, der unauffällig zwischen Stillstand, Elektro- und Verbrennungsmotorbetrieb wechselt

  • Verkehr in Megacitys [3]

    Die Autoindustrie liefert Konzepte für den Autoverkehr in künftigen Megacitys und denkt über besonders kleine und smarte Fahrzeuge nach

  • Zugfahren als Schnäppchenjagd [185]

    Die Bahn hält Neukunden konsequent fern. Alternativen sind die neue Westbahn - oder der private PKW

  • Radfahren: Fit, aber tot? [256]

    Je mehr Radfahrer sich auf den Straßen tummeln, umso mehr Unfälle gibt es auch

  • Autosalon als Spiegelbild [3]

    Die heurige Automobilausstellung in Frankfurt kehrt auf den ersten Blick wieder ziemlich auf den Boden der Tatsachen zurück

  • Das Auto braucht Straßen [86]

    Das Auto braucht eine Infrastruktur, nämlich Straßen, und die schenken uns die Autohersteller nicht dazu

  • Autofahren mit Biogas [39]

    Biogas wird im Wesentlichen aus landwirtschaftlichen "Abfällen" hergestellt, tritt also nicht in unmittelbare Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion

  • Pendlerpauschale ade? [379]

    Eine hohe Mobilität von Arbeitskräften ist eine Grundlage unseres Wirtschaftslebens. Die CO2-Diskussion betrifft vor allem auch die Pendler

  • Mit den Waffen der Gegner [99]

    Gijs Mom macht sich schon lange Gedanken, warum der Elektromotor vor 100 Jahren den Wettlauf mit dem Verbrennungsmotor verlor

  • Abgas-Erregungsakrobatik [19]

    Bis heute spielen die kompromisslosen Autoverteidiger eine lautstark polternde, aber ziemlich nutzlose Rolle

  • Feinstaubalarm beim Ottomotor [81]

    Die Regelung Euro 5 sieht eine Begrenzung der Partikelmasse vor. Aber nur mit der Partikelmenge lässt sich der Feinstaubanteil erfassen

  • Feindbild Automobil (III) [20]

    Die Existenz zu vieler Autos wird zwar beklagt, als Jobmoter sind Autofabriken aber nach wie vor gerne gesehen

  • Feindbild Automobil (II) [103]

    Fahrrad- und Automobilfahrer waren einst Freunde. Die Freundschaft hatte ein Ende, als das Auto dem Rad davonfuhr

  • Feindbild Automobil (I) [71]

    Das Auto hatte es Anfangs ganz und gar nicht leicht, sich durchzusetzen

  • Porsche-Preis fürs Lichtsparen [21]

    Der Prof.-Ferdinand-Porsche-Preis der TU Wien geht dieses Jahr an Wolfgang Huhn (Audi) und Kamislav Fadel (Automotive Lightning)

  • Gasgeben wörtlich genommen [12]

    Mit steigenden Kraftstoffpreisen werden Alternativen zu Benzin und Diesel zusehends interessanter, insbesondere Erdgas

  • Gummi braucht Straße

    Die Hoffnung der Autobranche lautet, in den derzeit noch weniger entwickelten Ländern im Laufe der Zeit auf über 500 wie bei uns aufschließen wird

  • Elektromotor rettet Verbrennungsmotor [41]

    Das diesjährige Wiener Motorensymposium prophezeite revolutionäre Zeiten im Automobilbau

  • Flexibler Motorenpapst [43]

    Es werden nur jene technischen Lösungen kommen, für deren Erforschung und Umsetzung in die Praxis sehr viel Geld ausgegeben wird

  • Auf ins Energiesparadies [8]

    Wahrscheinlich befinden wir uns jetzt im letzten Drittel des Erdölzeitalters - und auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger

  • Mit dem Rotstift durch die Verbrauchstabelle [60]

    Mercedes senkt mit Akribie den CO2-Ausstoß seiner E-Klasse, jedenfalls auf dem Papier

  • Automatik ohne Mehrverbrauch [197]

    Mit manuellem Schaltgetriebe, automatischem Doppelkupplungsgetriebe und Wandlerautomatik werden heute in etwa die gleichen Verbrauchswerte erzielt

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