Die Lust am nackten Grauen

4. Februar 2008, 18:19
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"Galileo" macht müde Geister munter - Aiman Abdallah auf den Spuren eines Geistes in einem Familienhaus - Freitag, 22.40 Uhr, ProSieben

2007 war für österreichische Geister ein gutes Jahr. Jene Untote, die im Kärntner Schloss Porcia an Türen rüttelte und klopfte, um gegen ihre unstandesgemäße Aufbewahrung in Bananenschachteln zu protestieren, schaffte es sogar mehrfach in die Boulevardpresse. Nach erfolgter Umbettung ist wieder Ruhe in die alten Schlossgemäuer eingekehrt.

Geisterjäger bevölkerten weiters die Schlösser Hohenwerfen, Bruck sowie Riegers-, Tammer- und Schallaburg – mindestens auf Letzterer wurden sie fündig, am Wiener Friedhof der Namenlosen leider nicht. Schlecht lief es hingegen für die Schweizer: Unbekannt ist nämlich, was aus den 68 Schafen, 20 Lämmern und zwei Schafböcken wurde, die Oktober auf einer Alpe im Tessin spurlos verschwanden.

Wie eine Gesellschaft mit dem Unheimlichen umgeht, daran könne man Verdrängungsmechanismen ablesen, sagte der Psychologe Eberhard Bauer zur "Zürcher Zeitung": "Auf der einen Seite quillt das Okkulte aus allen Medienkanälen. Andererseits ist es so, dass große Teile der Wissenschafter das Paranormale a priori ablehnen."

In "Galileo Mystery" macht sich Aiman Abdallah mit allerlei technischem Schnickschnack auf die Spuren eines Geistes, der sich just in einem Familienhaus in Mannheim breitmacht. Das wohlige Gruseln in Zeiten übergroßer Vernunft – es sei erlaubt! (Doris Priesching/DER STANDARD/Printausgabe, 4.1.2008)

"Galileo Mystery", Freitag, 22.40 Uhr, ProSieben
  • Ist ein Guter: Aiman Abdallah ruft Geister und Gespenster in "Galileo Mystery".
    foto: prosieben

    Ist ein Guter: Aiman Abdallah ruft Geister und Gespenster in "Galileo Mystery".

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