Höhere Unterhaltszahlungen durch Kindergeldneuerung

3. April 2008, 10:53
487 Postings

Das Kindergeld neu ermöglicht es Müttern mehr Geld von ihren
(Ex-)Männern zu fordern

Wien - Das Kindergeld wird seit Jahresbeginn anders berechnet. Das bringt vor allem für Unterhaltspflichtige (in der überwiegenden Zahl Männer) eine unliebsame Überraschung, schreibt die "Presse" in ihrer heutigen Ausgabe. Das Kindergeld zählt ab 1. Jänner nämlich nicht mehr zum Einkommen. Demnach gilt eine Frau, die nur Kindergeld bezieht als einkommenslos - und darf mehr Geld von ihrem (Ex-)Mann einfordern.

Deutlicher Anstieg

Der Familienrechtsexperte Günter Tews sagte im "Presse"-Interview, diese neue Regelung könne zu einem deutlichen Anstieg der Kosten führen. Der Unterhaltsanspruch einer nicht erwerbstätigen Alleinerzieherin, deren getrennt lebender Mann monatlich 1500 Euro netto verdient (Jahresgehalt dividiert durch zwölf), steigt damit von 260 auf 435 Euro pro Monat.

Kein Einkommen

Das Familienministerium begründete die Neuerung damit, dass das Kindergeld im Gegensatz zum einstigen Karenzgeld kein einkommensabhängiger Bezug mehr sei.

SPÖ-Frauenministerin Doris Bures (sie hat mit Kdolsky das neue Kindergeld ausverhandelt) sagte im Gespräch mit der "Presse", das Kindergeld sei schließlich eine Abgeltung dafür, dass man sich dem Kind widmet, und kein Einkommen. (red)

  • Der Unterhaltsanspruch einer nicht erwerbstätigen Alleinerzieherin, deren getrennt lebender Mann monatlich 1500 Euro netto verdient, steigt von 260 auf 435 Euro pro Monat.
    foto: cremer

    Der Unterhaltsanspruch einer nicht erwerbstätigen Alleinerzieherin, deren getrennt lebender Mann monatlich 1500 Euro netto verdient, steigt von 260 auf 435 Euro pro Monat.

Share if you care.