Orson Welles' "Im Zeichen des Bösen"

4. Jänner 2008, 12:18
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Vom zynischen Ende des Film noir: "Touch of Evil", ein Klassiker, der in Bestenlisten ganz oben aufscheint - Donnerstag, 1.45 Uhr, ARD

Orson Welles' "Touch of Evil" ist ein Klassiker, der in Bestenlisten meist ganz oben aufscheint und bei dem Filmmuseumdirektor Alexander Horwath einst im STANDARD ins Schwärmen geriet: "Schon die Eröffnungssequenz ist ein Meisterwerk. Minutenlang folgt die Krankamera einem Auto und einem Liebespaar durch das Gewühl einer Grenzstation, bis der erste Schnitt die Spannung löst: Das Auto explodiert."

Zur Lösung dieses 'Falls' bedarf es exzellenter Schauspieler. Janet Leigh spielt die grandios selbstbewusste Frau des 'guten' mexikanischen Polizisten (Charlton Heston), der dem korrupten Polizisten (mit großem Mut zur Hässlichkeit: Orson Welles) auf eine Weise das Handwerk legt, die alles wieder infrage stellt, was dem Zuseher gerade noch plausibel erschienen ist.

Inmitten des Getaumels ineinander verstrickter Figuren gibt nur ein Gesicht Halt - Marlene Dietrich als Ikone des skeptischen Blicks. Welles befreit nicht nur den ästhetischen Raum in Richtung Irritation, Identifikations- und Orientierungsverlust, er setzt auch dem Film-noir-Genre ein würdig-zynisches Ende." (prie/DER STANDARD; Printausgabe, 3.1.2008)

Orson Welles' "Touch of Evil", Donnerstag, 1.45 Uhr, ARD
  • Pflichtprogramm "Im Zeichen des Bösen" aus dem Jahr 1957 - von und mit Orson Welles.
    foto: ard

    Pflichtprogramm "Im Zeichen des Bösen" aus dem Jahr 1957 - von und mit Orson Welles.

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