Bill Gates verabschiedet sich von der High-Tech-Bühne

Redaktion, 07. Jänner 2008 10:04
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Gründer verlässt Microsoft - Zwei erfahrene Technologie- Experten sollen die gigantische Lücke füllen

Bei seinem ersten Auftritt vor einem großen Messepublikum in Las Vegas verließ sich Microsoft-Mitbegründer Bill Gates 1983 noch auf den Beistand seines Vaters.

Bill & Melinda Gates Stiftung

Zur Ankündigung der ersten Windows-Version auf der Computermesse Comdex stand William H. Gates Sr. persönlich am Projektor, um die Folien zur Rede seines Sohnes zu wechseln. Präsentationsprogramme wie PowerPoint oder einen Beamer zum Anschluss an den PC gab es damals noch nicht. Ein Vierteljahrhundert später öffnet sich für Bill Gates auf der Consumer Electronics Show (CES) 2008 zum letzten Mal der große Vorhang einer High-Tech-Messe in Las Vegas. In den kommenden Monaten wird sich der Multimilliardär vollständig aus seiner Führungsrolle bei Microsoft zurückziehen, um sich künftig auf seine Arbeit als Philanthrop in der "Bill & Melinda Gates Stiftung" zu konzentrieren.

Glitzer

Die Glitzerwelt der Wüstenstadt im US-Bundesstaat Nevada bot Gates in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder die Bühne für wichtige Ankündigungen. Nach der Präsentation von Windows 1.0 ragte vor allem sein Auftritt im Aladdin Hotel am 12. November 1994 hervor. Damals formulierte der Software-Tycoon zum ersten Mal seine Vision von der allgegenwärtigen Information ("Information At Your Fingertips"). Mit Hilfe eines Kurzkrimis, der auf der Riesenleinwand im Aladdin Theatre abgespielt wurde, verdeutlichte Gates, wie der Personal Computer das private und berufliche Leben nachhaltig beeinflussen werde. Und der überragende Markterfolg von Windows 95 in den kommenden Jahren bestätigte die These des Microsoft-Chefs.

Verpasst

Auf der Comdex 2001 ging Gates noch einen Schritt weiter und kündigte ein "digitales Jahrzehnt" an: "In dieser digitalen Dekade wird Computer-Technologie jeden Teil unseres Lebens verändern und das Versprechen des wirklich sicheren und wirklich persönlichen Computers einlösen." Auch mit dieser Prognose lag Gates damals nicht daneben. Allerdings erwiesen sich in den dann folgenden Jahren eher Firmen wie Google und Apple als treibende Kräfte bei der Umsetzung des "digitalen Lifestyles", während Microsoft wichtige Trends wie die Internet-Werbung oder den iPod-Boom verpasste.

"Software as a service"

Zur Abschiedsvorstellung von Bill Gates in Las Vegas am kommenden Sonntag steht Microsoft vor neuen Herausforderungen: Das Betriebssystem Windows Vista hat noch nicht die Erwartungen erfüllt, die Gates selbst in die neue System-Software gesetzt hat. Insbesondere Business-Kunden trauern dem bewährten Windows XP hinterher. Außerdem wird Microsoft dort mit dem Geschäftsmodell "Software as a service" konfrontiert, bei dem Firmen wie Salesforce.com Programme als Dienst über das Web zur Verfügung stellen. Unter dem Motto "Software plus Service" versucht Microsoft nun zu kontern. Auch im Mobilfunkmarkt läuft es nicht wie geplant: Entgegen der Einschätzung von Gates ist Google vor einigen Wochen massiv in dieses Segment eingestiegen und bedroht mit der neuen Handy-Software "Android" den Aufstieg des Microsoft-Systems "Windows Mobile".

Craig Mundie und Ray Ozzie

Die Antworten von Microsoft auf diese Herausforderungen wird nicht mehr Bill Gates formulieren. Nachdem er bereits im Januar 2000 seinen Posten als Konzern-Chef an seinen langjährigen Mitstreiter Steve Ballmer abgegeben hatte, wird Gates sich bis zum Sommer 2008 fast vollständig bei Microsoft zurückziehen. Zwei erfahrene Technologie- Experten sollen die gigantische Lücke füllen: Craig Mundie und Ray Ozzie. Mundie, ein Microsoft-Veteran, führt nun den Titel eines "Chief Research and Strategy Officer". Ozzie, der einst das System "Lotus Notes" erfunden hat, kam erst im Jahr 2005 mit der Übernahme seiner Firma Groove Networks zu Microsoft. Er übernahm von Gates die Aufgabe des "Chief Software Architect" von Microsoft.

Aushängeschild

Wer von den beiden Software-Strategen die Rolle des Aushängeschilds von Microsoft übernehmen wird, zeichnet sich bislang nicht ab. In den vergangenen Monaten trauten sich weder Mundie noch Ozzie aus dem Schatten des übergroßen Bill Gates' hervor. Klar ist aber, dass sich die CES im Jahr 2009 einen neuen Eröffnungsredner suchen muss, denn Gates wird nicht mehr zur Verfügung stehen. "Sie könnten mich noch einladen, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie das wirklich wollen, denn ich würde vor allem über anstreckende Krankheiten - und nicht über großartige Software - reden", beschied der Microsoft-Chairman die CES-Verantwortlichen schon vor einem Jahr.(APA/dpa)

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Posting 1 bis 25 von 122
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der Xote
05.01.2008 10:59
Typische Management-Entscheidung

Produkt Gacki - Chef geht.

Wobei ich mal gar nicht glaube, dass er schuld ist an der Situation, in der MS steckt, viel eher die obergescheiten Entwickler dort. Aber er ist halt verantwortlich.

Die Geschichte hat er auf jeden Fall verändert.

Matt Canalegrande
03.01.2008 18:07
Vom Robin Hood zum Sheriff von Nottingham

Als er damals den Kampf gegen den allgegenwärtigen Riesen IBM aufnahm und sogar gewann, hatte er noch meine Bewunderung.
Auch Windows 95, allen Unkenrufen zum Trotz, war noch etwas, wo man anstandslos Diablo drauf spielen konnte.
NT4 hatte ich ganz gerne verwendet weil es weniger oft abstürzte.
Richtig mies wurde es dann mit den Hardware - Knebelverträgen, die bis heute suggerieren, dass jeder PC ein verkauftes Windows Betriebssystem bedeutet.
Und so scheidet heute einer der gerissensten Winkeladvokaten aus dem Amt, den die IT bis dato hervorgebracht hat.
Mir sind Querköpfe wie Linus Thorvalds und RIchard Stallman sympathischer, die sich und ihren Prinzipien treu geblieben sind.

F-117-Black
03.01.2008 08:53
viele lästern und kritisieren ihn..

aber bill gates hat viel erreicht. wie viele von uns würden heute sonst im büro arbeiten ? durch bill gates wurde der PC für Deppen und "Normalverbraucher" zugänglich gemacht.

Andreas Kraftl
05.01.2008 20:09
Stimmt nicht

Hätte es Bill Gates nicht gegeben, so hätte dies alles Gill Bates erfunden.

kabelwurm
03.01.2008 10:52
hätte bill nicht seine pc's forciert,

würden wir heute am provider via terminal arbeiten.
google hat heute mit dem begonnen, was damals angestanden wäre.

das ist eine andere version der nicht passierten vergangenheit.
und ging's nach bill, gäb's heute noch immer kein internet.

"was wäre wenn", ist heute die dümmste frage, und die antwort ist rein subjektiv.

bill gates hat viel verändert.
ob's positiv oder negativ war, ist ebenfalls ansichtssache.

und der bedarf bestimmte die geschichte. - ob künstlich geschaffen oder natürlich gewachsen, steht ebenfalls auf einem anderen blatt...

Friedhof der Nuscheltiere
 
03.01.2008 10:21
durch bill gates wurde der PC für Deppen und "Normalverbraucher" zugänglich gemacht.

Solche Erfindungen können aber auch dazu beitragen, dass wir zu Deppen werden. So muss man nicht mehr viel lernen und denken.

Dr. J.

KarI Graus
04.01.2008 02:00

'Solche Erfindungen können aber auch dazu beitragen, dass wir zu Deppen werden....'

bei dir zumindest hat das schon geklappt

Antonius Birnstingl
03.01.2008 07:45
"Präsentationsprogramme wie PowerPoint...gab es damals noch nicht".

No na ;-)

Ernsthaft zu Microsoft: Windows 95 hatte endlich den zumindest benutzermäßigen Standard von Apple 1984 oder 85, lief aber natürlich nicht so stabil. Alles seit MS Dos ist auf diesem weitergeschustert.

unregistr3d
04.01.2008 11:24

ich kann mit Worten gar nicht ausdrücken was ich dazu sagen möchte ;).....

Aber du hast schon Recht, Apple ist und war schon immer besser und Microsoft hat seine Monopolstellung völlig umsonst und nur durch einen Packt mit den Teufel erreicht.

Die weltanschauung mancher Leute verwundert mich immer wieder,
Heil Apple

kabelwurm
03.01.2008 11:02
alleine, wenn ich die produktivität in den betrieben betrachte.

war ein gut konfiguriertes MS-DOS die beste lösung:

- keine spielereien
- nur das, was zum arbeiten notwendig war, war verfügbar.

die TCO war genial unten und die produktivität extrem oben.


natürlich war sicherheit nicht implementiert und die architektur minimal.

aber man hätte genauso darauf aufbauen können.
dummerweise ist vernunft ein schlechtes verkaufsargument und bill gates ein genialer verkäufer.

damit nahm das schicksal seinen lauf.

Chayenne
03.01.2008 10:48

"Alles seit MS Dos ist auf diesem weitergeschustert."

Diese Aussage ist falsch.

Wolfgang Ullram
03.01.2008 06:22
welches loch?

es gab project leader.....er war vortragender und pr figur....sonst nichts

also der wird niemandem wirklich abgehen

selbstdarsteller, aufgesetzte charities (reiche leute geben normal nicht mit ihren spenden an, gates schon!)

ja das wird mir abgehen

wann geht balmer?


developer developers developers

schade dass ein einstiger technologie leader so weit abgehalftert hat, dass sein zeugs sich nur mehr per gewhohnheit, aufjaufen der konkurrenz und knebelverträgen mit der hardwareindustrie verkaufen kann


oder denken sie dass irgendein hersteller wild drauf ist vista zuinstallieren und endlosen support geben zu müssen weil die kraxn net funkt?

wo xp von den kunden gewänscht wird sie es eber nimmer verkaufen dürfen?

baba und foi net

Parkschwein
04.01.2008 12:03

"reiche leute geben normal nicht mit ihren spenden an"
in welcher welt lebst du?

Mirabeau
03.01.2008 02:44
tschüss

Arminius
03.01.2008 01:41

95 hatte ich einen Thinkpad mit OS/2 drauf. Und ich Wahnsinniger habe das plattgemacht und durch Windows 95 ersetzt, weil es ja "alle" hatten.

Ja, ich bin mit Schuld, dass der Herr mit seiner Bloatware reich geworden ist.

Parkschwein
04.01.2008 12:04

im vergleich zu os/2 war aber windows95 keine bloatware.

im gegensatz zu os/2 ist win95 sogar mit nur 4mb ram gelaufen.

Sir Donnerbold
03.01.2008 00:40

wurde auch zeit fuer ihn das sinkende schiff zu verlassen. er rettet mit seiner kohle jetzt millionen leuten das leben und erschwerte es davor allen die vor ihrem windows pc sitzen.

Krampen
03.01.2008 01:48

das muss aber ein winziges loch sein, wenn das schiff "MS microsoft" tatsächlich sinken sollte...

kabelwurm
03.01.2008 07:40
der riss streckt sich vom office bereich bis hin zu den sicherheitslücken.

ursprung des risses ist der veraltete kern (matrialermüdung).
dies zu korrigieren verspricht der kapitän seinen passagieren seit 3.11 zeiten.

weil aber viele passagiere keine ahnung haben und drohen, das schiff zu verlassen, sollte der ballsaal gesperrt werden,
breitet sich der riss schneller aus, als die matrosen hinten nach schweißen können.

deswegen wurden ja neue schwimmkörper, wie spiele-, kommunikations- oder autoindustrie angebracht,
damit das ursprüngliche schiff über wasser bleibt.

fraglich ist nur, ob diese körper die last des luxusriesen auf die dauer tragen können...

aber auch auf der titanic wurde solange getanzt, bis es zu spät war.

der kleine prinz
 
02.01.2008 23:36

baba und voi net.

(sorry, der musste jetzt einfach sein)

Sire de Vienne
02.01.2008 23:01
Warum wird um diesen Turnschuhträger soviel Aufhebens gemacht?

Der sieht ja sogar im Maybach beschissen aus.... no class, no style - typically american

fake124
03.01.2008 04:58
besser als

no intelligence, ideas, balls - typically schnöselburli

Sire de Vienne
04.01.2008 14:13
wirklich schwach, cherie!

Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: No class, no style, no nothing..... typically Standardstudent

Im Exil
03.01.2008 04:35
sie haben vollkommen recht

im web standard sollte man viel mehr über leute schreiben, die vor allem stil und klasse haben und dabei am besten auch noch europäer sind, zum beispiel über sean connery. und nicht über so langweilige amerikaner wie den cheff des einflussreichsten und mächtigsten software konzerns der welt....

Joe Jo
03.01.2008 00:20
Gerade das ist es was ihn symphatisch macht!

Kein so arroganter, affektierter Armani-Anzüge tragender Ar**h!

Obendrein tut er noch gewaltig viel für die Armen, was der an Geld spendet tut sonst keiner.

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