Fluchen über die Härte des Lebens

4. Februar 2008, 18:19
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"Rescue me" stilisiert Antihelden nach 9/11 - Am Mittwoch, 23.20 Uhr, startet im ORF die erste Staffel der Serie

Als der Krieg ins eigene Land kam, brachte er den New Yorkern auch die Nebenwirkung mit, die er überall hat: Traumatisierung. In der US-Mediengesellschaft schreit das nach Katharsis in Serie.

"Rescue me" versucht sie an den Symbolfiguren der Zeitenwende von 9/11 darzustellen. Dennis Leary gibt als Feuerwehr-Profi das Zentrum der Erschütterungen, die in einem Rudel harter Männer sowieso und mit den eingestürzten Twin Towers erst recht nachklingen. Seinen Toten, seinen Erinnerungen, seiner kaputten Ehe begegnet er mit Alkohol viel weniger originell als ein Kollege, der vom Therapeuten zum Gedichteschreiben animiert wurde. Origineller ist sein halluziniertes Gewissen, meist in Person seines am Ground zero verstorbenen Cousins.

Die harte Kruste der Opfer, die Helden sein wollen (und umgekehrt), macht die Serie unterhaltsam: Als Haudegen des einfachen Arbeitslebens fluchen sie wortwitzgespickt und was das Zeug hält, träumen von qualmenden Klos und geben sich über den Feuerwehrfunk die Position des scharfen Hinterns einer Passantin weiter. Der weiche Kern der Helden zieht die Handlung ins Drama, in rührendes Bemühen und eingestandene Hilflosigkeit. Ein "Anti" vor "Helden" steht für die Stilisierung der Härte des Lebens.

In den USA kommt die Katharsis an, 2008 wird die fünfte Staffel gedreht. 23.20, ORF 1 (Alois Pumhösel/DER STANDARD; Printausgabe, 2.1.2008)

  • Kenny Shea löscht als John Scurti Feuer routinierter, als unsereiner "Hallo" sagt. Dafür haben er und seine Kollegen mehr Traumata zu bewältigen. Im ORF startet die erste Staffel der Serie "Rescue me".
    foto: orf

    Kenny Shea löscht als John Scurti Feuer routinierter, als unsereiner "Hallo" sagt. Dafür haben er und seine Kollegen mehr Traumata zu bewältigen. Im ORF startet die erste Staffel der Serie "Rescue me".

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