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Bilawal Bhutto (19) ist neuer Vorsitzender der pakistanischen Volkspartei.
Der schlanke, hochgewachsene Teenager mit der modischen Brille, der 1988 geboren wurde, galt lange als schüchterner Bücherwurm, seine Mutter verordnete ihm eine klassische Erziehung. Wie sie und sein Großvater studiert er (seit 2007) an der britischen Eliteschmiede Oxford. Er hat den schwarzen Gürtel in der Kampfsportart Taekwondo und ist ein begeisterter Reiter und Sportschütze. Politische Ambitionen hegte er bisher nicht. "Man wird sehen. Ich weiß es nicht", antwortete er vor drei Jahren auf die Frage, ob er in die Politik einsteigen werde. Nun wurde ihm die Entscheidung abgenommen. Zwar ist er offiziell Parteivorsitzender, aber vorerst nur auf dem Papier. Zunächst will Bilawal sein Studium der Geschichte und Politik abschließen, bevor er das politische Erbe seiner Mutter antritt.
Bis dahin wird sein Vater Asif Ali Zardari als Co-Vorsitzender die Parteigeschäfte managen.Über Nacht ist der 51-Jährige damit zu einem der mächtigsten Männer Pakistans aufgestiegen, neben Präsident Pervez Musharraf und Armeechef Ashfaq Parvez Kayani. Angeblich hatte Benazir in ihrem "Vermächtnis" gewünscht, dass Zardari selbst den Vorsitz der PPP übernimmt. Dass der Witwer seinen Sohn vorschickt, ist ein taktischer Schachzug.
Unbeschriebenes Blatt
Zardari gilt nicht unbedingt als Sympathieträger im Volk. Als großspurig, geldgierig und skrupellos beschreiben ihn seine Gegner. Vielen gilt er als einer der korruptesten Politiker, die Pakistan in seiner 60-jährigen Geschichte erlebte.
Schamlos soll er während Benazir Bhuttos Regierungszeiten Schmiergelder eingestrichen haben. Mit Plastiksäcken voller Dollarnoten mussten Geschäftsleute angeblich bei ihm anrücken. "Mister zehn Prozent" nannten ihn die Pakistanis, später sogar "Mister zwanzig Prozent". Sein übler Leumund hält ihn davon ab, bei den Wahlen selbst in den Ring zu stiegen. Bilawal ist dagegen ein unbeschriebenes Blatt. Die Parteioberen werden den Neuling erst allmählich in die hohe - manche sagen: schwarze - Kunst pakistanischer Politik einweihen. Und er muss seine Heimat kennenlernen, die ihm weitgehend fremd ist. Denn die meiste Zeit lebte er mit seiner Mutter im Exil, vor allem in Dubai und in London. (Christine Möllhoff/DER STANDARD, Printausgabe, 2.1.2008)
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Siehe USA, Europa, Asien, Indien: es gibt sie, die weitestgehend geschlossene Gesellschaft der regierenden Eliten - heutzutage sind diese nur schlau genug, den de-fakto Absolutismus durch nette Demokratie-Shows zu tarnen, wo das dumme Wahlvieh die Gelegenheit hat, aus den immer gleichen Gruppen die immer gleichen Typen zu wählen.
Was für ein genialer Schachzug der Massen-Manipulation! Revolutionen sind ruhiggestellt - man hatte ja die Wahl!
Wer ist naiv genug zu glauben, diese Demokratien wären wirklich demokratisch?
muß man sich leisten können.
Man muß die Voraussetzungen dafür erfüllen. Und ich habe lange geglaubt, es seien materielle. Doch dem ist nicht so, es ist umgekehrt und gleichzeitig davon abhängig. Deshalb mache ich mir auch wenig Sorgen um Rußland.
Die Freigabe wirtschaftlicher Betätigung, eine daraus folgende Klassengesellschaft alleine machen es nicht. Da muß auch durch eine übergeordnete Ideologie die Freigabe erfolgen, die Denkerlaubnis.
Meist ist es die Religion, die die Werte einer Gesellschaft bestimmt. Und so ist auch fast dem pakistanischen Militär der Vorzug vor dem Feudalsystem zu geben. Wie in der Türkei anno 1920.
Demokratie ist kein Wert, es ist ein Werkzeug zum Wertewandel. Die Bereitschaft dazu fehlt offenbar.
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