Schubhäftling schwebt in Lebensgefahr

2. Jänner 2008, 14:56
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Nach Brand in Gefängniszelle - Zustand unverändert kritisch

Wien - Der Zustand des 17-jährigen Schubhäftlings, der bei einem Brand in seiner Zelle im Polizeianhaltezentrum in Wien-Josefstadt in der Nacht auf Sonntag schwere Verletzungen erlitt, ist nach wie vor sehr kritisch. Der Insasse erlitt nach Polizeiangaben Verbrennungen am ganzen Körper. Wodurch das Feuer ausgebrochen ist, war am Montag nach wie vor ungeklärt.

Ein technischer Defekt als Brandursache wird aber ausgeschlossen. "Solange der 17-Jährige nicht dazu befragt werden kann, können wir keine Angaben darüber machen", hieß es vonseiten der Polizei. Möglich ist, dass der Insasse das Feuer selbst gelegt hat oder mit einer Zigarette eingeschlafen ist. Als Brandherd gilt eine Matratze.

Das Feuer war in der Nacht auf Sonntag kurz vor Mitternacht ausgebrochen. Insassen aus den Nachbarzellen alarmierten die Beamten. Mitarbeiter des Polizeianhaltezentrums bargen den 17-Jährigen aus dem brennenden Raum. Die Feuerwehr mit 60 Mann löschte schließlich die Flammen. Der Raum wurde völlig zerstört.

Der junge Nordafrikaner befand sich seit 14. Dezember in Haft, zweieinhalb Monate zuvor war er illegal nach Österreich gekommen. Er war seit Samstag allein in der Zelle untergebracht, weil er der einzige Jugendliche war. Der 17-Jährige hat als unauffällig gegolten. (APA)

  • Nach Angaben der Wiener Berufsfeuerwehr waren kurz nach Mitternacht rund 60 Mann im Einsatz. Ein marokkanischer Schubhaeftling wurde dabei schwer verletzt.
    foto: georg hochmuth

    Nach Angaben der Wiener Berufsfeuerwehr waren kurz nach Mitternacht rund 60 Mann im Einsatz. Ein marokkanischer Schubhaeftling wurde dabei schwer verletzt.

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