Chaos Communication Congress: Linux auf Xbox 360 und Wii

29. April 2008, 10:41
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Microsofts Konsole wird mit Xenon Linux zum voll funktionsfähigen Multimedia-PC - Arbeiten an Nintendos Gerät in Kinderschuhen

Während sich die Hacker des 24. Chaos Communication Congress von bösartigen Absichten distanzieren, werden ihre Erfolge immer öfter von Schwarzkopierern missbraucht und illegal genutzt. So auch im Falle des "King-Kong-Exploits". Mithilfe dieses Exploits ließ sich auf dem CCC eine Xbox 360 Konsole mit der Linux-Distribution Xenon booten. Die drei CPU-Kerne des Multimediacomputers unterstützen schon fast die gesamte Hardware, lediglich an einem passenden Sound-Treiber mangle es aber noch. Die Arbeit an dem Hack nahm in etwa ein Jahr in Anspruch, mit dem Ziel, die Xbox 360 in einen günstigen Linux Computer zu verwandeln.

Vorbild: Playstation 3

Dass die Hacker mit der Entwicklung neuer Homebrew-Software und dem Hacken von Konsolen keine böswilligen Absichten verfolgen beweist auch die Statistik. So wurde Sony Computer Entertainment Playstation 3 – im Gegensatz zu Wii und Xbox 360 – nicht gehackt, immerhin haben Benutzer von Haus aus die Möglichkeit Linux auf der eigenen Spielkonsole zu installieren. Durch die offene Nutzung, auch von ausländischen Spielen, gibt es auch keine Motivation das Gerät für Importspiele zu hacken, einen Regioncode gibt es nicht.

Ankündigung

Bereits auf dem Kongress im letzten Jahr versprach ein unbekannter Hacker, dass Linux bald auf der Xbox 360 problemlos laufen würde Im März des Jahres 2007 folgte dann das Video eines solchen Hacks, zwei Monate darauf die Live-CD. Booten ließ sich Linux mithilfe des Spiels King Kong, welches aufgrund einer unzureichenden Überprüfung und modifizierten Shadern ermöglicht, dass das System mit einem zweiten Bootloader eine Linux Distribution starten kann. Doch sei diese Methode nicht zuverlässig, auch bessere Microsoft ständig nach um solche Sicherheitslücken zu stopfen.

Präsentation

Bei der Präsentation der Konsole mit modifiziertem Laufwerk klappte der Start auf Anhieb. Zusammen mit dem zweiten Bootloader wurde die Linux-CD eingelegt um anschließend einen voll funktionstüchtigen Gnome-Desktop mit Mehrkernunterstützung, Netzwerk- und 3D-Treibern hervorzuzaubern. Ton gab es allerdings noch keinen.

Da die neuen Xbox 360 Konsole mit 65 Nanometer CPUs über einen neuen Kernel verfügen, lässt sich der King-Kong-Exploit darauf noch nicht nutzen. Sonst werden so gut wie alle Modelle unterstützt, so die Hacker.

Einsicht

Stolz wurde ebenfalls erkannt, dass die Verhandlungen mit Microsoft – bezüglich einer Linux-Unterstützung – keineswegs erfolglos waren. "Linux ist unvermeidbar" stellte man in Redmond fest, nachdem einige namhafte Hacker zur Diskussion geladen wurden.

Fokus: Wii

Am Ende der Veranstaltung präsentierten die Hacker auch auf Nintendos Wii Konsole eine Linux Distribution. Diese wurde allerdings im Gamecube-Modus gestartet, wodurch der Zugriff auf WLAN, Bluetooth usw. bislang noch fehlte. Lediglich eine kurze dem zeigte eigenen Code im Wii-Modus, dabei beschränkte man sich allerdings, mangels Zeit, lediglich auf die einfachen Steueranzeigen der Wiimote. (red)

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    bild: derstandard.at
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